Tracking

Tracking bei Apple und Google
nur mit Zustimmung?

Aktualisiert am 28-11-2019

Um das Verhalten von Nutzern aufzuzeichnen, setzen Webseiten / Apps oft Tracking ein – in der Regel ohne Kenntnis der Betroffenen.

Tracking – Verfolgung von Internet- und App-Nutzern

Jeder, der Webseiten besucht oder Apps nutzt, hinterlässt Spuren. Um an Informationen über die Aktionen der Nutzer zu gelangen, setzen zahlreiche Anbieter und Entwickler spezielle Tracking-Software ein. Glassbox ist ein gerade in Apps häufig verwendetes Tracking-Programm, dass das „Nutzerverhalten“ erfasst. Anschließend speichert und analysiert das Unternehmen die gesammelten Daten. Oder es schickt sie direkt weiter zu seinen Kunden.

Nachdem sich herausgestellt hat, dass die Software z. B. nicht nur „Bewegungen“ verfolgt, sondern auch Screenshots (Aufnahmen vom Bildschirm) macht, hat Apple die Reißleine gezogen. Denn Screenshots ermöglichen es, persönliche Daten und vor allem Passwörter auszulesen. Diese Verletzung der Privatsphäre widerspricht jedoch der Privacy-Politik von Apple.

Reaktion von Apple

Gegenüber Technik Crunch äußerte sich Apple wie folgt (aus dem Englischen):

Der Schutz der Privatsphäre ist im Apple-Ökosystem von größter Bedeutung. In unseren App Store-Überprüfungsrichtlinien ist festgelegt, dass Apps, die Benutzeraktivitäten aufzeichnen, protokollieren oder anderweitig erfassen, die ausdrückliche Zustimmung des Benutzers einholen und vor dem Aufzeichnen eine klare visuelle Kennzeichnung geben müssen.
Wir haben die Entwickler, die gegen diese strengen Privatsphären-Richtlinien verstoßen benachrichtigt und werden, wenn notwendig, sofort Maßnahmen ergreifen.

Dementsprechend hat Apple die App-Entwickler aufgefordert, den Code innerhalb eines Tages zu entfernen und ihre Apps erneut überprüfen zu lassen. Sollten sie das nicht tun, würden die Apps aus dem App Store entfernt.

Außerdem müssten alle Entwickler, die Software zur Verfolgung des Nutzerverhaltens einsetzen, dieses offen kommunizieren. Ohne die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer dürfe es keine Verfolgung geben.

… und Google?

Natürlich arbeiten nicht nur „iOS-Apps“ mit dem Programm von z. B. Glassbox. Auch bei Google Play finden sich dieselben oder vergleichbare Apps mit derselben Problematik. Einerseits gelten für Google Play ähnliche Richtlinien wie für den App Store:

Apps, bei denen das Verhalten eines Nutzers überwacht oder nachverfolgt wird, dürfen eine solche Nachverfolgung nicht verheimlichen oder verschleiern oder Nutzer im Hinblick auf solche Funktionen täuschen.

Quelle: CONNECT

Andererseits ist bisher noch keine direkte Reaktion auf die Vorfälle seitens Google bekannt geworden.

Tracking bei Webseiten

Wie bereits erwähnt setzen auch zahlreiche Webseiten-Betreiber solche Programme ein. Die Tracking-Aufklärung fehlt hier ebenso. Infolgedessen kannst du dem auch nicht zustimmen bzw. es ablehnen.

Aber da wäre doch noch der Tracking-Schutz im Browser. Wenn du diesen aktivierst, sendet dein Browser (theoretisch) eine Aufforderung an die Webseite, dich nicht zu verfolgen. Jedoch ignorieren gerade die „großen“ Anbieter diese Aufforderung. Ironischerweise auch Google selbst, obwohl es im Chrome-Browser die Do-Not-Track Funktion anbietet.

Zwar haben nur ca. ein Viertel der Nutzer diese Funktion in ihrem Browser aktiviert. Ihnen ist aber nicht bewusst, dass sie trotzdem verfolgt werden können. Einerseits wähnen sie sich so fälschlicherweise in Sicherheit. Andererseits lässt sich die aktivierte Funktion sogar gerade für gezieltes Tracking missbrauchen. Deshalb hat Apple bekanntgegeben, Do-Not-Track mit dem kommenden Update aus dem Safari Browser zu entfernen.

Somit bleibt sowohl für Webseiten wie auch für Apps nur eine Lösung: Die Information der Nutzer wie bei Cookies. Und die anschließende aktive Zustimmung oder Ablehnung der Verfolgung. Ob und wann sich das jedoch durchsetzen wird und wer sich daran hält, ist wiedermal offen. Denn auch nach etlichen Jahren fehlt selbst der Cookie-Hinweis immer noch auf vielen Webseiten.

Von Ellena © Grafiken: eb (Logo: WordPress)


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