Cookies im Internet | Antworten auf 14 wichtige Fragen

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Cookies im Internet

Was sind Cookies, welchem Zweck dienen sie und was ist zu beachten? Umfassende Informationen für Webdesigner, Website-Betreiber und -Besucher.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Cookies?

Jeder, der sich im Internet bewegt, kommt auch in Kontakt mit Cookies. Viele Websites weisen mehr oder weniger auffällig darauf hin und Sie werden aufgefordert, diese zu akzeptieren – oder wenigstens ein paar davon. Aber auch wenn eine entsprechende Information fehlt, werkeln die kleinen Helfer im Hintergrund. Doch warum existieren sie überhaupt? Sind sie einfach nur lästig oder vielleicht sogar gefährlich? Soviel ist sicher, bei diesen Keksen besteht zumindest nicht die Gefahr einer Gewichtszunahme Ihrerseits.

Der Begriff Cookie oder auch HTTP-Cookie ist in der IT-Sprache die Bezeichnung für eine kleine Textdatei oder einen Code-Schnipsel/-Krümel. Auf Websites sind es Datenbank- oder Verzeichniseinträge bzw. Textinformationen, die der Kommunikation zwischen Computerprogrammen dienen. Die Bezeichnung geht wahrscheinlich auf das Programm „fortune cookie“ (Glückskeks), das bei der Benutzeranmeldung automatisch ausgeführt wird, zurück. Da Cookie im Englischen „Keks, Plätzchen“ bedeutet, war die Verbindung zu Keksen mit Krümeln für bildliche Darstellungen naheliegend.

Wie funktionieren Cookies?

Zwar gibt es verschiedene Gruppen von Cookies mit vielen Unterarten, technisch funktionieren jedoch alle nach dem gleichen Prinzip. Sie sammeln Informationen, die entweder in Ihrem Browser gespeichert oder an Server / andere Websites übertragen werden. Eine solche › Textdatei enthält unter anderem den

  • Namen,
  • Wert und
  • Pfad der Textdatei,
  • das Ablaufdatum,
  • die Internet-Domain sowie
  • Angaben über die notwendige Verbindungsart.

Je nach Zweck können neben diesen allgemeinen auch benutzerbezogene Informationen hinzu kommen.

Sobald Sie eine Website aufrufen, weist der Server, auf dem die Website mit dieser Textdatei liegt, den Browser an, bestimmte Informationen zu speichern. In diesem Fall findet die Kommunikation nur zwischen dem Server der aufgerufenen Domain und dem Browser statt. Allerdings gibt es auch Cookies, die andere Websites auf der von Ihnen aufgerufenen gesetzt haben (z. B. bei Werbeeinblendungen oder YouTube-Videos). Dann werden die Informationen direkt an die Server dieser Drittanbieter übermittelt.

Welche Cookies gibt es?

Zunächst ist zwischen essenziellen, die in der Regel nur für den Zeitraum Ihres Website-Besuchs, und Tracking-Cookies, die über einen längeren Zeitraum oder auch dauerhaft gespeichert bleiben, zu unterscheiden. Letztere sind noch in First-Party (= 1. Partei auf dem Server der besuchten Website) und Third-Party (= 3. Partei vom Server eines Dritten) zu unterteilen. Etwas aussagekräftiger ist eine zweckbezogene Gruppierung:

A. Unbedingt notwendig (auf der Abbildung grün)

B. Funktional (gelb)

C. Performance / Analyse (orange)

D. Marketing (rot dargestellt)

Zu jeder Gruppe gehören eine Reihe unterschiedlicher Textdateien, deren Namen sich aus einer Kombination von Buchstaben, manchmal mit vorangestelltem Unterstrich (Bezeichnung des Pfads in der Datenbank), zusammensetzen. In vielen Fällen lassen diese Zeichenfolgen kaum Rückschlüsse auf die Funktion zu. Lediglich die Bezeichnung des Ordners, in dem sie sich befinden, gibt einen Anhaltspunkt für deren Ursprung.

Cookies - Gruppen und Datentransfer
Cookies – Gruppen und Datentransfer (Grafik: eb)

A. Unbedingt notwendige Cookies

Die Cookies dieser Gruppe finden sich auf jeder Website und mittels Ihrer IP-Adresse werden Hinweise über Ihren Besuch einer bestimmten Website in Ihrem Browser abgelegt. Allen gemeinsam ist, dass die Kommunikation nur zwischen dem Server der von Ihnen aufgerufene Website und Ihrem Browser stattfindet.

  • Für den Betrieb technisch erforderliche: Dieses Cookie ermöglicht überhaupt erst, dass eine Übermittlung aller Inhalte und Funktionen der Website an Ihren Browser und somit an Ihr Gerät stattfindet.
  • Wiedererkennung: Es merkt sich Ihren Besuch (Session/=Sitzungs-Cookies) und sorgt für einen schnelleren Aufbau dieser Website bei einem erneuten Besuch.
  • Lastenverteilung auf dem Server: Durch das sogenannte Load-Balancing wird eine kürze/bessere Ladezeit der Website erreicht.
  • Sicherheit der Website: Das Cookie dient der Erkennung von Betrugsversuchen und idealerweise auch deren abwehren.
  • Sicherheit der Nutzer: Es schützt die von Ihnen auf der Website eingegeben Daten und soll Brute-Force-Angriffe (z. B. das Knacken von Passwörtern durch wiederholte Eingabeversuche von Passwort-Varianten) verhindern.
  • Cookie-Hinweis: Sobald Sie beim Cookie-Hinweis in das Setzen aller oder bestimmter Cookies einwilligen bzw. dieses ablehnen, wird Ihre Entscheidung gespeichert.

Manche Websites weisen auch auf das Setzen dieser essenziellen Cookies hin, obwohl sie keiner expliziten Einwilligung bedürfen (s. auch TTDSG). Zwar ist es sowieso nicht vorgesehen oder sinnvoll, sie abzulehnen, dennoch sorgt der Hinweis für ein bisschen mehr Transparenz.

B. Funktionale Cookies

Auch die über diese Textdateien gespeicherten Informationen sind nur auf dem Server der Website bzw. in Ihrem Browser hinterlegt und es gilt das unter A. gesagte. Jedoch dienen sie nicht (nur) der Sicherstellung der Grundfunktionen der Website, sondern eher der Verbesserung des Nutzererlebnisses.

  • Personalisierung: Nachdem Sie sich bei einer mehrsprachigen Website für eine Sprache / ein Land entschieden haben, stellt das Cookie sicher, dass Ihre Einstellung auch beim Seitenwechsel innerhalb der jeweiligen Website erhalten bleibt.
  • Login und Authentifizierung: Es erkennt, dass Sie eingeloggt sind und erinnert sich bei einem erneuten Besuch der Website daran, dass Sie eingeloggt waren, sofern Sie zuvor auf „angemeldet bleiben“ geklickt hatten.
  • Formulare: Wenn Sie ein Formular auf einer Website ausfüllen, speichert es die eingegeben Daten (s. auch C.).
  • Warenkorb: Nachdem Sie ein oder mehrere Produkt(e) ausgewählt haben, stellt es sicher, dass Ihre Auswahl bei einem Seitenwechsel innerhalb der Website nicht verloren geht.
  • Bezahlung: Es speichert die von Ihnen gewählte Zahlungsart, den zu zahlenden Betrag, usw. und ermöglicht somit die Durchführung des Zahlungsvorgangs auch bei einer sofortigen Weiterleitung auf die Website eines Zahlungsdienstes.

Wie bereits bei den notwendigen Cookies erwähnt, bedarf es hier normalerweise keiner speziellen Einwilligung, auch wenn eine Ablehnung theoretisch möglich wäre, ohne die Grundfunktion der meisten Websites nachhaltig einzuschränken.

C. Performance / Analyse Cookies

Anders als der Gruppenname auf den ersten Blick suggeriert, dienen sie nicht der Verbesserung der technischen Leistung (Performance) einer Website, sondern speichern Informationen, um das Nutzererlebnis direkt oder indirekt zu optimieren. Gemeinsam ist ihnen, dass sie dazu unter Umständen personenbezogene Daten erfassen, auch wenn diese verschlüsselt, pseudonymisiert oder anonymisiert übertragen werden.

Formulare: Ihre Angaben bleiben (zeitlich begrenzt) gespeichert. Einerseits ermöglicht dies das automatische Ausfüllen / Ergänzen von Standard-Angaben wie E-Mail-Adresse oder Namen bei der nächste Nutzung. Andererseits ist die Speicherung auch für die Übermittlung Ihres Anliegens/Kommentars und für die Bearbeitung Ihrer Anfrage, das Zusenden eines Newsletters, etc. notwendig.

Analyse: Diese Cookies übertragen die erfassten Daten dauerhaft und speichern sie solange, wie dies in der Programmierung vom Website-Betreiber festgelegt wurde. Die › Auswertung der unten angegebenen Daten hilft dem Website-Betreiber, Inhalte und Funktionen der Website besser auf die Bedürfnisse und Interessen der Website-Besucher abzustimmen.

  • Dauer und Häufigkeit der aufgerufenen Seiten
  • Reihenfolge der besuchten Seiten
  • verwendete Suchbegriffe, die zum Besuch der jeweiligen Seite führten
  • Referrer = über welchen Browser, welche Suchmaschine bzw. von welcher Website Sie auf die aktuell aufgerufene gelangt sind
  • Bewegungen wie Klicks und Scrollen mit der Maus
  • Land, Region und ggf. Ort des erfolgten Zugriffs

Je nach Art des Formulars oder des Analyse-Programms kann die Übertragung nur zwischen Ihrem Gerät und dem Server der Website stattfinden. Dann werden die Daten auch nur dort verarbeitet und gespeichert. Jedoch können auch Drittanbieter involviert sein (s. Abbildung oben). Unabhängig vom Speicherort müssen Sie der Erfassung aktiv zustimmen, sobald Sie die Website aufrufen (s. Cookie-Hinweis) und/oder bevor Sie ein Formular absenden.

D. Marketing Cookies

Sie wurden in der Regel von Drittanbietern gesetzt, die darüber bestimmte Aktionen der Besucher von Websites erfassen und auswerten. Zwar ist dies z. T. auch bei den Analyse-Programmen der Fall, jedoch gibt es zwei bedeutende Unterschiede. Einerseits sind die erfassten Daten meistens nicht vollkommen anonymisiert, es sind also Rückschlüsse auf Ihre Person möglich (und auch gewollt). Andererseits verfolgen (= tracking) diese Cookies Ihre Aktionen unter Umständen auch über die aktuell von Ihnen aufgerufene Website hinaus. Diese, in erster Linie der › Personalisierung von Werbung dienenden Textdateien, haben folgende Funktionen:

  • Messung der Conversion (= Umsetzung): Sie registrieren, ob Sie auf eine Werbeanzeige klicken und das Produkt anschließend kaufen. Daraus ergibt sich, welche Leistung ein Werbebanner erbringt bzw. wie erfolgreich die Werbung ist.
  • Remarketing: Nach dem Besuch von Website 1, auf der ein entsprechendes Cookie gesetzt ist, erscheint beim Besuch von Website 2 Werbung für das Unternehmen 1 oder dessen Produkte.
  • Zielgruppenbildung: Indem z. B. Unternehmen wie Facebook oder Google aus Ihren Daten, die Sie auf diversen Websites hinlassen, ein Profil erstellen, können sie Ihnen später speziell auf Sie zugeschnittene Werbung und Suchergebnisse präsentieren.

Website-Betreiber müssen beim Aufrufen der Website und vor der Aktivierung dieser Cookies für jedes einzelne Ihre Zustimmung / Ablehnung einholen. Auch wenn Sie in den Einstellungen Ihres Browsers den Tracking-Schutz aktiviert haben, greift dieser leider nicht immer zu 100 %.

Was sind Tracking-Cookies?

Viele Websites nutzen (auch) Analyse- und Marketing-Cookies von Drittanbietern. Vor allem die folgenden werden Ihnen immer wieder begegnen:

  • amazon.com: Werbung (amzn_…; ad_id, ad_privacy)
  • bing.com: Werbung (MUID = Microsoft Ads)
  • Cloudflare: CDN (Centent Delivery Network = schnellere Auslieferung der Website)
  • Facebook/meta: Werbung (fr, _fbp)
  • google.com: Analytics – Conversion – Optimize (_ga, _gid, _gat, _dc_gtm_xxx, _gat_gtag_xxx, _gac_xxx; _gcl_au, _gcl_aw; _gaexp, _opt_utmc, _opt_awcid, _opt_awmid, _opt_awgid, _opt_awkid); Google Fonts (je nach Art und Einbindung der Schriften auf der Website); Google Maps; Recaptcha; Translate; YouTube
  • doubleclick.net: Remarketing (test-cookie; -drt_, id, IDE)
  • openx.net: Werbung
  • outbrain.com: Marketing
  • Share This: Teilen-Funktion
  • Soziale Medien: Instagram, LinkedIn, Pinterest, Twitter, etc.
  • vimeo.com: Video-Player
  • YAHOO: Marketing

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Textdateien, die andere Werbeplattformen, Werbe-/Kooperations-Partner, Theme-/Plugin-Entwickler oder sogar die Hosting-Anbieter selbst (insbesondere bei sehr günstigen Shared-Hosting Angeboten) auf Websites einbinden.

Wie viele Cookies pro Website?

Grundsätzlich können auf einer Website beliebig viele Cookies aus allen vier Gruppen gesetzt sein. Während die Anzahl bei den Gruppen A (die Sie auf jeder Website finden) bis C jedoch relativ überschaubar ist, gibt es für solche aus der Gruppe D kaum ein Limit.

Außerdem kommt es bei den Gruppen B bis D maßgeblich darauf an, welche Aufgabe die Website hat (nur Informationen, Verkauf von Produkten, Spiele, etc.) und welche Funktionen sie enthält. Auch die Art der Programmierung der Website spielt eine nicht zu vernachlässigende Rolle, da insbesondere bei vorgefertigten Layouts unter Umständen im Hintergrund auch Cookies für Funkionen eingefügt sind, die auf der fertigen Website gar nicht aktiv genutzt bzw. für die Besucher nicht erkennbar sind.

So sollten Cookies aus der Gruppe B normalerweise nur vorhanden sein, wenn die Website z. B. mehrsprachig angelegt ist, Sie sich einloggen können, die Möglichkeit zur Bestellung von Waren plus Bezahlung haben oder Kontakt mittels eines Formulars aufnehmen können. Andersherum gesagt, wenn Sie eine reine Informations-Website besuchen, auf der Sie nichts kaufen können, sollte es auch keine Cookies für die Warenkorb- und Bezahlfunktion geben. Ähnlich verhält es sich mit Gruppe C. Allerdings gibt es einen Unterschied, ob der Betreiber die von einem Formular oder Analyse-Tool erfassten Daten nur auf dem eigenen Server verarbeitet und speichert oder ob die Daten an Server von externen Dienstleistern zur weiteren Verarbeitung übermittelt werden.

Für die Verwendung der unter Umständen recht großen Anzahl von Cookies der Gruppe D gibt es vor allem zwei Gründe. Einerseits möchten die Website-Betreiber beispielsweise durch eine Verknüpfung mit sozialen Medien mehr potentielle Besucher ansprechen/erreichen und so auf ihr Angebot aufmerksam machen. Andererseits müssen die Betreiber ihre Website auch finanzieren bzw. Geld verdienen, was sie entweder über Abonnements (schwierig – Geiz ist geil), über Werbeanzeigen (Ads) und/oder Partner (Affiliate)-Links versuchen.

Welche gesetzlichen Regelungen gibt es?

So viel vorweg: Cookies sind erlaubt. Die Frage ist nur, ob alle wirklich notwendig sind, zu welchem Zweck sie einsetzt werden und ob darüber ausreichend informiert wird. Da jede der kleinen Textdateien dazu dient, Daten zu speichern, kommen natürlich auch hier die Regelungen für den Datenschutz ins Spiel. Stichworte in diesem Zusammenhang sind

  • DSGVO (Datenschutzgrundverordnung)
  • e-Privacy-Verordnung (soll voraussichtlich im Laufe des Jahres 2022 in Kraft treten)
  • TTDSG (Telekommunikation-Telemedien-Datenschutzgesetz)
  • EU-Cookie-Richtlinie sowie
  • Urteile des EuGHs (Europäischen Gerichtshofs)

DSGVO

Über allem stehen die › allgemeinen Grundsätze der DSGVO für die Verarbeitung personenbezogener Daten (Art. 5), die auch auf viele Cookies zutreffen.

(1) Personenbezogene Daten müssen

a) auf rechtmäßige Weise, nach Treu und Glauben und in einer für die betroffene Person nachvollziehbaren Weise verarbeitet werden („Rechtmäßigkeit, Verarbeitung nach Treu und Glauben, Transparenz“);

b) für festgelegte, eindeutige und legitime Zwecke erhoben werden und dürfen nicht in einer mit diesen Zwecken nicht zu vereinbarenden Weise weiterverarbeitet werden […] („Zweckbindung“);

c) dem Zweck angemessen und erheblich sowie auf das für die Zwecke der Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein („Datenminimierung“);

e) in einer Form gespeichert werden, die die Identifizierung der betroffenen Personen nur so lange ermöglicht, wie es für die Zwecke, für die sie verarbeitet werden, erforderlich ist […] („Speicherbegrenzung“);

f) in einer Weise verarbeitet werden, die eine angemessene Sicherheit der personenbezogenen Daten gewährleistet, einschließlich Schutz vor unbefugter oder unrechtmäßiger Verarbeitung und vor unbeabsichtigtem Verlust, unbeabsichtigter Zerstörung oder unbeabsichtigter Schädigung durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen („Integrität und Vertraulichkeit“).

Infolgedessen muss in der Datenschutzerklärung der Website über die Verwendung von Cookies sowie insbesondere die Datenübertragung an Dritte und deren Rechtsgrundlage (Zweck sowie berechtigtes Interesse des Website-Betreibers) aufgeklärt werden.

TTDSG

Das am 01.12.2022 in Kraft getretene Gesetz schreibt vor, dass Website-Betreiber, wenn sie Cookies setzen möchten, eine echte und informierte Einwilligung benötigen. Somit ist ein Cookie-Hinweis Pflicht. Ausgenommen hiervon sind nur technisch zwingend notwendige Cookies (Gruppe A) sowie solche, die ausschließlich der Übertragung von Nachrichten über ein öffentliches Telekommunikationsnetz dienen.

Nach dieser von den einzelnen Ländern der EU umzusetzenden Richtlinie sowie gemäß mehrerer Urteile des BGHs (Bundesgerichtshofs) ist eine Einwilligung (Opt-in) zum Erheben und Speichern von Daten erforderlich. Selbstverständlich darf vor der Zustimmung der Website-Besucher noch keine Datenübertragung stattfinden.

EuGH

Der EuGH hat sich 2020 mit der Gestaltung des Cookie-Hinweises beschäftigt und entschieden, dass eine vorangekreuzte Checkbox oder ein einfacher Banner ohne die Möglichkeit einer aktiven Zustimmung nicht gesetzeskonform sind.

Strenggenommen gibt es keine generelle Vorschrift für die Gestaltung, den Wortlaut und die Platzierung der Hinweise. Sobald Sie jedoch zustimmungspflichtige und/oder Drittanbieter-Cookies auf Ihrer Website einsetzen, sieht das etwas anders aus. Dann muss der Hinweis so auf Ihrer Website angezeigt werden, dass die Besucher ihn nicht mehr ignorieren können.

Das bedeutet, dass Sie die Besucher direkt beim Aufrufen Ihrer Website detailliert über den Zweck, die Art der Daten und wohin sie übertragen werden informieren müssen. Selbstverständlich gehört dazu auch die Möglichkeit, der Datenerfassung zuzustimmen bzw. alle oder einzelne Cookies abzulehnen. Erst wenn die Besucher aktiv geworden sind, dürfen sie uneingeschränkten Zugriff auf die Inhalte der Website erlangen.

Prinzipiell sind vier Arten der Umsetzung denkbar, die jedoch, je nach Art der gesetzten Cookies, rechtlich unterschiedlich zu bewerten sind.

Datenschutzerklärung

Zu jeder Website gehört eine Datenschutzerklärung, in der Sie auch über die Verwendung von Cookies aufklären und auf die Möglichkeit(en) einer Ablehnung hinweisen müssen. Dies gilt auch, wenn Sie nur technisch notwendige einsetzen, die eigentlich nicht abgelehnt werden können/sollten und keiner speziellen Zustimmung bedürfen. Bei der Verwendung aller anderen Arten reicht der alleinige Hinweis in der Datenschutzerklärung jedoch nicht aus.

Manche größere Unternehmen haben zusätzlich eine eigene, über den Browser direkt aufrufbare Seite veröffentlicht, auf der sie alle Details zu den von ihnen gesetzten Cookies erläutern (Beispiel: › DA direkt). Das ersetzt ebenfalls nicht das Consent-Tool direkt vor dem Inhalt der Website.

Diese Lösung ist (noch) auf vielen Websites zu finden. Der Hinweis erscheint meistens ober- / unterhalb des Inhalts oder in einer der unteren Ecken der Website. Hinsichtlich der Gestaltung gibt es vor allem folgende Varianten:

  • Eine Kurzinfo mit einem „x“ zum Ausblenden des Hinweises,
  • manchmal ergänzt durch einen Link zur Datenschutzerklärung.
  • Eine etwas ausführlichere Erläuterung mit einem „Akzeptieren“-Button und/oder
  • mit einem Link zur Datenschutzerklärung und zwei gleichwertig dargestellten Buttons für „Akzeptieren“ und „Ablehnen“ sowie
  • einer zusätzlichen Möglichkeit, die getroffene Entscheidung rückgängig zu machen.

Die beiden ersten Varianten sind nutzlos. Wenn Sie außer den technisch notwendigen und solchen, die nicht zustimmungspflichtig sind (Gruppe A und ggf. B), keine anderen Cookies verwenden, könnten Sie zur dritten bzw. vierten Variante greifen. Hiermit zeigen Sie Transparenz, weisen ausdrücklich auf Ihre Datenschutzerklärung hin und geben den Besuchern die Möglichkeit, funktionale Cookies abzulehnen. Mehr aber auch nicht. Zwingend notwendig ist der Hinweis in diesem Fall derzeit jedoch nicht.

Cookies - Consent Tool
Cookies – Consent Tool (Screenshot: KLACK / eb)

Sobald Sie auch nur ein Cookie aus den Gruppen C und/oder D einsetzen, kommen Sie um ein umfangreicheres, meistens kostenpflichtiges Einwillungswerkzeug nicht mehr herum. Nur dieses ermöglicht es, alle Cookies mit den notwendigen Details aufzulisten. So können sich die Besucher über den Namen des Drittanbieters sowie den Zweck, bei manchen auch über die Speicherdauer, ausführlich informieren.

Außerdem verfügen diese Consent Tools nicht nur über je einen „Akzeptieren“ und „Ablehnen“ -Button, sondern mittels eines Hakens oder Schalters können die Besucher Ihrer Website für jede einzelne Gruppe und jeden einzelnen Cookie entscheiden, ob sie die Datenerfassung zulassen wollen oder nicht. Das ist momentan der rechtlich sicherste Weg. Leider gibt es aber auch bei dieser Lösung nicht wenige Websites, die sich wieder in die rechtliche Grauzone begeben.

So ist der „Zustimmen“ -Button farblich deutlich hervorgehoben, während der zum Anpassen der Einstellungen recht unscheinbar gestaltet ist. Damit wollen die Betreiber erreichen (und tun es meistens auch), dass die Besucher automatisch auf den auffälligeren Button klicken, ohne sich zu informieren oder etwas an den Einstellungen zu ändern. Besonders kritisch wird diese Vorgehensweise, wenn die Schalter bei allen Cookies bereits auf „zulassen“ voreingestellt bzw. die Haken jeweils schon gesetzt sind. Dann erfüllt das Werkzeug nicht mehr die Aufgabe, für die es eigentlich gedacht ist, nämlich für Transparenz zu sorgen und die Besucher entscheiden zu lassen, was mit Ihren Daten passiert.

Am Ende stehen und fallen alle Lösungen mit der Seriosität und Vertrauenswürdigkeit der Website-Betreiber. Eine Garantie, dass die Angaben korrekt und vollständig sind und bei einer Ablehnung tatsächlich kein Tracking stattfindet, gibt es nicht.

Cookies - Paywall
Cookies – Paywall (Screenshot: FAZ.NET / eb)

Paywalls

Eher kritisch sind die sogenannten Bezahlschranken, die Sie anstelle eines Consent Tools auf einigen Websites, vor allem von Presse-Verlagen finden. Einerseits ist auch hierbei normalerweise der „Einverstanden“ -Button deutlich hervorgehoben, während der Zugriff auf die Detailinformationen und die Ablehnungsoption(en) durch die Gestaltung mittels in einen Text eingebauter Links und/oder unscheinbarer Buttons und Aufklappmenüs erschwert ist.

Andererseits kommt hinzu, dass Sie sich zwar informieren und theoretisch die Einstellungen auch anpassen können, Ihnen der Zugang zum Inhalt jedoch verwehrt wird, sobald Sie auch nur ein Cookie abwählen. Somit sind Zweifel an der Freiwilligkeit der Zustimmung berechtigt, da der Abschluss eines Abonnements in der Realität die einzige Alternative zum ungehemmten Tracking ist.

Die niedersächsische Datenschutzbehörde ist jedoch der Auffassung, dass nicht gegen das Prinzip der Freiwilligkeit verstoßen wird, wenn es sich um eine › angemessene Bezahlung handelt. Wobei sich dann die Frage stellt, was angemessen ist. Die Kosten eines Abonnements oder für die „Freischaltung“ eines Beitrags dürften somit nicht die Höhe der durch Werbung erzielbaren Einnahmen übersteigen. Doch wie sollen Website-Besucher dies beurteilen können?

Wann ist Tracking besonders problematisch?

Besonders Google ist als Datensammler bekannt und nicht nur das. Einerseits verknüpft Google gesammelte Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander, um daraus Profile zu erstellen oder mit den Daten anderweitig Geld zu verdienen. Andererseits ist die Aufklärung darüber, um welche Daten es sich im einzelnen überhaupt handelt, mehr als vage und weder für Website-Betreiber noch für die Besucher einer Website nachvollziehbar. Dasselbe gilt für Facebook, wenn ein von Facebook selbst zur Verfügung gestellter Code in die Programmierung der Website eingefügt wird. Darüber hinaus findet immer auch ein Datentransfer in die USA statt, wofür es derzeit keine gültige Rechtsgrundlage gibt.

Dessen ungeachtet werden Dienste wie Google Fonts, – Maps, -Ads, -Adsense, -Tag Manager, YouTube-Videos und nicht zuletzt Google Analytics auf zahlreichen deutschen und EU-Websites eingesetzt. Dabei ist noch nicht endgültig geklärt, ob das nach der derzeitigen Rechtssprechung überhaupt datenschutz-konform möglich ist. So hat die österreichische Datenschutzbehörde im Januar 2022 entschieden, dass die Verwendung von › Google Analytics auf österreichischen Websites gegen die EU-DSGVO verstößt, also rechtswidrig ist.

Zwar gilt das Urteil nicht automatisch auch für deutsche Websites, aber in ihrer Begründung schließt sich die Behörde der Bewertung des EuGHs an. Somit ist damit zu rechnen, dass diesbezüglich die noch ausstehende Entscheidung in Deutschland und anderen EU-Ländern ähnlich ausfallen wird.

Welche Folgen hat das für Google Analytics?

Die Konsequenz aus dem oben gesagten kann nur sein, dass Sie auf den Einsatz von Google Analytics ganz verzichten. Stattdessen stehen Ihnen alternative Angebote von Unternehmen mit Sitz in der EU oder das Matomo Analyse Tool, das Sie selbst auf dem Server Ihrer Website hosten, zur Verfügung.

Falls Sie aber meinen, dass Ihre Website ohne die Nutzung von Google-Diensten nicht existieren kann, sollten Sie unbedingt die im Folgenden aufgeführten Maßnahmen ergreifen. Und selbst dann muss Ihnen bewusst sein, dass Sie sich in einer rechtlichen Grauzone mit dem Risiko jederzeit abgemahnt werden zu können, bewegen.

  • Ohne Einwilligung der Website-Besucher geht gar nichts. Diese Einwilligung muss über ein Consent Tool (s. o.) erfolgen. Ein einfacher Cookie-Hinweis/-Banner reicht nicht aus!
  • Sie müssen mit Google einen Auftragsdatenverarbeitsvertrag (AV-Vertrag) abschließen, in dem Google zusichert, Ihre Daten DSGVO-konform zu verarbeiten. Aber auch ein solcher Vertrag ist rechtlich höchst umstritten.
  • Die IP-Adressen müssen anonymisiert werden, wozu Sie den Standard-Code von Google entsprechend ergänzen müssen.
  • Außerdem muss ein zusätzlicher Code in die Programmierung Ihrer Website einfügt werden, der sicherstellt, dass nicht bereits Daten erfasst werden, bevor die Besucher dem zugestimmt haben.
  • In Ihre Datenschutzerklärung muss eine ausführliche Erläuterung zu Google Analytics mit einem Widerspruchshinweis (inklusive Opt-out-Cookie) eingefügt werden.
  • Darüber hinaus müssen Sie alle bisher erfassten Daten löschen, indem Sie das alte Konto schließen und ein neues anlegen.

(Quelle der Angaben zu den rechtlichen Vorgaben: › eRecht24)

Vor allem für Betreiber kleinerer Websites und insbesondere wenn diese Shared Hosting und vorgefertigte Website-Themes nutzen, dürften diese Vorgaben kaum umsetzbar sein. Einerseits haben sie häufig keinen Zugriff auf die Programmdateien ihrer Website oder kein Recht diese zu bearbeiten. Andererseits mangelt es vielen auch an den notwendigen Programmierkenntnissen. Bleibt nur, sich mit dem Hoster in Verbindung zu setzen.

Ähnliches gilt auch für die beliebten Schriften von Google. Diese › Google Web Fonts dürfen Sie auf Ihrer Website nur verwenden, wenn Sie sie selbst auf dem Server Ihrer Website installiert haben. Dies ist leider meistens nicht nur auf von „Laien“ erstellten Websites nicht der Fall. Diesbezüglich ist auch eine Ablehnung über ein Consent Tool keine echte Option, da die Schrift normalerweise bereits geladen und die Verbindung zu einem Server von Google hergestellt wurde, bevor der Hinweis überhaupt sichtbar ist.

Gerade bei günstigen Hosting-Paketen zeigen die Anbieter jedoch oft wenig Bereitschaft, aktiv zu werden. Hinzu kommt, dass der Hoster unter Umständen selbst Google Dienste auf Ihrer Website einsetzt, unter anderem um auf diesem Weg (zusätzlich) Geld zu verdienen. Infolgedessen müssten Sie mit ihm sprechen und ggf. den Anbieter / Vertrag wechseln, denn letzten Endes haften immer Sie als Betreiber der Website für Verstöße, nicht Ihr Hoster und auch nicht Google.

Welche Cookies setzt eine Website?

Um herauszufinden, welche Cookies auf einer Website gesetzt sind, gibt es mehrere Wege. Während die ersten drei allen offen stehen, eignet sich der 4. Weg nur für diejenigen, die selbst die Website betreiben und verwalten.

Sobald Sie eine Website aufrufen, erscheint bei den meisten inzwischen ein mehr oder weniger ausführlicher Cookie-Hinweis. Außerdem können/sollten Sie einen Blick in die jeweilige Datenschutzerklärung werfen.

Seien Sie misstrauisch
… wenn eine Website vorgibt, gar keine Cookies zu verwenden und (auch) in der Datenschutzerklärung noch nicht einmal über die technisch notwendigen aufklärt. Der Betreiber spielt nicht mit offenen Karten.

2. Angaben im Browser

Nach dem Aufrufen einer Website haben Sie die Möglichkeit, auf entsprechende Informationen in Ihrem Browser zuzugreifen. Hierzu

  1. klicken Sie auf das Schloss vor der URL der Website und
  2. es öffnet sich ein Drop-down-Menü.
  3. Dort finden Sie den Punkt Cookies mit einer Angabe der Anzahl.
  4. Klicken Sie darauf –
  5. ein neues Fenster öffnet sich.

Insbesondere wenn Sie den Tracking-Schutz aktiviert haben, was Sie tun sollten, sehen Sie nun eine Unterteilung in Zugelassen und Blockiert. In der ersten sowie ggf. in der zweiten Spalte finden Sie nun eine Ordner-Liste, die Auskunft darüber gibt, auf welchem Server die Cookies gespeichert sind bzw. welchen Ursprung sie haben. Wenn Sie auf einen Ordner klicken, erscheint die Anzahl und die Bezeichnung der Textdateien.

Bei den zugelassenen handelt es sich normalerweise um solche der Gruppen A und B, die unproblematisch sind und auf dem Server der Website und in Ihrem Browser gespeichert sind. Interessanter sind die blockierten, da es sich hierbei in der Regel um Drittanbieter-Cookies handelt, die die erfassten Daten an Server außerhalb der aktuellen Website bzw. der EU übermittteln.

Cookies - Übersicht im Browser
Cookies – Übersicht im Browser (Screenshot: Opera / eb)

3. Entwickler-Werkzeuge

Darüber hinaus finden Sie in Ihrem Browser eine weitere Informationsquelle. Sobald Sie eine Website geöffnet haben, suchen Sie in der Task-Leiste oder in einem speziellen Menü in der Seitenleiste Ihres Browser nach den Entwickler-Werkzeugen. Nachdem Sie darauf geklickt haben, öffnet sich im Browser ein zusätzliches Fenster rechts oder unterhalb der Website.

Wählen Sie nun den Menüpunkt Quellcode bzw. Sources aus und schauen Sie sich die Liste an. Falls dort hinter einem Wolken-Symbol Domains aufgeführt sind, die nicht der der Website entsprechen, können Sie davon ausgehen, dass eine Verknüpfung zu Drittanbietern, eventuell auch außerhalb der EU besteht. Dementsprechend könnten Daten dorthin übertragen werden, selbst wenn sie nicht im Cookie-Hinweis oder in der Datenschutzerklärung genannt sind.

4. Hosting, Theme und Plugins

Falls Sie selbst eine Website betreiben und gestalten, sollten Sie bei der Wahl des Hostings und der Programmierung auch an Cookies denken. So ist es nicht selten, dass von den jeweiligen Anbietern bereits entsprechende Textdateien eingebaut sind, ohne das Ihnen dies bewusst ist. Gerade bei der Verwendung eines vorgefertigten Website-Themes, eines Page Builders und eines vom Hoster eingesetzten CDNs kann es passieren, dass ein Datentransfer zu Drittanbietern stattfindet, Sie darüber aber nicht explizit aufgeklärt werden.

Demzufolge würden Sie einen unvollständigen Cookie-Hinweis erstellen und Daten übertragen (lassen), ohne dass die Besucher Ihrer Website davon Kenntnis hätten und es ablehnen könnten.

Informieren Sie sich
… über die Anbieter in deren Hosting-Paket-Beschreibungen, AGB und Datenschutzerklärungen. Lesen Sie die Informationen über die Funktionsweise von Plugins sowie einen eventuellen Datentransfer auf externe Server und prüfen Sie die Optionen, die Ihr Theme mitbringt, bevor Sie etwas installieren und nutzen. Insbesondere vorgefertigte Themes sind für den internationalen Markt gemacht und enthalten unter Umständen Funktionen, die Sie in der EU gar nicht oder zumindest nicht ohne Anpassung verwenden dürfen.

Wie lange bleiben Cookies gespeichert?

Die Dauer der Datenspeicherung hängt in erster Linie von der Art / dem Zweck der Cookies ab. So werden die meisten technisch zwingend erforderlichen (Gruppe A) gelöscht, sobald Sie die Website wieder verlassen. Solche der Gruppe B gehören wie die der Gruppen C und D zu den permanenten Cookies. Das bedeutet, dass die Daten über einen vom Website-Betreiber oder Drittanbieter festgelegten Zeitraum gespeichert bleiben. Bei manchen sind das nur wenige Minuten, bei anderen können es einige Stunden, Tage, Monate bis hin zu mehreren Jahren sein. Auch die Angabe eines bestimmten Ablaufdatums ist möglich.

Sobald der festgelegte Zeitpunkt erreicht ist, verschwinden die Cookies von selbst. Natürlich können Sie auch bei permanenten Cookies solange warten. Wenn Sie jedoch häufig auf unterschiedlichen Websites surfen, von denen Sie manche nur ein Mal besuchen, ist eine dauerhafte Speicherung wenig sinnvoll.

Cookies - Tracking verhindern
Cookies – Tracking verhindern (Screenshot: Opera / eb)

Die Speicherung der Textdateien im Browser lässt sich nicht komplett verhindern, was bei manchen auch nicht sinnvoll wäre (s. Gruppe A). Allerdings können Sie das Tracking einschränken, in dem Sie einerseits die Cookie-Hinweise tatsächlich dazu nutzen, Ihre Zustimmung zu verweigern und nicht nur schnell auf den erstbesten Button klicken.

Andererseits haben Sie bei den meisten Browsern inzwischen die Möglichkeit, die Einstellungen anzupassen, um das Tracking von vorne herein zu verhindern oder zumindest die meisten dieser Cookies zu blockieren. Hierzu gehen Sie in die Einstellungen Ihres Browsers und öffnen den Bereich Sicherheit und Datenschutz. Anschließend klicken Sie auf

  1. Cookies und andere Websitedaten und
  2. aktivieren die von Ihnen gewünschten Optionen.

Dieses Verfahren funktioniert im Safari-, Firefox- und Opera-Browser bereits recht gut. Google Chrome hinkt diesbezüglich noch etwas hinterher, was vor dem Hintergrund, dass Google in erster Linie mit auf Tracking basierender Werbung sein Geld verdient, nicht allzu sehr verwundert. Jedoch bewegt sich auch dort etwas und das Unternehmen will in Zukunft nur Cookies an Websites senden, die eine SameSite-Info in ihre eigenen Codes einfügen. Langfristig sollen so alle Websites gänzlich › auf Third-Party-Cookies verzichten.

SameSite Info

… auch SameSite Attribut genannt, ist ein Code-Schnipsel, der in die Programmierung einer Website eingefügt wird. Hierüber kann der Programmierer festlegen, ob der Transfer nur auf die aktuelle Domain bezogen ist (= strict), der Cookie auch bei einer Weiterleitung von einer anderen auf diese Website (= lax) gesendet wird oder ob ein Tracking über mehrere Websites hinweg möglich sein soll (= none). Erkennt der Browser keine entsprechende Information, behandelt er die Website so, als ob SameSite=lax definiert wäre. Voraussetzung für dieses Verfahrens ist, dass die Website verschlüsselt (https) ist. Falls dem nicht so ist, werden voraussichtlich in absehbarer Zeit Drittanbieter-Cookies nicht mehr funktionieren, was bei Website-Betreibern, die Ihre Einnahmen über Werbung generieren, zu Einbußen führen würde.

Wie können Sie Cookies löschen?

Um die kleinen Textdateien los zu werden, haben Sie wieder zwei Möglichkeiten. Entweder Sie legen in den Einstellungen Ihres Browsers fest, dass bei dessen Schließen sofort alle Cookies verschwinden. Oder Sie entfernen sie zu einem von Ihnen gewünschten Zeitpunkt, indem Sie in Ihrem Browser den Verlauf bzw. die Chronik (die weiteren Schritte oder Bezeichnungen können je nach Browser etwas variieren) aufrufen:

  1. Kompletten Verlauf zeigen
  2. Browserdaten löschen
  3. Zeitraum auswählen: Letzte Stunde, 24 Stunden, 7 Tage, 4 Wochen oder Gesamte Zeit
  4. Haken setzen bei: Cookies und andere Website-Daten sowie
  5. evtl. auch bei Browserverlauf und/oder Bilder und Dateien im Cache
  6. Daten löschen

Einerseits dürften nun alle im Browser gespeicherten Cookies verschwunden sein. Andererseits müssen Sie sich jetzt bei allen Diensten / Websites erneut anmelden, da diese natürlich auch auf die gespeicherten Login-Daten nicht mehr zugreifen können.

Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass Sie so zwar die in Ihrem Browser gespeicherten Informationen löschen, nicht aber alle Daten, die auf dem Server der Website sowie auf Servern von Drittanbietern liegen. Um diese verschwinden zu lassen, müssten Sie die jeweiligen Betreiber / Datensammler direkt kontaktieren, was je nach Unternehmen nicht ganz einfach ist und nicht immer zum gewünschten Erfolg führt.

Sind Cookies gefährlich …

oder eigentlich ganz harmlose Kekskrümel und einfach nur lästig? Die Antwort lautet – es kommt darauf an. Wirklich gefährlich in dem Sinne, dass es sich um Schadsoftware, Viren oder ähnliches handelt, sind sie nicht. Auch ist bisher noch kein Fall bekannt geworden, dass sie zu deren Verbreitung beigetragen hätten. Somit liegt die „Gefahr“ eher bei einer Missachtung des Datenschutzes und Ihrer Privatsphäre.

Wenn die kleinen Textdateien zur Speicherung sensibler Daten wie E-Mail-Adressen, Namen, etc. dienen, besteht immer das Risiko, dass sie aufgrund von Programmierfehlern oder Sicherheitslücken von Unbefugten ausgelesen und missbraucht werden können. Besonders kritisch ist dies bei unverschlüsselten Websites, da sie dort schon auf dem Übertragungsweg relativ leicht angreifbar sind.

Lästig ist ein Cookie ebenfalls nicht, denn dessen Vorhandensein fällt Ihnen gewöhnlich während des Besuchs der Website nicht (negativ) auf. Was viele Internet-Nutzer als lästig empfinden, sind die Cookie-Hinweise und Paywalls. Vor allem aufgrund des massiven Trackings mancher Websites, sehen sich die Besucher mit einer kaum noch überschaubaren Menge an Informationen und Optionen konfrontiert. Da sollen Sie sich nun durchklicken oder gar ein Abonnement abschließen, obwohl sie doch nur eine kurze Information zu einem bestimmten Thema lesen wollten.

Ganz harmlos sind die Kekskrümel jedoch auch wieder nicht. Je nach Zweck sammeln sie nicht nur sensible Daten, über deren Verarbeitung Sie keine echte Kontrolle haben. Aus der Verknüpfung Ihrer im Internet hinterlassenen Spuren, können zudem sehr detaillierte Profile erstellt werden. Beispielsweise lassen die Erfassung Ihrer IP-Adresse, Ihres Standorts, der Geräteinformationen, Ihrer Suchanfragen, besuchten Websites, online gekauften Produkte sowie heruntergeladenen Apps/Programme und anderes mehr Rückschlüsse auf Ihr Geschlecht, Alter, Ihre Interessen und sogar Ihre finanziellen Möglichkeiten zu. All diese Informationen sind Gold wert – nicht nur wenn sie in falsche Hände geraten.

Grundsätzliche Tipps
1. Klicken Sie die Cookie-Hinweise / Consent Tools nicht einfach nur weg, sondern sehen Sie sich die Liste(n) an.
2. Gehen Sie sparsam mit Ihren Daten um und überlegen Sie, welche Informationen Sie von wem und zu welchem Zweck sammeln lassen wollen. Das Argument „Ich habe nichts zu verbergen“ ist hier wirklich fehl am Platze.
3. Misstrauen Sie den Websites insbesondere größerer Unternehmen, wenn Sie dort keinen Hinweis zu den verwendeten Cookies finden. Dass diese tatsächlich überhaupt keine Daten sammeln und auswerten, ist relativ unwahrscheinlich.

Wie sieht die Zukunft aus?

Abgesehen davon, dass eine Website ganz ohne diese kleinen Helfer gar nicht oder zumindest nur sehr eingeschränkt funktionieren würde, haben sie für viele Unternehmen auch noch eine existentielle Bedeutung. Denn der Betrieb einer Website und das dafür notwendige „Personal“ müssen bezahlt und im Idealfall soll auch noch ein gewisser Gewinn erzielt werden. Wie viele und welche Tracking-Cookies dafür wirklich erforderlich sind, sei einmal dahin gestellt.

Viele Websites werden deshalb auf ein wie auch immer gestaltetes Tracking kaum verzichten (wollen). Die Frage ist somit, ob und wie eine transparentere, datenschutz-konforme und letztendlich auch „Website-Besucher-freundliche“ Umsetzung möglich ist. Diesbezüglich sind bereits mehrere Modelle in der Diskussion.

Auf interne Lösungen setzen

Im Grunde geht es darum, Drittanbieter-Cookies durch First-Party-Cookies zu ersetzen. Das bedeutet, dass die Verarbeitung nicht mehr auf externen Servern, sondern auf dem der Website stattfindet. Ein Ansatz sind die Paywalls oder Plus-Artikel, die schon auf einigen Websites zu finden sind (s. o.). Des Weiteren wäre ein Touch-Modell denkbar, bei dem den Besuchern mittels des Angebots von Zusatz-Diensten wie Gewinnspielen o. ä. ein Anreiz zur Zustimmung geboten wird. Jedoch sind beide Ansätze rechtlich noch umstritten.

Eine weitere Option wäre ein Log-in-Modell, bei dem die Website-Besucher sich nur ein Mal registrieren und so Ihre Einwilligung erteilen. Zumindest würde ihnen das die immer wiederkehrenden Interaktionen mit den Consent-Tools ersparen.
(Quelle: › ONLINE MARKETING.DE)

Lösungen von Google

Als einer der größten Datensammler und wahrscheinlich auch wegen immer wiederkehrender Konflikte mit den EU-Datenschutzbehörden arbeitet auch Google an neuen Tracking-Modellen. Eines davon ist der oben beschriebene SameSite Info-Ansatz sowie die Privacy Sandbox. Diesbezüglich äußerte der Google-Manager David Temkin im Unternehmens-Blog, dass Google aus dem Geschäft mit Third-Party-Cookies aussteigen wolle und es das Ziel des Konzerns sei, mit seinem Anzeigengeschäft die Finanzierung des „offenen Internets“ weiter sicherzustellen.

„Heute stellen wir explizit klar, dass wir nicht planen, alternative Identifikationslösungen aufzubauen, die dazu genutzt werden können, individuelle Nutzer quer durch das Netz zu tracken, sobald die Third Party Cookies verschwunden sind.“ … „Wir werden solche Identifikationslösungen auch nicht in unseren eigenen Werbeprodukten verwenden.“

Quelle: › HEISE online

Als Teil der Privacy Sandbox testet Google › FLoC (Federated Learning of Cohorts = Vereinigtes Kohortenwissen) – bisher nur in außereuropäischen Ländern. Hierbei werden Internet-Nutzer mit ähnlichen Interessen in Gruppen (Kohorten) zusammengefasst. Jede Gruppe erhält eine eigene ID, auf die Werbetreibende zugreifen können, ohne dadurch Kenntnis über reale Personen zu erhalten. Die Verarbeitung fände nur im Browser des Nutzers statt und würde nicht mit Dritten geteilt.

Doch auch dieses Verfahren ist umstritten. Unter anderem bemängeln Kritiker, dass FLoC noch nicht ausgereift wäre und die Fragen zum trotzdem notwendigen Opt-in und auch die DSGVO-/ePrivacy-Konformität nicht geklärt seien. Des Weiteren haben Duckduckgo, Mozilla sowie WordPress und Amazon schon angekündigt, diese Methode zu blockieren. Infolgedessen würde sich › Werbetreibende noch mehr in die Abhängigkeit von Google und seinem Chrome Browser begeben.

Cookies im Internet – Fazit

Cookies im Internet

Trotz aller guten Wünsche und Ideen wird die Verarbeitung von Daten zu Analyse- und Werbezwecken nicht vollkommen zu verhindern sein. Jedoch müssen Lösungen gefunden werden, die transparent sowie einfach gestaltet sind und bei denen der Schutz der Daten an erster Stelle steht.

Wenn Sie sich die oft langen Listen der Tracking-Cookies ansehen, drängt sich der Gedanke auf, dass es immer mehr werden. Vermutlich trügt jedoch der Schein. Im Unterschied zu „früher“ muss heute nur deutlich darauf hingewiesen werden, während ihr Dasein zuvor vom Website-Besucher weitgehend unbemerkt blieb. Um ganz auf Tracking zu verzichten und trotzdem Einnahmen zu generieren, käme nur ein Bezahl-Modell in Frage. Das wird vor allem aus drei Gründen wenig praktikabel sein.

Die Erwartung, im Internet müssten alle Dienstleistungen kostenlos zur Verfügung gestellt werden, ist sehr weit verbreitet. Offenbar kommt den wenigsten Benutzern der Gedanke, dass sie selbst wohl kaum bereit wären, dauerhaft ohne angemessene Bezahlung zu arbeiten. Warum sollten das Online-Dienstleister dann tun (wollen)? Trotzdem führt die Bitte, die Anbieter von Informationen und Dienstleistungen im Internet freiwillig finanziell zu unterstützen, nur in den seltensten Fällen zum Erfolg.

Automatisch bei jedem Besuch einer Website im Voraus bezahlen zu müssen, würde wohl auch zu lauten Protesten führen. Denn häufig suchen Sie im Internet nach einer bestimmten Information oder einem Produkt. Dazu statten Sie dann mehreren Websites einen kurzen Besuch ab, ohne im Voraus zu wissen, wo Sie am Ende fündig werden. Verständlicherweise wollen Sie dann nicht für jeden, unter Umständen einmaligen Kurzbesuch im Voraus bezahlen, geschweige denn gleich die Website für einen längeren Zeitraum abonnieren.

Außerdem widerspräche es dem Prinzip der Freiheit im Internet, wenn, überspitzt gesagt, nur noch zahlungskräftige Besucher Zugang zu Informationen hätten und alle anderen gezwungen wären, schon für einen kurzen Klick mit Ihren Daten zu bezahlen. Selbst wenn die bisherigen Drittanbieter-Cookies in Zukunft durch First-Party-Cookies oder ein ähnliches Modell ersetzt würden, wäre das alleine wohl auch noch nicht DIE Lösung, die alle Beteiligten zufrieden stellen könnte.

Zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln:
Vor Jahren, als der Datenschutz noch nicht den Stellenwert hatte, den er heute hat, und es kaum Information über das Sammeln von Daten gab, habe ich einmal das von Google über mich angelegte Profil aufgerufen. Wohl weil ich mich überwiegend für IT- oder Technik-Themen interessiert und kaum die bei Frauen beliebten Websites oder Shopping-Portale besucht hatte, stand in meinem Profil „Geschlecht: männlich.“ Soviel zum Thema Tracking und Nutzer-Profil!

Design-Vorlage Beitragsbild: Logos Opera Norway, Google LLC, Mozilla Corporation | › Externe Verlinkungen: Dieser Beitrag enthält keine Affiliate-/Partner-Links.

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