iCloud Daten nur auf Apple-Servern? | Meldung vom 29.04.2019

Aktualisiert: 2019-06-24 (Veröffentlicht: von )

Entgegen der verbreiteten Meinung speichert Apple iCloud Daten nicht nur auf eigenen Servern. In Zukunft will das Unternehmen das ändern.

Warum liegen iCloud Daten nicht nur auf Apple-Servern?

Apple speichert Unmengen an Daten. Einerseits sind dies Apps und Programme im App Store bzw. bei iTunes. Andererseits stellt das Unternehmen natürlich auch die Inhalte von Apple Music, Apple News, Books etc. sowie freien Speicherplatz in der iCloud zur Verfügung. Infolgedessen benötigt Apple enormen Platz in Rechenzentren bzw. muss diesen vorhalten. Da die Daten jederzeit möglichst ohne Verzögerung weltweit zur Verfügung stehen sollen, reicht ein Server dafür nicht aus. Sondern das Unternehmen benötigt neben Rechenzentren in den USA auch zusätzliche in anderen Ländern. Dafür wären/sind immense Investitionen notwendig.

Woher kommen die Datenmengen?

Abgesehen von den internen Unternehmensdaten sowie denen seiner Dienste, kommen natürlich auch noch die der Kunden hinzu. Sobald du Geräte von Apple verwendest, stehst du i. d. R. in Verbindung mit der iCloud. Vor allem speicherst du dort die Backups deiner Geräte. Außerdem synchronisieren die meisten Nutzer Kontakte, E-Mails, ihren Kalender und ihre Fotos über die iCloud. Falls du mit einem Mac arbeitest, kommen auch noch alle Dateien, die du auf deinem Mac sicherst, automatisch dazu. Es sei denn du schaltest diese Automatik aus.

  • Apple (oben links) anklicken
  • Systemeinstellungen öffnen
  • iCloud
  • iCloud Drive
  • Optionen (rechts in derselben Zeile.)
  • Beim Ordner „Schreibtisch“ & „Dokumente“
  • evtl. auch bei anderen „Ordnern“
  • den Haken entfernen
  • Fertig

Wahrscheinlich werden dies die meisten Nutzer nicht tun. Denn gerade die geräteübergreifende Verfügbarkeit der Dateien macht das Apple-System ja so interessant.

Darüber hinaus verwenden viele Apple-Kunden die iCloud – ist ja eh da – auch für die dauerhafte Sicherung anderer privater Dateien. Zumal Apple als US-Unternehmen verglichen mit anderen US-Konzernen in punkto Datenschutz einen recht guten Ruf hat. So versichert Tim Cook, CEO von Apple, immer wieder, wie wichtig seinem Unternehmen der Datenschutz ist. Kurz gesagt, Apple speichert viele u. U. sehr private und vertrauliche Daten.

Wo aber liegen nun die iCloud Daten?

Wenn du beispielsweise etwas in die iCloud hochlädst, nimmst du sicher an, dass Apple deine iCloud Daten auf eigenen Servern ablegt. Das ist bislang aber nicht unbedingt so. Denn Apple mietet für viele Millionen US-Dollar jährlich Speicherplätze auf den Servern anderer US-Konzerne. Allen voran nutzt es die Rechenzentren von AWS (Amazon Web Services). Des weiteren liegen aber auch Daten bei Microsoft (Azure) und Google. Zwar spricht Apple nicht offen darüber, jedoch findest du im Sicherheitsüberblick – iCloud folgenden Hinweis (nur wer liest den schon?):

In einigen Fällen können Ihre iCloud-Daten auf den Servern von Drittanbietern – wie Amazon Web Services oder Google Cloud Platform – gespeichert werden, aber diese Partner haben nicht die Schlüssel, um Ihre auf ihren Servern gespeicherten Daten zu entschlüsseln.

Selbst wenn dem tatsächlich so ist, bleibt wie bei allem, was du „mit anderen teilst“ immer ein Restrisiko. So sind wohl auf Google Servern auch schon einmal Daten verloren gegangen – upps… Ob es sich bei den Dateien nun um besonders sensible Inhalte gehandelt hat oder nicht, sei dahingestellt. Für die Betroffenen ist es in jedem Fall mindestens ärgerlich. Und das Vertrauen in Apple stärkt ein solcher Vorfall auch nicht unbedingt.

Umdenken bei Apple

Vermutlich nicht nur wegen einer Panne wie der oben beschriebenen, sondern auch aus Kostengründen denkt Apple über eine Änderung des Systems nach. Zumindest gehen die Planungen dahin, alle iCloud Daten zukünftig auf eigenen Servern zu sichern. Hierzu bedarf es jedoch eines Ausbaus der Infrastruktur. Das heißt, es müssen neue Rechenzentren gebaut werden. Auch in Europa. Doch so einfach wie es sich liest, ist es leider nicht. So gab und gibt es an den in Europa geplanten Standorten gravierende Probleme.

Zunächst verzögerte sich der Baubeginn des Rechenzentrums in Athenry (Irland) aufgrund von Protesten der Anwohner über Jahre. Nachdem schließlich ein langwieriges Verfahren vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) drohte, gab Apple auf. Zwar wurde mit dem Bau in Viborg (Dänemark) begonnen, jedoch scheint es auch hier Komplikationen zu geben. Jedenfalls ist eine Fertigstellung noch nicht in Sicht. Und was aus dem zweiten Standort in Dänemark nahe der deutschen Grenze wird, ist auch noch unklar.

Folglich werden wohl in den nächsten Jahren weiterhin iCloud Daten nicht nur bei Apple, sondern auch auf „fremden“ Servern gespeichert bleiben.


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