Mehr Transparenz im Onlinehandel | Meldung vom 20.04.2019

Aktualisiert: 2019-06-24 (Veröffentlicht: von )

Zum Schutz der Verbraucher vor Betrug und für mehr Transparenz im Onlinehandel hat das EU-Parlament strengere Regeln beschlossen.

EU-Parlament für mehr Transparenz im Onlinehandel

Das EU-Parlament hat am 17. April 2019 mehrere Gesetzesvorlagen beschlossen, die den Verbraucher besser vor Täuschung schützen sollen. Sowohl Marktplätze wie Amazon als auch Vergleichsportale sollen in Zukunft die Kunden besser aufklären und Betrügereien sollen härtere Strafen nach sich ziehen. Außerdem ist beabsichtigt, europaweit einheitliche Regeln einzuführen.

Aufklärung der Kunden

Die Portale / Händler müssen angeben, ob sie bestimmte Algorithmen benutzen, um Kunden personalisierte Werbung oder Preise zu zeigen. Falls sie nicht darauf hinweisen, wären dies unlautere Geschäftspraktiken und mit irreführender oder aggressiver Werbung gleichzusetzen. Infolgedessen sind die Kunden berechtigt, den Vertrag zu kündigen oder zumindest eine Entschädigung zu erhalten.

Auch hinsichtlich des Rankings sollen die Plattformen transparenter werden. So müssen z. B. Vergleichsportale angeben, wie das Ranking zustande gekommen ist. Warum ist Produkt A weiter oben gelistet als Produkt B. Bisher entsteht beim Verbraucher der Eindruck, dass das beste Produkt bzw. das mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis oben steht. Was jedoch häufig nicht so ist.

Im Gegenteil, an erster Stelle stehen die Produkte, deren Anbieter die höchsten Provisionen an das Portal zahlen. Infolgedessen sagt das Ranking wenig über die wirkliche Qualität des Angebots aus. Somit handelt es sich in den Augen der Parlamentarier und Verbraucherschützer um Werbung. Und diese muss klar als solche gekennzeichnet sein.

Ähnliches trifft auf die Kunden-Bewertungen selbst, z. B. bei Amazon, zu. Auch hier muss eindeutig erkennbar sein, ob tatsächlich „echte Kunden“ diese verfasst haben oder ob ein „Ghostwriter“ sie im Auftrag der Verkäufer geschrieben hat. Falls solche Bewertungen nicht als „gesponsert“ (oder wie auch immer der Hinweis lauten wird) markiert sind, wäre das wiederum ein Täuschung der Verbraucher.

Transparentere Verkaufspraktiken

Einerseits müssen die Plattformen darüber informieren, ob die Käufer ein Produkt bei einem Händler oder einer Privatperson erwerben. Andererseits dürfen die Händler ihre Produkte in Zukunft nicht mehr in unterschiedlichen Qualitäten anbieten. Die Verbraucher haben Anspruch auf die gleiche Produktqualität, unabhängig davon, in welchem EU-Land sie das Produkt bestellen oder kaufen.

Des weiteren sollen neue Regeln für Geschäftsbedingungen, Datenzugang und internes Beschwerde-Management gelten. Zukünftig wäre damit z. B. eine plötzliche und unangekündigte Änderung der Geschäftsbedingungen nicht mehr zulässig.

Wie bei Beschlüssen des EU-Parlaments üblich, müssen zunächst die einzelnen EU-Staaten den neuen Regeln zustimmen. Anschließend haben die Länder dann wieder zwei Jahre Zeit, sie in nationales Recht umzuwandeln.


Das könnte dich auch interessieren

android apple apps bloggen browser cloud dsl-wlan e-mail foto google internetsicherheit ios macOS meldungen messenger microsoft mobilfunk onlinedienste recht seo social updates windows wordpress


Schreibe einen Kommentar