Seit Jahren haben einige öffentliche Verwaltungen auf ihren Computern das Linux Betriebssystem installiert. Nun kehren manche zu Windows von Microsoft zurück. Für Microsoft sicher ein Grund zur Freude.
Lesezeit: ca. 23 Minuten

INHALT
- Ist Windows von Microsoft wieder im Aufwind?
- Ist Windows von Microsoft günstiger als andere?
- Wie hoch sind die Kosten für Einzelnutzer?
- Wie sicher ist Windows von Microsoft?
- Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?
- Wie anwenderfreundlich sind die systeme?
- Kompatibilität
- Was spricht da noch für Windows von Microsoft?
- Windows 10 wird endgültig ausgemustert
- Windows von Microsoft – Office ohne Teams
- Windows von Microsoft – Zusammenfassung
Ist Windows von Microsoft wieder im Aufwind?
Es hat den Anschein, da einige Wechselwillige nun doch wieder auf Windows setzen. Nachdem beispielsweise die Stadt München den Wechsel bereits Ende 2017 beschlossen hatte – siehe auch » München kehrt zu Linux zurück, hat 2018 auch das Land Niedersachsen seinen Abschied von Linux angekündigt. So soll auf ca. 13.000 Landesrechnern zukünftig wieder Windows laufen.
Windows – macOS – Linux – ChromeOS
1981 begann Microsoft mit der Entwicklung eines eigenen Betriebssystems, dass 1985 den Namen Windows – Fenster – erhielt. Wirklich populär wurde das System aber erst ab Windows 95 und 2000. Inzwischen ist das Betriebssystem nicht auf Windows Surface, einer Kombination aus Tablet und Laptop, sondern vor allem auf PCs und Laptops diverser anderer Hersteller vorinstalliert.
Die Version Windows 10 war als Basis-Version zunächst kostenlos. Das hat sich inzwischen geändert. Nach Ablauf einer Probezeit mussten Windows 10 sowie die nachfolgenden Versionen gekauft oder abonniert werden. Inzwischen plant Microsoft, nach und nach alle Anwendungen ähnlich wie bei Chrome OS in die Cloud Microsoft Azure zu verlagern. Dies hätte zur Folge, dass für das Arbeiten mit Windows in jedem Fall eine permanente Internetverbindung notwendig wäre. Darüber hinaus möchte Microsoft ganz auf das Abo-Modell setzen. Per Einmal-Kauf erworbene System-Versionen sollen in Zukunft nicht mehr unterstützt werden, was natürlich wiederum regelmäßig mehr Geld in die Kassen des Unternehmens spülen würde.
Apple experimentierte seit Mitte der 80er Jahre mit verschiedenen Varianten eines eigenen Betriebssystems, aus denen im Jahr 2000 das Mac Operating System X – macOS X – hervorging. Im Gegensatz zu Microsoft entwickelt Apple jedoch sowohl die Hard- als auch die Software. Infolgedessen bezahlst du das System einmalig zusammen mit der Hardware. Bis heute läuft macOS nur auf Geräten von Apple.
Linux ist ein modular aufgebautes Betriebssystem und quelloffen. Genau genommen gibt es nicht das Linux-Betriebssystem, sondern viele unterschiedliche Distributionen auf Basis des Linux-Kernels – Systemkerns. Dabei handelt es sich um Pakete mit aufeinander abgestimmter Software. Dementsprechend installiert der Nutzer das Paket und die Programme, die für seine Aufgaben am geeignetsten sind.
2011 brachten Acer und Samsung die ersten Chromebooks auf den Markt. Chrome OS ist ein Betriebssystem von Google, das auf Linux basiert. Das Herz des Systems ist der Chrome-Browser. Anschließend installierst du alle weiteren Anwendungen aus dem Google Web Store. Da Chrome OS ganz auf den Cloud-Speicher Google Drive setzt, ist eine stabile Internetverbindung Voraussetzung. Denn du kannst nur einige wenige Anwendungen offline verwenden.
Welche Marktanteile haben die Betriebssysteme?
Im Februar 2025 lagen die Marktanteile der Betriebssysteme
weltweit bei
- Windows: 70,62 Prozent
- OS X: 15,74 Prozent
- Linux: 3,81 Prozent
- Chrome OS: 1,81 Prozent
- Andere: 8,02 Prozent
in Deutschland bei
- Windows: 70,72 Prozent
- OS X: 21,19 Prozent
- Linux: 4,59 Prozent
- Chrome OS: 0,06 Prozent
- Andere: 2,89 Prozent
Quelle: › statcounter GlobalStats
Somit liegen in Deutschland die Anteile von Windows von Microsoft in etwa auf dem weltweiten Niveau, die von OS X und Linux jedoch etwas darüber. Bei Betrachtung der Entwicklung der letzten Jahre zeigt sich, dass die Marktanteile von Windows um 1,28 Prozent und von Chrome OS um 0,11 Prozent zurückgegangen sind. Hingegen konnten OS X einen Anstieg um 0,72 Prozent, Linux um 0,09 Prozent und andere um 0,58 Prozent verzeichnen (Quelle: › Dr. Windows).
Aufgrund seiner Limitierungen und seines geringen Marktanteils, habe ich Chrome OS im Folgenden nicht weiter berücksichtigt.
Ist Windows von Microsoft günstiger als andere?
IBM hat 2016 vorgerechnet, dass Apple PCs betriebswirtschaftlich gesehen eindeutig die günstigere Variante sind. So sprächen nur die Anschaffungskosten für die reine Hardware – PCs oder Laptops – für Microsoft, nicht jedoch die Folgekosten. Während der gesamten Nutzungszeit entstehen bei Windows zusätzliche Kosten für
- System-Updates oder Upgrades, die bei Windows nicht immer kostenlos sind
- Vollversionen von Programmen wie Microsoft 365
- Wartung, die bei Windows aufwändiger ist und mehr Personal in den IT-Abteilungen notwendig macht
- Reparaturen und Ersatzbeschaffung, da die Geräte reparaturanfälliger und kurzlebiger sind
- Support, da zwar nur 5 Prozent der Mac-Nutzer Hilfe benötigen, jedoch 40 Prozent der Windows-Nutzer
- Lösung von Problemen vor allem nach Windows-Updates, wodurch wertvolle Arbeitszeit verloren geht beziehungsweise den Mitarbeitern nicht mehr für ihre eigentlichen Aufgaben zur Verfügung steht
Quelle: › MAC LIFE
Hinzu kommt, dass auch bei Microsoft alles teuerer wird. So haben sich die › Kosten des Bundes für Microsoft-Prdukte von 2015 bis 2020 vervierfacht. 2015 zahlte die Bundesverwaltung noch 43,5 Millionen Euro, 2018 fast 73 Millionen Euro und 2019 waren es schon 177,2 Millionen Euro unter anderem für Windows von Microsoft an das Unternehmen. Der Anstieg verlangsamte sich etwas im Jahr 2020. Die Ausgaben nur für Lizenzen und Microsoft-Dienste stiegen nur noch um 1,3 Millionen Euro auf 178,5 Millionen Euro. Hardware- und Reparaturkosten sind dabei nicht berücksichtigt.
Da gerade im öffentlichen Dienst die Kosten ein wesentlicher Faktor sind, ist das Hauptargument für die Nutzung: „Windows von Microsoft ist kostengünstiger als Apple“. Doch allein die Umstellung von Linux auf Windows von Microsoft kostet beispielsweise die Stadt München fast 90 Millionen Euro (Quelle: › Der neue Kämmerer).
Dabei sind allerdings nur die reinen Umstellungs-Ausgaben berücksichtigt. Unternehmen und der öffentliche Dienst müssten aber eigentlich die Wirtschaftlichkeit über mehrere Jahre bedenken. Deshalb stellt sich die Frage, ob Windows von Microsoft auch langfristig günstiger als Linux oder macOS ist.
Zum einen dürften die Zusatzkosten über die Zeit gesehen kaum durch die von Microsoft beim Neueinstieg in die Windows-Welt gewährten Vergünstigungen kompensiert werden. Zum anderen fallen sie bei macOS gar nicht erst in dieser Höhe an.
Linux liegt wirtschaftlich gesehen in etwa zwischen beiden. Zumindest bedarf es mehr Unterstützung der Nutzer durch Fachleute, die Hardware-bezogenen Kosten gleichen jedoch denen bei Windows.
Wie hoch sind die Kosten für Einzelnutzer?
Beim Kauf eines neuen Geräts ist zwar eine Grundversion von Windows 11 vorinstalliert und du kannst die Standard-Programme, je nach Gerätehersteller, bis zu ein Jahr lang kostenlos nutzen. Aber danach musst du ein Abonnement abschließen.
Es gibt bestimmt viele Leser, die nun denken, dass die oben genannten Kosten ja nur Behörden oder Unternehmen betreffen. Doch dass bei privater Verwendung alles billiger ist, als bei der Nutzung durch Behörden oder Unternehmen, ist ein Irrglaube. Zwar gibt es Microsoft 365 oft kostenlos beim Kauf eines Geräts dazu, aber nicht in der Vollversion. Manchmal wirst du schon vor Ablauf des ersten, kostenlosen Jahres feststellen, dass dir zum Beispiel die Grundversion von Outlook nicht ausreicht.
Sind Windows-Geräte billiger?
Die Preisspanne bei Windows-Laptops reicht in etwa von rund 300 Euro bis weit über 2.000 Euro. Für das günstigste Gerät, das kleinste MacBook Air mit der neuesten Ausstattung musst du bei Apple ab 1.199 Euro bezahlen.
Da unterschiedliche Hersteller Windows-Geräte anbieten und selbst bei vergleichbarer Ausstattung die Preise von Hersteller zu Hersteller variieren, ist ein direkter Vergleich der Kosten für die Hardware ist kaum möglich.
Hinzu kommt, dass die Ausstattung und Leistung der Geräte eine wichtige Rolle spielt. Dazu gehören neben der Display-Größe, -Auflösung und Akkulaufzeit auch die Größe des Arbeitsspeichers und Speicherplatzes sowie die Art der Grafikkarte und des Prozessors beziehungsweise Chips. Alle Apple-Modelle spielen bereits in der Oberliga. Du kannst sie folglich nicht mit dem günstigsten Windows-Laptop vergleichen, sondern zahlst bei diesen für eine vergleichbare Leistung eben auch über 1.000 Euro.
Die Preisangaben sind den Websites von Microsoft und Apple entnommen, Stand: März 2025.
Sind systemspezifische Apps kostenlos?
Während sie bei Apple auf allen Geräten mit der Hardware mitgeliefert werden, handelt es sich bei Windows von Microsoft um Apps, die im Microsoft 365-Paket enthalten sind, welches kostenpflichtig ist.
| Microsoft 365 | Apple |
|---|---|
| Word, Excel, Powerpoint, One Note, To Do, Forms, Listen, Planner [1] | Pages, Numbers, Keynote [2] – Notizen, Erinnerungen, Notizzettel, Sprachmemos, TextEdit |
| Outlook, Exchange | Mail, Kontakte, Kalender, Nachrichten-SMS |
| Teams, Share Point, Whiteboard | Facetime, Freeform [2] |
| Designer | Fotos, Photo Booth, Digitale Bilder, Bildschirmfoto |
| Clipchamp | iMovie-Filme und Videos erstellen, Quick-Time-Player, GarageBand-Tonstudio, |
| Edge-Browser | Safari-Browser, Karten, Wetter, Passwörter, Rechner, Lexikon, Schriftsammlung |
| Musik, Podcasts, Bücher und andere mehr | |
| OneDrive 1 TB | iCloud Drive 5 GB [3] |
| KI: Microsoft Copilot | Apple Intelligence [4] |
| Kosten: Single 99,00 Euro pro Jahr | Kostenlos beziehungsweise im Geräte-Preis enthalten |
[1] Die fettgedruckten Apps sind nicht in der Single-Version enthalten und müssen, falls benötigt, zusätzlich gekauft werden. Um Outlook mit Exchange nutzen zu können, musst du ein Business-Paket buchen.
[2] Seit 2026 gibt es auch bei Apple ein Premium-Modell, das Creator-Studio mit zusätzlichen Funktionen zum Preis von 12,99 Euro pro Monat. Du kannst aber die Basis-Apps auch weiterhin kostenlos nutzen.
[3] Erweiterbar auf 50 GB, 200 GB oder 2 TB zum Preis von 0,99 Euro, 2,99 Euro oder 9,99 Euro pro Monat.
[4] Aufgrund von Problemen mit EU-Behörden hat sich die Einführung unter anderem in Deutschland verzögert, soll aber kommen.
Ausgehend von vergleichbar leistungsstarker Hardware ist die Nutzung von Windows von Microsoft unter dem Strich auch für Privatpersonen nicht günstiger als das Arbeiten mit Geräten von Apple. Nur der Cloud-Speicher kann bei Apple Zusatzkosten verursachen. Jedoch werden die meisten Anwender im privaten Bereich eher selten tatsächlich 1 TB Speicherplatz brauchen. Wie auch schon bei den Erläuterungen zum Kostenfaktor bei Unternehmen sind auch hier etwaige Reparaturkosten nicht berücksichtigt, wobei Hard- und Software von Apple im Allgemeinen ausfallsicherer und langlebiger ist.
Wie sicher ist Windows von Microsoft?
Obwohl auch Microsoft in den letzten Jahren etwas sicherheitsbewusster geworden ist, weist Windows von Microsoft immer noch wesentlich mehr Sicherheitslücken auf und ist angreifbarer als macOS oder Linux. Hinzu kommt, dass die monatlichen Patches von Microsoft zwar Sicherheitslücken stopfen und Fehler beheben, aber nicht selten zum Teil gravierende Funktions- oder Performance-Probleme verursachen.
Deshalb gibt es nicht wenige Nutzer, die viele Patches gar nicht erst installieren. Außerdem ist der Windows Defender als einziger Schutz nicht ausreichend. Es muss also zusätzlich in unter Umständen teure Sicherheits-Software investiert werden – wiederum ein Kostenfaktor.
Mit zunehmender Digitalisierung wird die Sicherheit der Systeme jedoch immer wichtiger. Da Windows von Microsoft am weitesten verbreitet ist, ist es auch für Cyberangriffe wesentlich interessanter als die beiden anderen Systeme – siehe auch meinen Beitrag Unsichtbare Trojaner | Bedrohung und Auswirkungen 2024. Zudem behandelte Microsoft die Sicherheit seines Systems lange Zeit recht stiefmütterlich, was Hackern in die Hände spielt.
Bei macOS ist die Installation eines zusätzlichen Sicherheits-Pakets nicht unbedingt notwendig. Denn die bereits vorinstallierte Software bietet in der Regel einen ausreichenden Schutz, sofern die Sicherheitsfunktionen auch aktiviert werden. Sie arbeitet zuverlässig und erhält regelmäßig, unter Umständen auch recht kurzfristig, Sicherheits-Updates. Nur wenige Nutzer arbeiten mit so hoch sensiblen Daten, dass eventuell eine erweiterte Sicherheits-Suite erforderlich wäre.
Auch wenn bei Linux inzwischen die eine oder andere Sicherheitslücke entdeckt wurde, kann es immer noch als das sicherste der Systeme angesehen werden.
Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?
Zumindest was die Standard-Anwendungen der beiden Unternehmen betrifft, sammelt Windows von Microsoft mehr Daten als Apple.
Grundsätzlich besteht sowohl bei der Verwendung von Windows von Microsoft als auch bei der Software von Apple sowie den jeweiligen Cloud-Diensten jedoch dasselbe Problem. Beide sind US-Unternehmen. Microsoft hat Niederlassungen und Serverstandorte unter anderem auch in Deutschland und Apple einen Sitz in Irland sowie Server-Standorte in der EU. Maßgeblich ist jedoch der Hauptsitz. Als US-Unternehmen versichern zwar beide, die Vorschriften der EU-DSGVO einzuhalten, dennoch unterliegen sie vorrangig dem US-Recht und somit dem Cloud Act. Zumindest den Zugriff auf Daten aus der EU durch US-Behörden können sie nicht hundertprozentig verhindern.
Apple gibt an, den Datenschutz im Vergleich zu anderen besonders ernst zu nehmen. Um herauszufinden, wie neugierig die beiden Unternehmen tatsächlich sind, habe ich die Angaben zum Datenschutz für Word, Excel und Powerpoint sowie für Outlook denen für Pages, Numbers und Keynote sowie für Mail gegenüber gestellt.

Beide Unternehmen erfassen Daten und verknüpfen sie mit dir. Zwar sammeln Microsoft und Apple gleichermaßen folgende Daten:
- Benutzerinhalte
- Kontaktinformationen
- Kennung
- Diagnose und
- Nutzungsdaten.
Zusätzlich interessiert sich Microsft aber auch noch für deinen Standort und deine Kontakte.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei den Mail-Programmen. So verknüpft Apple lediglich Kontaktinformationen und die Kennung mit deiner Person und erhebt Nutzungsdaten, die jedoch nicht verknüpft werden. Neben den bereits genannten drei, die Microsoft alle mit deiner Person verknüpft, gehören dazu auch noch Benutzerinhalte, Kontakte, der Suchverlauf sowie Diagnosedaten. Lediglich dein Standort wird nicht mit dir verknüpft, von Apple aber auch gar nicht erst erfasst. Verschärfend kommt dazu, dass Microsoft die Nutzungsdaten auch noch zum Tracking verwendet.
Überprüfung von Windows von Microsoft
Im März und Mai 2017 hat das › Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht Windows 10 hinsichtlich der Beachtung der DSGVO überprüft. Dabei stellte die Behörde fest, dass strenggenommen nur spezielle Versionen von Windows 10 für die Verwendung in der EU geeignet wären.
Infolgedessen spielte das Landesamt mit der Version, die die meisten Einstellungsoptionen anbietet – Windows 10 Enterprise – mehrere Szenarien durch. Das Ergebnis der Überprüfungen zeigte, dass
- über die Windows Group Policy die Übertragung der meisten Daten gestoppt,
- viele bezüglich des Datenschutzes problematische Funktionen wie App Store, Smart Screen Filter, OneDrive und Cortana ausgeschaltet,
- aber Teile des Windows Updates sowie einige Telemetrie und Sicherheitsfunktionen nicht deaktiviert werden konnten.
Dementsprechend wäre es theoretisch möglich, Windows 10 nach Beschränkung des Datenverkehrs in Übereinstimmung mit der DSGVO zu nutzen. Jedoch war es nicht möglich, alle relevanten Punkte bei dieser Überprüfung zu klären. Und Microsoft selbst zeigt wenig Transparenz, wenn es um Ausmaß und Inhalte des Datenverkehrs zwischen Windows-PCs und Microsoft geht.
Erneute Prüfung von Microsoft
Nach einer Meldung vom 15.02.2019 hat Axel Braun, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungsunternehmens Axxite, › Strafanzeige gegen die niedersächsische Landesregierung erstattet. Einerseits wirft er der Behörde die Verschwendung von Steuergeldern vor. Andererseits verstoße sie gegen die Datenschutz-Grundverordnung. Denn solange Microsoft keine klare Auskunft darüber gäbe, welche Daten Windows mit Microsoft verschlüsselt austausche, sei von einem Verstoß gegen die DSGVO auszugehen.
Wie die › EU-Datenschutzbehörde (EDPS) am 8. April 2019 in einer Pressemitteilung bekannt gab, befasst auch sie sich mit dem Datenschutz von Microsoft. Da viele EU-Behörden mit Produkten von Microsoft arbeiten, untersucht die EDPS nun, ob und inwieweit Microsoft die Vorgaben der EU-DSGVO umgesetzt hat. Und ob der Umgang mit Kundendaten den Vorschriften genügt.
Im Oktober 2020 hat sich die Datenschutzkonferenz (DSK) insbesondere mit Microsoft 365, ohne das Windows von Microsoft nicht wirklich nutzbar ist, beschäftigt. Laut einer Pressemitteilung vom 02.10.2020 kam die DSK zu folgendem Ergebnis:
„[…], dass auf Basis der genannten Unterlagen kein datenschutzgerechter Einsatz von Microsoft Office 365 möglich ist.“
Quelle: Datenschutzbeauftragter für › Datenschutz und Informationsfreiheit, Baden-Württemberg
Dies untermauert die von deutschen Datenschützer schon seit langem geäußerte Forderung, zumindest in Behörden und Schulen oder vergleichbaren Institutionen auf die Verwendung von Produkten wie Windows von Microsoft zu verzichten.
Auch mit der Einführung von Windows 11 hat sich an der Grundproblematik nichts Wesentliches geändert. Sollte in Zukunft die umfassende Verlagerung in die Cloud tatsächlich erfolgen, würde dass die Problematik eher verschärfen.
Wie anwenderfreundlich sind die Systeme?
Entgegen der allgemein verbreiteten Meinung schneidet Windows von Microsoft hier nicht rundum gut ab. Einerseits bringen die Basis-Versionen trotz Bezahlung nur wenige Programme mit. Andererseits benötigst du, um Outlook in vollem Umfang und halbwegs professionell nutzen zu können, Microsoft Exchange. Dafür musst du jedoch einen Business-Tarif buchen. Auch Teams ist nicht in jedem Paket enthalten.
So gesehen kennt macOS keine halben Sachen. Alle vorinstallierten Programme sind kostenlose Vollversionen. Und bei Linux installierst du sowieso nur das Paket und die Programme, die du tatsächlich brauchst.
Hinsichtlich der Bedienung hat macOS ebenfalls gewisse Vorteile. Alle Bedienelemente folgen demselben zentralen Grundprinzip, unabhängig davon, ob es sich um Apple- oder Drittanbieter-Programme handelt. Obwohl Windows von Microsoft auf den ersten Blick übersichtlicher erscheint, ist der Aufbau wesentlich uneinheitlicher. Je nach Programm sind die einzelnen Bedienelemente auf unterschiedlichen Wegen zu erreichen und oft bedarf es mehrerer Klicks, um eine recht einfache Funktion zu verwenden. Nicht immer ist dahinter eine Logik zu erkennen.
Wie zufrieden sind die Nutzer?
Während sich 11 Prozent der Windows-Verwender Zusatzprogramme wünschten, waren dies nur 5 Prozent der Mac-Benutzer. (Quelle: › HEISE)
Im November 2019 hat IBM eine Studie über die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter veröffentlicht. Als Grundlage diente der Net Promoter Score, der die Wahrscheinlichkeit, dass die Mitarbeiter sich positiv über ihren Arbeitgeber äußern, misst. Dieser lag bei Mac von Apple Benutzern mit 47,5 Punkten erheblich höher als bei Verwendern von Windows von Microsoft mit 15 Punkten. Auch war die Produktivität von Mac-Benutzern höher.
Zwar bedarf es beim Wechsel von einem System zum anderen immer einer gewissen Zeit der Umstellung. Aber dabei gibt es keinen echten Unterschied in welche Richtung der Wechsel stattfindet. Am meisten Eingewöhnungszeit und Hilfestellung verlangt das Arbeiten mit Linux.
Kompatibilität
Einerseits ist, mit gewissen Einschränkungen, eine Verknüpfung von Windows von Microsoft mit Android-Geräten möglich. Andererseits funktioniert eine direkte Kommunikation zwischen Apple-Geräten und Windows von Microsoft nur unter sehr erschwerten Bedingungen. Und das liegt nicht an Apple, sondern an Microsoft.
Windows von Microsoft kann nur … Windows!
So kannst du auf einem Mac Dokumente ohne Zusatzprogramme Windows-kompatibel erstellen. Umgekehrt kannst du auch Windows-Dokumente problemlos auf dem Mac lesen und bearbeiten. Im Zweifelsfall könntest du sogar Microsoft 365 auf dem Mac installieren. Ob es tatsächlich sinnvoll oder notwendig ist, sei dahin gestellt.
Dagegen öffnet ein Windows-PC von Haus aus keine Dokumente, die zum Beispiel mit Libre Office, einem oft beim Linux-System verwendeten Programm, oder Pages von Apple erstellt wurden. Ähnliches gilt für über Apple Mail gesendete E-Mail-Anhänge.
Zwar könntest du hierfür spezielle Programme auf dem Rechner installieren, was du dir auf dem Mac jedoch sparen kannst. Apple Dateien verweigert sich Microsoft dennoch ganz. Originäre Apple-Programme kannst du nicht auf einem Windows-Rechner installieren. Allerdings kannst du ein iCloud-Konto anlegen und hast dort Zugriff auf die Standard-Programme.
Was spricht da noch für Windows von Microsoft?
In der Regel lauten die Antworten wie folgt:
- Das nutzen doch alle – wer verwendet schon Apple oder Linux?
- Mit Windows habe ich immer schon gearbeitet
- Apple ist zu teuer und Linux ist zu kompliziert
- Zu Hause habe ich auch einen Windows-PC oder Laptop, also warum nicht auch in Büro
Von besonderer Sachkenntnis und fachlicher Kompetenz zeugen diese Aussagen wohl kaum.
Dennoch geben offensichtlich nicht wenige Entscheidungsträger in Unternehmen und im öffentlichen Dienst dem Druck von unten nach. Mitbestimmung der Mitarbeiter in allen Ehren, aber sollen diese laienhaften Meinungsäußerungen wirklich darüber entscheiden, auf welches Betriebssystem ein Unternehmen oder eine Verwaltung setzt?
Microsoft ist da der lachende Dritte. Einerseits macht das Unternehmen durch, zumindest anfängliche, Subventionen oder Sonderkonditionen Windows von Microsoft auch dem letzten Zweifler noch schmackhaft. Zusammen mit dem Druck der Masse ist diese Taktik in vielen Fällen leider auch erfolgreich.
München kehrt zu Linux zurück
Nachdem die Münchner Verwaltung Ende 2017 den Abschied von Linux beschlossen hatte, haben im März 2020 die politisch Verantwortlichen gewechselt. Das hat auch Auswirkungen auf den IT-Bereich. Obwohl der Umstieg auf Windows von Microsoft bereits in vollem Gange ist, ist die Verwendung von freier Software wieder in der Diskussion. Zwar soll Microsoft nicht vollkommen außen vor bleiben, aber aus der Rot-Grünen-Koalitionsvereinbarung für die Stadtratsperiode bis 2026 geht hervor:
„Wo immer technisch und finanziell möglich setzt die Stadt auf offene Standards und freie Open Source-lizenzierte Software und vermeidet damit absehbare Herstellerabhängigkeiten.“ Quelle: › Heise online
Schleswig-Holsteins Abschied von Microsoft
Die Landesverwaltung hat in den vergangenen Jahren auf seine zukünftige digitale Souveränität hin gearbeitet. Einerseits soll Open Office schrittweise Microsoft Office ersetzen. Andererseits verabschiedete er sich am 2. Oktober 2025 vollständig von Microsoft Exchange und wechselte zu Open-Xchange und Thunderbird und Videokonferenzen laufen über OpenTalk. Ein weiterer Schritt wird der Ersatz von Microsoft SharePoint durch Nextcloud sein. Eine Umstellung des Betriebssystems auf Linux ist in der Erprobungsphase.
„Von der Staatskanzlei und den Ministerien, über die Justiz und Landespolizei, bis zu den weiteren Landesbehörden – unsere rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich gemeinsam auf einen neuen Weg gemacht“, sagt Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Wir wollen unabhängig werden von großen Tech-Konzernen und die digitale Souveränität sicherstellen. Jetzt können wir auch bei der E-Mail-Kommunikation sagen: Mission erfüllt.“
Quelle: › Schleswig-Holstein
Windows 10 wird endgültig ausgemustert
Was schon seit langem angekündigt wurde, wird nun für viele Windows-Nutzer zur ärgerlichen und oft auch kostspieligen Realität. So teilt Microsoft mit:
„Nach dem 14. Oktober 2025 wird Microsoft für Windows 10 keine kostenlosen Softwareupdates über Windows Update und Sicherheitsfixes mehr anbieten und der technische Support wird eingestellt.“ Quelle: › Microsoft
Dasselbe gilt auch für Windows 8.1 und Windows 7, die anscheinend immer noch auf manchen Geräten laufen. Zwar ist es insbesondere bei Smartphones normal, dass die Hardware nur eine begrenzte Anzahl an neuen Systemversionen unterstützt und, je nach Smartphone Hersteller, nach drei bis sieben Jahren ein neues Gerät fällig ist. Im Falle von Computern mit dem Betriebssystem Windows von Microsoft ist der Aufschrei der Nutzer jedoch besonders laut. Das wurde zwar auch in Redmond gehört, aber Microsoft wäre nicht Microsoft, wenn es nicht eine Lösung finden würde, sich diese aber wieder teuer bezahlen ließe.
Was kannst du als noch Windows 10 Nutzer tun?
| Optionen | Auswirkung |
|---|---|
| Neuen PC oder Laptop (mit Windows 11) kaufen – wird von Microsoft favorisiert | Je nach Anspruch an das Gerät unter Umständen teuer. |
| Extended Security Update (ESU) von Microsoft verwenden, um ein Jahr mehr Zeit zu gewinnen, danach aber dann doch wechseln zu müssen | Nur für Privatkunden in der EU, Island, Liechtenstein und Norwegen: Bis zum 14.10.2026 (für ein Jahr) kostenlos. |
| Zu Apple macOS wechseln | Kosten für ein neues Gerät; jedoch relativ kurze Einarbeitungszeit und alle gängigen Programme können weitergenutzt werden. |
| Zu ChromeOS (Flex) wechseln | Rein Cloud-basiertes, kostenloses Betriebssystem von Google mit den entsprechenden Google-Anwendungen. |
| Zu Linux wechseln | Kann auf dem alten Gerät installiert werden, bedarf jedoch einiger PC-Kenntnisse, einer gewissen Einarbeitungszeit und nicht für alle Programme gibt es Linux-Versionen. |
| Nichts tun und mit Windows 10 weiterarbeiten | Die schlechteste Variante, da Windows-Geräte sowieso schon vergleichsweise häufig angegriffen werden und die fehlenden Updates das Eintrittstor zunehmend weiter öffnen würden. [1] |
[1] Ende Januar 2026 nutzten immer noch 48,5 Prozent der ca. 21 Millionen privaten Nutzer Windows 10.
(Quelle: › BR24 – br.de)
Theoretisch gibt es auch noch technische Lösungen, die für Windows von Microsoft Nutzern mit geringen bis durchschnittlichen PC-Kenntnisse kaum in Frage kommen dürften. Was für Privatkunden schon einige Kosten verursacht, kostet Unternehmen und Verwaltungen dann so richtig Geld. Einerseits ist es zeit- und personalintensiver als bei Privatnutzern, alle Komponenten der Netzwerke umzustellen. Andererseits kostet schon allein das ESU für Business-Kunden im ersten Jahr etwa 61 US-Dollar pro Gerät, im zweiten Jahr etwas mehr und im dritten Jahr 244 US-Dollar pro Gerät. Ein Austausch der Geräte ist am Ende trotzdem unausweichlich.
Windows von Microsoft – Office ohne Teams
Im Rahmen der Bekämpfung der marktbeherrschenden Stellung weniger US-Unternehmen hat sich die EU-Kommission im September 2025 mit den Office Paketen beschäftigt. › Microsoft musste zusagen, dass es zukünftig auch Office 365 im EU-Raum ohne Teams zu einem deutlich günstigeren Preis anbietet. Für Unternehmen ist es jetzt schon möglich, Teams separat zu abonnieren. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass andere Kommunikations- und Kollaborationsdienste mit in Windows von Microsoft enthaltenen Produkten ohne Probleme zusammenarbeiten können.

Windows von Microsoft – Zusammenfassung
Abschließend soll ein Aspekt nicht vergessen werden. Die anscheinend demokratisch getroffene Entscheidung für Windows von Microsoft führt letztendlich in eine Diktatur. Und zwar in die totale Abhängigkeit von einem US-amerikanischen Konzern namens Microsoft.
Natürlich gilt das in gewissem Maße auch für das Apple-Imperium. Dennoch regiert Microsoft wesentlich rigoroser und geht mit Nutzerdaten recht großzügig um. Obwohl auch Apple seinen Sitz in den USA hat, wage ich zu behaupten, dass das Unternehmen Datenschutz und Sicherheit ernster nimmt. Deshalb halten sich diesem Fall die Vor- und Nachteile wohl die Waage.
Folglich kann Windows von Microsoft eigentlich nur mit seiner weiten Verbreitung und der, von unterschiedlichen Herstellern in unterschiedlichen Preisklassen erhältlichen Hardware punkten. Doch diesen Vorteilen stehen eine Menge Nachteile gegenüber.
Auf den Punkt gebracht: Microsoft strebt die Weltherrschaft an. Einerseits lässt es sich dabei ungern in die Karten sehen. Andererseits interessiert sich der Konzern überhaupt wenig für Hinweise oder Wünsche seiner Kunden, sondern eher für deren Daten – natürlich zusätzlich zu den Einnahmen durch den Verkauf seiner Software und Dienstleistungen. Und diese wurden in den letzten Jahren kontinuierlich teuerer.
Auch Apple möchte verdienen, jedoch nur durch den Verkauf seiner Produkte und Dienstleistungen. Dabei verliert der Konzern die Bedürfnisse und Zufriedenheit seiner Kunden sowie den Datenschutz aber nicht völlig aus den Augen.
Es hat einen Grund, warum selbst in Windows-dominierten Unternehmen Mitarbeiter, die komplexere Aufgaben erledigen müssen, mit macOS oder Linux arbeiten. Beide Systeme sind sicherer, zuverlässiger und schneller. Wobei macOS intuitiver bedienbar und Linux besser anpassbar ist. Ich fürchte, Linux wird dennoch eine Randerscheinung bleiben. Für viele ist das Arbeiten mit diesem System im Alltag eben doch zu gewöhnungsbedürftig.
FAQs
Ist Windows günstiger als Apple?
Nein, wenn nicht nur die Kosten für das Gerät und die bei Windows kürzere Lebensdauer, sondern auch die für die Software, Wartung und Problembehebung hinzugerechnet werden.
Ist Windows sicherer und schützt die Daten besser?
Nein, aufgrund der Verbreitung des Systems wird es häufiger angegriffen. Außerdem gibt es mehr Sicherheitslücken, die seltener geschlossen werden und Microsoft sammelt mehr Daten als Apple.
Ist Windows nutzerfreundlicher?
Nein, wenn der Faktor „Gewohnheit“ außen vor gelassen wird. Die Zufriedenheit ist bei Apple-Nutzern höher als bei Windows-Nutzern.
Was spricht für Windows?
Die weite Verbreitung. Außerdem gibt es mehr Spezialprogramme insbesondere für Unternehmen, was wiederum auf die hohe Nutzerzahl von Windows zurückzuführen ist. Für einige Entwickler ist die Programmierung von Apps für weniger verbreitete Systeme nicht lukrativ genug.
Wer verwendet Apple oder Linux?
Apple wird vor allem von denjenigen genutzt, die in kreativen Bereichen tätig sind und etwas mehr Wert auf Privatsphäre legen. Linux punktet vor allem bei der Sicherheit.
© eb, Microsoft Corporation | › Externe Verlinkungen: Dieser Beitrag enthält keine Affiliate-/Partner-Links.


