Im Laufe des Lebens hinterlassen wir zahlreiche digitale Spuren: Von Anmeldedaten bei diversen Diensten bis zu Dokumenten und Fotos in einer Cloud. Doch was passiert damit, wenn wir uns selbst nicht mehr darum kümmern können? Verschwinden sie einfach? Nein, deshalb ist ein digitaler Nachlass so wichtig.
Lesezeit: ca. 25 Minuten

INHALT
- Was ist ein digitaler Nachlass nicht?
- Warum ist ein digitaler Nachlass wichtig?
- Was muss ein digitaler Nachlass enthalten?
- 1. Hardware und Systeme
- 2. Digitaler Nachlass für Software
- 3. E-Mail-Konten
- 4. Cloud-Dienste / externe Server
- 5. Digitaler Nachlass – Kommunikation
- 6. Streaming und Gaming
- 7. Abonnements
- 8. Digitaler Nachlass – Finanzen
- 9. Sonstige Online-Services
- 10. Digitaler Nachlass – Deine Website
- 11. Festnetz – Internet – Mobilfunk
- Muss mein digitaler Nachlass so aufwändig sein?
- Was ist ein Nachlasskontakt?
- » Digitaler Nachlass | Teil 2 – Nachlass regeln, Fazit, FAQ
- Was ist ein Nachlasskontakt?
Was ist ein digitaler Nachlass nicht?
Ein digitaler Nachlass ist kein Testament, das du am Computer erstellst und dort oder in einer Cloud speicherst. In diesem Fall bezieht sich digital auf alles, was nicht physisch, z. B. als Vertrag in Papierform, abgeschlossen, sondern online angelegt wurde und primär auch nur online zugänglich ist.
Du regelst folglich nicht, wer dein Geld, Haus, Auto oder deine sonstigen Besitztümer erben soll. Vielmehr geht es darum, dein Digitales Erbe zu regeln und jemandem den Zugriff auf deine Daten zu ermöglichen, wenn du sie nicht mehr verwalten kannst.
Erbe – Vorsorge – Nachlass
Generell möchten sich die wenigsten Menschen mit ihrer eigenen Vergänglichkeit beschäftigen. Doch so unbequem dieses Thema ist, so sicher ist es, dass für jeden irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem er / sie nicht mehr in der Lage sein wird, seine / ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Bereits in jüngeren Jahren kann dies nach einem Unfall oder bei einer schweren Erkrankung der Fall sein und sterben müssen wir letztendlich alle – früher oder später.
Mit „Erben“ dürften manche, beispielsweise nach dem Tod der Großeltern, schon in Berührung gekommen sein. Oft deshalb, weil sie aufgrund eines Testaments, dass diese gemacht hatten, materielle Güter erhalten. Der Gedanke, selbst eine Vorsorgeverfügung und ein Testament zu erstellen, kommt insbesondere jungen Leuten fast nie oder wird in weite Ferne verschoben – „wenn ich mal alt bin und etwas zu vererben habe“.
Natürliche haben jungen Menschen meistens noch keine Reichtümer. Insofern mag ein Testament nicht so wichtig erscheinen. Anders sieht das schon hinsichtlich einer Vorsorgeverfügung aus, in der du deine Wünsche beispielsweise für die Behandlung nach einem Unfall oder bei einer Erkrankung äußerst. Noch wesentlich wichtiger ist jedoch ein digitaler Nachlass. Mit dessen Erstellung solltest du schon beginnen, sobald du mit deinem ersten Smartphone, Tablet oder Laptop die digitale Welt betrittst.
Warum ist ein digitaler Nachlass wichtig?
Auch ohne Testament kümmern sich im Ernstfall Verwandte oder der Staat um deinen materiellen Besitz und im Krankheitsfall entscheiden bei fehlender Vorsorgeverfügung die Ärzte. Um deinen digitalen Nachlass kann sich aber nur jemand kümmern, dem du den Zugriff auf deine digitalen Aktivitäten ermöglicht hast.
Alle Daten, die du irgendwo auf Geräten oder im Internet hinterlässt, sind normalerweise nur für dich zugänglich. Das heißt, nur du weißt, wo du dich wie angemeldet hast. Wenn du selbst nicht mehr in der Lage bist, damit zu interagieren, verschwinden diese Daten nur in sehr selten automatisch. Woher soll ein Dienst wissen, dass du nicht nur vorübergehend inaktiv bist, sondern nie mehr aktiv werden wirst.
Es reicht auch nicht, im Todesfall einen Erbschein zum Dienste-Anbieter zu schicken und den Rest erledigt dieser. Abgesehen davon, dass Anbieter, die ihren Sitz außerhalb von Deutschland haben, damit nichts anfangen können, kennen auch sie die spezifischen Login-Daten des Konto-Besitzers meistens nicht.
Ein digitaler Nachlass …
ist unter Umständen recht aufwändig. Zuerst erstellst du die notwendigen Unterlagen am Computer. Wichtig ist dann aber, dass du sie anschließend ausdruckst, damit sie in Papierform vorliegen.
Womit fange ich an?
Am besten beginnt dein digitaler Nachlass mit einer Vollmacht sowie einer Verfügung, in der du nicht nur die Angaben zu deiner Person (vollständiger Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer/n, Personalausweis-Nummer) , sondern auch folgende Punkte aufführst:
- Wo deine persönlichen Papiere, deine Vorsorgeverfügung, dein Testament, dein digitaler Nachlass und gegebenenfalls der Tresorschlüssel hinterlegt sind,
- ab wann deine Vertrauensperson auf deinen digitalen Nachlass zugreifen darf und
- wer auf keinen Fall Zugriff haben soll.
Ganz wichtig ist, dass du eine Vollmacht für die Person, die sich primär darum kümmern (Name und Kontaktdaten) soll und ggf. für einen Stellvertreter (Name und Kontaktdaten) ausstellst, die auch über den Tod hinaus gelten sollte.
Datum und Unterschrift
Deine Vollmacht ist erst gültig, wenn du das Datum, an dem du sie verfasst hast, angibst und sie unterschreibst!
Über diesen Link kannst du dir Vorlagen [*] für › eine Vollmacht und eine Verfügung ansehen.
[*] Da ich keine Rechtsanwältin bin, dienen diese Vorlagen nur als Beispiel und ich übernehme keine Gewähr für deren Rechtsverbindlichkeit.
Natürlich könntest du alle Zugangsdaten auch direkt in die Verfügung eintragen. Ein separater digitaler Nachlass ist jedoch sinnvoller. So kannst du der/den Person/en deines Vertrauens die Vollmacht und die Verfügung sofort nach deren Erstellung übergeben, minimierst aber das Risiko eines vorzeitigen Zugriffs auf die einzelnen Daten, beispielsweise vom Computer des/r jeweiligen Person/en aus.
Außerdem hast du auf diese Weise jederzeit die Möglichkeit, die Einträge im digitalen Nachlass zu ergänzen, zu ändern oder zu löschen, ohne dass du den Betreffenden jedes Mal wieder ein neues Dokument übergeben musst.
Wo sollte ich die Dokumente aufbewahren?
Die Vollmacht und die Verfügung mit oder ohne Übersicht (Ü) bleibt bei dir zu Hause, zum Beispiel in einem Ordner mit deinen anderen persönlichen Dokumenten. Kopien davon übergibst du demjenigen, der sich im Fall der Fälle darum kümmern soll. Dasselbe gilt für deine Vorsorgeverfügung (V).
Ein digitaler Nachlass (DN) gehört an einen sicheren Ort, zum Beispiel in einen Safe bei dir zu Hause. Du selbst solltest jederzeit Änderungen daran vornehmen zu können. Ein „zufälliger“ Zugriff durch Unbefugte sollte jedoch möglichst ausgeschlossen sein.
Für die Aufbewahrung deines Testaments (T) hast du mehrere Optionen. Entweder ebenfalls in deinem eigenen Tresor, in einem Bank-Safe, bei einem Rechtsanwalt oder bei deinem örtlichen Amtsgericht.

Was muss ein digitaler Nachlass enthalten?
Du erstellst eine Liste oder Tabelle und trägst alles ein, was mit deinen „digitalen“ Aktivitäten zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob du beispielsweise die Konten und Profile aktuell aktiv nutzt oder ob sie schon seit Jahren inaktiv sind, aber von dir nie gekündigt oder gelöscht wurden. Dazu gehören alle Informationen über …
- Hardware und Systeme
- Software
- E-Mail-Konten
- Cloud-Dienste
- Kommunikation
- Streaming und Gaming
- Abonnements
- Finanzen
- Sonstige Online-Services
- Deine Website
- Festnetz – Internet – Mobilfunk
Erläuterungen zu den oben genannten Punkten findest du in den folgenden Abschnitten. Mit Fragezeichen versehene Details müssen nur dann eingetragen werden, wenn sie zutreffen. Alle Beschreibungen beziehen sich auf private und nicht auf berufliche oder unternehmerische Aktivitäten, deren Verwaltung wesentlich komplexer ist.
1. Hardware und Systeme
Dies sind dein Smartphone, Laptop, PC, Tablet, deine Smartwatch oder dein Fitness-Tracker sowie Smart Home-Geräte. Die ersten fünf sind vor dem Zugriff Unbefugter geschützt oder sollten es zumindest sein. Deshalb musst du zu jedem Gerät den Entsperr-Code angeben, denn außer dir kann niemand die Geräte per Face-ID oder Fingerprint öffnen und somit auch nicht auf die dortigen Anwendungen zugreifen.
Falls die übrigen Geräte zwar mit deinem Smartphone verknüpft, aber noch zusätzlich per Passwort gesichert sind, musst du natürlich auch diese Passwörter eintragen. Dasselbe gilt, wenn sie über eine eigene App gesteuert werden, bei der du dich angemeldet hast. Dann fügst du deinen Benutzernamen oder die jeweilige E-Mail-Adresse sowie das dazugehörige Passwort ebenfalls hinzu.
Bei dieser Gelegenheit könntest du auch direkt überlegen, ob noch irgendwelche Altgeräte in Schubladen oder im Keller schlummern. Diese solltest du unbedingt auf Werkseinstellung zurücksetzen und anschließend verkaufen oder dem Recycling zuführen – Stichwort: Nachhaltigkeit.
EXTERNE SPEICHERMEDIEN
… wie Festplatten, NAS, USB-Sticks und andere lokale Medien, auf denen du Daten gespeichert hast. Für jedes gibst du Folgendes an:
| Gerät | Aufbewahrungsort |
| Passwortgeschützt? | Passwort |
| Recovery-Codes | Aufbewahrungsort |
| Beim Geräte-Anbieter registriert? | Website-URL, Login-Daten |
SYSTEME und APP-STORES
Unabhängig davon, welche Geräte du benutzt, laufen diese nicht ohne ein Betriebssystem. Normalerweise musst du für dessen Nutzung ein Konto bei Apple, Microsoft, Google (Android) oder dem Hersteller des Geräts anlegen. Notiere jeweils für jedes System:
| Name des Anbieters | Website-URL |
| Anmeldung | E-Mail-Adresse und Passwort, Recovery-E-Mail-Adresse? |
| 2FA? | Freigabe [1] |
| Dazugehörige Abonnements? | z. B. Apple One, Microsoft 365, KI-Agent |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
[1] Falls du eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) eingerichtet hast, gibt an, wie du den Code erhältst: Auf dem betreffenden Gerät, per SMS, per E-Mail, über eine Authenticator-App oder im Passwort-Manager.
2. Digitaler Nachlass für Software
Hiermit sind alle Programme oder Apps einschließlich KI-Agenten gemeint, die nicht direkt „zu deinem System“ gehören, sondern die du bei einem externen Anbieter abonniert oder gekauft und für deren Nutzung du ein Konto angelegt hast. Dazu gehören beispielsweise E-Mail-Clients, Büro(verwaltungs)-Programme, Fotobearbeitung, etc. sowie Passwort-Manager und Browser. Mache für jedes Programm folgende Angaben:
| Name des Anbieters | Website-URL |
| Anmeldung | E-Mail-Adresse und Passwort, Recovery-E-Mail-Adresse? |
| 2FA? | Freigabe, siehe unter 1. [1] |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
PASSWORT-MANAGER
Gib bei deinem Passwort-Manager zusätzlich zu den oben genannten Punkten an, wo der Wiederherstellungs-Code / das Sicherheitszertifikat aufbewahrt ist oder übergib eine Kopie des Dokuments der Person, die sich einmal darum kümmern soll. Wichtig ist auch das Master-Passwort, sofern du eines erstellt hast und ob für ein automatisches Ausfüllen der Login-Daten eine Erweiterung in deinem Browser aktiviert ist.
BROWSER
Wenn du zum Zweck der geräteübergreifenden Synchronisation ein Profil angelegt hast, nenne die E-Mail-Adresse und das Passwort. Solltest du den Browser gesichert und/oder auch andere Passwörter im Browser gespeichert haben, musst du ebenfalls das Master-Passwort mitteilen. Außerdem erstellen manche Browser einen Encryption Key, dessen Aufbewahrungsort du ebenfalls angeben solltest.
3. E-Mail-Konten
| Dienst | Website-URL |
| Anmeldung | E-Mail-Adresse und Passwort, Recovery-E-Mail-Adresse? |
| 2FA? / Passkey? | Freigabe, siehe unter 1. [1] / [2] |
| Wiederherstellungsschlüssel | Aufbewahrungsort |
| Zweck des Kontos | Privat, geschäftlich |
| E-Mails | Extern archivieren, weiterleiten, löschen |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
[2] Ist als zusätzlicher Schutz ein Passkey eingerichtet, kann der Zugriff auf die Anwendung nur auf dem Gerät erfolgen, auf dem der Schlüssel gespeichert ist. Ein Anderer kann sich mit seinem Gerät nicht einloggen.
4. Cloud-Dienste / externe Server
Wenn du deine Dateien ausschließlich in der Cloud deines / deiner Systemanbieter/s speicherst, gelten die unter « 1. Hardware und Systeme genannten Anmeldedaten. Jedoch musst du festlegen, was mit den dort gespeicherten Dateien passieren soll. Welche sollen heruntergeladen und wo archiviert, welche an eine andere Person weitergeleitet und welche gelöscht werden.
Nutzt du (auch) eine oder mehrere Cloud-Dienste externer Anbieter, so sind neben den zuvor genannten Verfügungen folgende Angaben notwendig:
| Name des Anbieters | Website-URL |
| Anmeldung | E-Mail-Adresse und Passwort |
| 2FA? / Passkey? | Freigabe, siehe unter 1. [1] / 3.[2] |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
5. Digitaler Nachlass – Kommunikation
Hierzu zählen Messenger, Video-Konferenz-Dienste sowie soziale Netzwerke. Je nach Art des Dienstes sind neben den Login-Daten noch zusätzliche Angaben wichtig:
| MESSENGER-DIENST | Nutzername, Telefonnummer / E-Mail-Adresse und Passwort |
| Chats / Gruppen | Sichern, löschen / Admin? |
| Premium-Abo? Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
| VIDEO-KONFERENZ-PLATTFORM | Website-URL |
| Anmeldung | Nutzername, E-Mail-Adresse und Passwort |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
| SOZIALE NETZWERKE | Website-URL |
| Anmeldung | Nutzername, E-Mail-Adresse und Passwort |
| Inhalte | Exportieren, löschen |
| Profil | Gedenkzustand, weitergeben, löschen |
6. Streaming und Gaming
Portale zum Streamen von TV-Sendern, Filmen und Serien, Videos, Musik, Podcasts und Hörbüchern sowie Online-Gaming-Plattformen.
| Name des Anbieters | Website-URL |
| Anmeldung | Nutzername, E-Mail-Adresse und Passwort, Recovery-E-Mail-Adresse? |
| 2FA? | Freigabe, siehe unter 1. [1] |
| In-App-Käufe? | Wert |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
7. Abonnements
Dies können beispielsweise Nachrichten- und Info-Portale, Websites und Blogs sowie Newsletter oder Mitgliedschaften sein.
| Name des Anbieters | Website-URL |
| Anmeldung | E-Mail-Adresse / Nutzername und Passwort |
| 2FA? | Freigabe, siehe unter 1. [1] |
| Kündigungsweg | Erläuterung |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
8. Digitaler Nachlass – Finanzen
Hierunter fallen das Online-Banking, Zahlungsdienste wie PayPal, Aktien-Verwaltungsportale und Krypto-Wallets sowie die elektronische Steuererklärung (ELSTER oder andere Programme). Vergiss nicht anzugeben, wo das jeweils dazugehörige Sicherungszertifikat oder der Wiederherstellungsschlüssel hinterlegt sind, trage die Schlüssel aber nicht in deinen digitalen Nachlass ein!
| Dienst | Website-URL |
| Anmeldung | E-Mail-Adresse / Nutzername, Kundennummer und Passwort |
| 2FA? / Passkey? | Freigabe, siehe unter 1. [1] / 3.[2] |
| IBAN, BIC | Kredit-, Debit- und Girokarten mit Angabe der Daten |
| Zweck des Kontos | Privat, geschäftlich |
| Sperren und kündigen | Fristen |
| Zahlungsmethode? | Kosten, Ablaufdatum |
9. Sonstige Online-Services
Shopping-Plattformen, Marktplätze, Lieferdienste, Reiseportale und Bonusprogramme sowie andere spezielle Online-Aktivitäten deinerseits.
| Name des Anbieters | Website-URL |
| Anmeldung | Nutzername, E-Mail-Adresse und Passwort |
| 2FA? | Freigabe, siehe unter 1. [1] |
| Offene Bestellungen, Abo? | Erläuterung |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
10. Digitaler Nachlass – Deine Website
Alles im Zusammenhang mit dem Betreiben deiner Website. Liste alle damit verbundenen Dienste wie Hosting, Verwaltung (CMS), Abonnements (Theme, Plugins), externe Dienste, Newsletter-Service, Werbepartner / Affiliates, für deinen Shop verwendete Services (Bezahl-, und Versandanbieter) sowie eventuelle Verträge mit Beratern (IT-Recht, Marketing) auf.
| Name der eigenen Website | Website-URL |
| Verwaltungssystem | URL, Administrator-E-Mail-Adresse / Nutzername, Passwort |
| Zugang zum Hosting-Anbieter | E-Mail-Adresse, Nutzername und Passwort |
| 2FA? | Freigabe, siehe unter 1. [1] |
| Hosting-Vertrag | Zahlungsart, Kosten, Kündigungsfrist |
| Verbundene Service (siehe oben) | Anbieter und Website-URL, Login-Daten |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
| Bestehende Website | Weiterbetreiben (wer), Inhalte sichern, komplett löschen |
11. Festnetz – Internet – Mobilfunk
Hinsichtlich Festnetz und Internet oder Kabelanschluss kommt es darauf an, ob du der alleinige Nutzer bist oder ob es „Bestandteil“ eines Haushalts ist. Sollte letzteres zutreffen und du bist nicht der Vertragsinhaber, brauchst du gar nichts zu tun. Falls du jedoch der Vertragsnehmer bist, sollte der Vertrag auf einen Mitbewohner übertragen, aber nicht gekündigt werden. Sowohl für eine Übertragung als auch wenn du der alleinige Nutzer bist, musst du die folgenden Angaben eintragen:
| FESTNETZ-ANBIETER | Website-URL |
| Anmeldung | Name, E-Mail-Adresse, Passwort |
| 2FA oder Passkey? | Freigabe s. 1.[1] / 3.[2] |
| Kundennummer | Telefonnummer/n |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
| Anschluss-Übernahme? | Wer? – Vertragsänderung |
| Rufnummer-Übernahme? | Rufnummer-Weiterleitung? |
| Leihgeräte? | Rückgabeformalitäten |
| INTERNET- / KABEL-ANBIETER | Website-URL |
| Anmeldung | Name, E-Mail-Adresse, Passwort |
| 2FA oder Passkey? | Freigabe s. 1.[1] / 3.[2] |
| Kundennummer | Vertragsnummer |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
| Anschluss-Übernahme? | Wer? – Vertragsänderung |
| Leihgeräte? | Rückgabeformalitäten |
| MOBILFUNK-ANBIETER | Website-URL |
| Anmeldung | Name, E-Mail-Adresse, Passwort |
| 2FA oder Passkey? | Freigabe s. 1.[1] / 3.[2] |
| Kundennummer | Mobilfunknummer |
| SIM-Karte – PIN, PUK | Aufbewahrungsort |
| eSIM | ja / nein |
| Unterverträge, Plus-Karten [3] | Rufnummern |
| Zahlungsmethode | Kosten, Kündigungsfrist, Ablaufdatum |
[3] Sollten mit deinem Mobilfunkvertrag Unterverträge / Zusatzkarten für Familienmitglieder oder Freunde verknüpft sein, müssen diese informiert werden. Gib deshalb zusätzlich zu den Rufnummern deren Namen und Kontaktdaten an.
Muss mein digitaler Nachlass so aufwändig sein?
Ja und nein. Einerseits musst du natürlich alle digitalen Aktivitäten, Services, deren Anbieter und Zugangsdaten auflisten. Andererseits kannst du dir etwas Arbeit ersparen, indem du von Anfang an einen Passwort-Manager, beispielsweise Proton Pass, verwendest. Dort sollten alle wichtigen Informationen für jede Aktivität eingetragen sein:
- Anbieter bzw. Produkt oder Service
- Benutzername, E-Mail-Adresse, Passwort
- 2FA oder Passkey – Freigabe s. 1.[1] / 3.[2]
- URL der Website des Anbieters
- Zusatzinformationen wie Abonnement mit Zahlungart, Kosten, Ablaufdatum, Kündigungsfrist, sofern zutreffend
Diese Angaben müsstest du dann in der Liste nicht unbedingt noch einmal wiederholen, sondern nur die Details eintragen, die nicht im Passwort-Manager gespeichert sind. Stattdessen verweist du auf deinen Passwort-Manager und notierst nur dessen Zugangsdaten. Natürlich musst du auch deinen Passwort-Manager immer „up to date“ halten.
Zeitaufwand verringern
Beginne mit der Liste solange du noch wenige Aktivitäten hast. Hinterher änderst du die Aufstellung, sobald etwas Neues hinzukommt, sich Einträge ändern oder wegfallen. Dazu benötigst du dann jeweils nur wenige Minuten.
Ein Beispiel dafür, wie dein digitaler Nachlass in Tabellenform aussehen könnte, findest du als PDF bei der Anwaltskanzlei Weiß & Partner unter › ratgeberrecht.eu.
Was ist ein Nachlasskontakt?
Ein Nachlasskontakt ist die Person, die später deinen Nachlass verwalten soll. Manche, vor allem größere Dienste bieten dir auf ihren Websites an, einen entsprechenden Kontakt im Voraus festzulegen. Dazu gibst du in der Regel die E-Mail-Adresse deiner Vertrauensperson an und beantragst den Zugriff durch diese Person.
Leider ist das Verfahren nicht einheitlich. Bei einigen muss die Vertrauensperson ebenfalls ein Konto bei dem jeweiligen Anbieter haben, um autorisiert werden zu können, bei anderen erhältst du ein Zertifikat oder einen Zugriffsschlüssel, den du der betreffenden Person übergeben musst.

Quellen: › Apple Digital Legacy … › Google Support … › Digitaler Nachlass im Todesfall
Im Gegensatz zu Apple, Google und Meta (zumindest für Facebook) ist ein digitaler Nachlass bei › Microsoft in dieser Form (noch) nicht vorgesehen.
Die Autorisierung eines Nachlasskontakts erleichtert unabhängig von der Art des Verfahrens die spätere Verwaltung. Auch beugt es eventuellen Problemen hinsichtlich des Nachweises der Autorisierung des Verwalters vor. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn mehr Dienste diese Möglichkeit anbieten würden.
Weiterlesen – Digitaler Nachlass | Teil 2

