Meistens beginnt es mit einem System-Konto und mit der Zeit kommen Konten bei anderen Anbietern dazu. Da es mühsam ist, jedesmal diverse Mail-Programme zu öffnen, bietet sich eventuell eine Weiterleitung auf ein Konto an.
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INHALT
- Systemspezifische E-Mail Konten
- Alternative E-Mail Konten
- Für welche E-Mail Konten eignet sich eine Weiterleitung?
- E-Mail Konten – Fazit
Systemspezifische E-Mail Konten
Je nachdem, mit welchem Computer-System oder Service-Anbieter du arbeitest, startest du mit einem „systemspezifischen“ Konto bei
- Google: @gmail.com, @googlemail.com
- Microsoft: @outlook.com, @live.de, (@hotmail.com)
- Apple: @icloud.com, @me.com
Alle diese E-Mail Konten haben jedoch eines gemeinsam. Die Anbieter haben ihren Hauptsitz in den USA und ihre Server-Standorte befinden sich auch außerhalb der EU. Deshalb entspricht der Datenschutz nicht unbedingt dem von der EU und Deutschland geforderten.
Zwar hat beispielsweise Google nachgebessert und ist sicherer geworden, an der Auslands-Problematik ändert das jedoch nichts. Ebenso ist eine Auswertung beispielsweise der Anmeldedaten zur Personalisierung von Werbung zumindest bei Google und Microsoft nicht auszuschließen.
Darüber hinaus mangelt es gerade bei den kostenlosen Konten oft an der Sicherheit und Verschlüsselung. So ist beispielsweise Yahoo wiederholt besonders negativ aufgefallen.
Welches sind die beliebtesten E-Mail Services?
Wie Statistiken zeigen, liegen Google und Microsoft immer noch weit vorne. Da diese Unternehmen ihren Kunden quasi die Einrichtung eines passenden Kontos aufzwingen, um ihre sonstigen Services optimal nutzen zu können, ist dies nicht verwunderlich. Andere, früher sehr beliebte internationale Anbieter, befinden sich jedoch auf dem Rückzug.
So war AOL der erste und bis Mitte der 2000er Jahre größte Mail-Service-Dienst, der auch Niederlassungen in Deutschland hat. Jetzt schafft er es nur noch knapp unter die ersten zehn. Wahrscheinlich liegt selbst das nur daran, dass viele Alt-Nutzer aus Gewohnheit ihr Konto behalten. Dagegen verliert ein weiterer beliebter großer E-Mail-Anbieter, Yahoo, kontinuierlich an Kunden. Bereits 2015 äußerten sich viele Deutsche skeptisch gegenüber den US-Anbietern.
Starkes Misstrauen gegenüber US-Anbietern
So sagen 97 Prozent der Befragten, „dass die Sicherheit und der Schutz ihrer persönlichen Daten für sie bei der Wahl des Anbieters die entscheidende Rolle spielen.“ Ein Großteil der Befragten – 74 Prozent – hat Bedenken, seine privaten Daten US-Anbietern anzuvertrauen. Bei 61 Prozent haben die Bedenken bezüglich des Datenschutzes seit Bekanntwerden des NSA-Skandals weiter zugenommen. Quelle: › Newsroom GMX.net

Dieses Misstrauen bestätigte sich bei einer Umfrage 2023. Inzwischen belegt der Anbieter United Internet mit den Diensten GMX und WEB.DE nach Google die Plätze 2 und 3. Erst auf Platz 5 folgt mit Outlook wieder ein sogenanntes System-Konto.
Alternative E-Mail Konten
Obwohl vor allem Nutzer mit wenig E-Mail-Verkehr ihre System-Konten auch für ihre private Kommunikation nutzen, nimmt deren Anteil immer mehr ab. Die meisten eröffnen für ihre privaten oder dienstlichen E-Mails Konten bei anderen Anbietern.
Infolgedessen sind drei, vier oder mehr E-Mail-Konten bei jeweils unterschiedlichen Anbietern heute keine Seltenheit mehr. Zwar bieten alle eine eigene Oberfläche oder App zum Verwalten ihrer E-Mails an. Mehrfach täglich mehrere Plattformen zu besuchen ist jedoch nicht nur unkomfortabel, sondern du verlierst auch schnell den Überblick.
Deshalb ist eine Lösung gefragt, die es dir ermöglicht, alle Nachrichten aller E-Mail Konten auf einer Plattform abrufen zu können.
Was sind Mail Clients?
Ein Mail Client ist eine Anwendung auf dem PC oder mobilen Gerät, über die du auf mehrere Konten derselben oder unterschiedlicher Anbieter zugreifst. Einige Beispiele zu Mail Clients findest du in meinem Beitrag E-Mail Anhänge Windows-kompatibel versenden.
Zunächst meldest du alle deine E-Mail Konten einzeln an. Anschließend erfolgt das Abrufen der E-Mails in der Regel mittels IMAP, seltener mit POP3. Abhängig vom Aufbau des Mail-Clients erscheinen alle E-Mails in einer Liste untereinander. bei den moderneren du kannst sie nach Herkunfts-Konto oder Kategorie, wie Newsletter, Kontakte und so weiter, sortiert aufrufen.
Wie unkompliziert die Anmeldung eines Kontos ist, hängt vom jeweiligen E-Mail-Dienst ab. Während bei einigen die Eingabe der Adresse und des Passworts ausreicht, musst du bei anderen neben deiner Adresse und deinem Passwort auch noch die Server-Daten sowie die Art der Verschlüsselung manuell hinzufügen. Die dafür notwendigen Angaben findest du auf der Website des Anbieters der jeweiligen E-Mail-Konten.
Mehrere E-Mail Konten an einem Ort
Wenn du mehrere E-Mail Konten von eventuell unterschiedlichen Anbietern oder mit vielen Ordnern aktiv parallel nutzt, ist die Verwendung eines Mail Clients die beste Wahl.
Für welche E-Mail Konten eignet sich eine Weiterleitung?
Vor allem für E-Mail Konten,
- auf denen nur relativ wenige E-Mails eingehen,
- über die du keine eigenen E-Mails versendest,
- die du zum Beispiel nur als Anmelde-Konto für Online-Dienste
- oder gar nicht nutzt, aber auch nicht kündigen möchtest,
bietet sich eine E-Mail-Weiterleitung an.
Somit wäre diese Methode ideal für System-Konten, die du zwar für die Anmeldung bei deinem System behalten musst, über die du aber nicht aktiv kommunizierst, sondern höchstens Mitteilungen des System-Anbieters erhältst.
Je nach dem von dir bevorzugten Mail-Anbieter hast du auch die Möglichkeit, bei diesem mehrere E-Mail-Konten anzulegen und so nicht alle E-Mails auf einem Konto zu sammeln, sondern alle Google-Mails an eine Adresse und alle Outlook-Mails an eine andere weiterzuleiten. Dann sind sie weiterhin sortiert und du musst trotzdem nur eine Anwendung öffnen, um sie abzurufen.
Sammelkonto
Nachdem du eine Weiterleitung eingerichtet hast, landen alle deine Apple-, Google- oder Outlook-Mails zum Beispiel auf deinem mail.de Konto. Somit kannst du alle diese E-Mails bequem über ein einziges Konto verwalten.
Wie richtest du eine Weiterleitung ein?
Zuerst loggst du dich beispielsweise bei Google-Mail ein. Anschließend gehst du auf
- Einstellungen
- Weiterleitung und POP/IMAP
- E-Mail-Adresse des Kontos, auf das du weiterleiten möchtest, eingeben
Außerdem kannst du noch einige zusätzliche Einstellungen vornehmen. So zum Beispiel, ob die weitergeleiteten E-Mails sicherheitshalber als Kopie auf dem Ausgangs-Server, in diesem Fall dem von Google, verbleiben sollen oder ob sie automatisch gelöscht werden, sobald du sie auf dem Ziel-Server in deinem Sammelkonto löschst – siehe auch unter » Vor- und Nachteile.

Mail Speicher im Auge behalten
Falls du deine Weiterleitung so eingestellt hast, dass Kopien auf dem Ausgangs-Server gespeichert bleiben, darfst du diesen nicht völlig aus den Augen verlieren. Denn der E-Mail-Speicherplatz ist normalerweise begrenzt. Deshalb solltest du die Kopien von Zeit zu Zeit manuell vom Ausgangs-Server löschen.
Welche Vor- und Nachteile hat eine Weiterleitung?
Vor allem für E-Mail Konten, über die du selbst normalerweise keine E-Mails versendest, überwiegen die Vorteile. Du musst nicht regelmäßig mehrere Webseiten oder Apps aufrufen. Um keine E-Mail mehr zu verpassen, reicht ein Blick auf dein bevorzugtes E-Mail-Konto. Dort findest du alle deine E-Mails gleichberechtigt an einem Ort und kannst auch die weitergeleiteten E-Mails lesen, archivieren, beantworten oder löschen.
Doch es gibt auch zwei kleine Nachteile. Wenn du eine von einem anderen Konto weitergeleitete E-Mail beantwortest oder an Dritte weiterleitest, zeigt diese anschließend als Absender die E-Mail-Adresse deines Sammelkontos an.
- A schickt dir eine E-Mail auf dein Google-Konto
- diese wird automatisch an dein GMX-Konto weitergeleitet
- dort öffnest und beantwortest du sie
- A erhält deine Antwort mit …@gmx.de als Absende-Adresse
Da die meisten Empfänger dieser Antwort- oder weitergeleiteten E-Mails wohl eher auf deinen Namen schauen und nicht unbedingt die Absende-E-Mail Adresse kontrollieren, dürfte das für die meisten Nutzer allerdings kein gravierendes Problem sein.
Falls es doch einmal notwendig sein sollte, dass du eine E-Mail mit der Absende-Adresse des Herkunftsdienstes, zum Beispiel gmail.com, beantwortest, kannst du dies trotzdem tun. Du loggst dich dazu einfach wieder bei Gmail ein und antwortest von dort. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass du Kopien der E-Mails zunächst dort belassen hast. Daraus ergibt sich der zweite kleine Nachteil, dass du von Zeit zu Zeit deine Herkunftskonten besuchen musst, um die Kopien zu löschen.

E-Mail Konten – Fazit
Hinsichtlich Leistungsumfang und Zuverlässigkeit sind die US-amerikanischen System-Konten sicherlich nicht schlecht. Aber was den Datenschutz sowie zum Teil auch die Sicherheit und Verschlüsselung angeht, musst du immer noch Abstriche machen.
Nutze insbesondere für deine berufliche und vertrauliche Kommunikation E-Mail Konten deutscher Anbieter und verwende einen vertrauenswürdigen Mail Client, um die einzelnen Konten an einem Ort abrufen zu können. Bei geringerem Mail-Aufkommen wäre die Weiterleitung der E-Mails von den System-Konten auf ein vertrauenswürdigeres Haupt-Konto eine Alternative. Nicht zuletzt verringerst du so auch das Risiko, eine vielleicht doch wichtige E-Mail zu verpassen.
Letzten Endes ist es deine Entscheidung, welchen Stellenwert Datensicherheit für dich hat und wie persönlich oder sensibel die Inhalte deiner E-Mails sind. Ist eh da reicht meiner Meinung nach heutzutage als alleiniger Entscheidungsfaktor bei der Wahl der E-Mail Konten nicht aus und insbesondere für vertrauliche oder wirklich private E-Mails sind die System-Konten nicht die beste Wahl.
FAQ
Wie funktioniert eine Weiterleitung?
In die Konto-Einstellungen bei dem Mail-Service, dessen E-Mails du weiterleiten möchtest, trägst du unter „Weiterleiten an“ die E-Mail-Adresse ein, an die die Weiterleitung erfolgen soll.
Kann ich E-Mails von jedem beliebigen Anbieter weiterleiten?
Ja, jedoch unterscheiden sich die notwendigen Einstellungen unter Umständen von Anbieter zu Anbieter.
Was passiert mit einer weitergeleiteten E-Mail?
Diese erscheint in der Inbox des Kontos, auf das du sie weitergeleitet hast. Dort hast du alle Optionen, die du auch sonst hättest.
Allerdings wird bei einer direkten Antwort oder Weiterleitung an Dritte die Absende-Adresse des Kontos angezeigt, auf das weitergeleitet wurde.
Wo lösche ich weitergeleitete E-Mails?
Diese E-Mails löschst du dort, wo du sie auch liest.
Je nach Einstellung beim ursprünglichen Anbieter werden sie überall sofort gelöscht oder bleiben auf dessen Server solange erhalten, bis du sie auch in dessen Inbox löschst.
Eignet sich eine Weiterleitung für alle Konten?
Theoretisch ja, praktisch ist sie eher für Konten zu empfehlen, auf denen wenige E-Mails eingehen und über die du selbst selten oder gar keine E-Mails versendest.
Wann ist eine Weiterleitung nicht zu empfehlen?
Wenn du mehrere Konten bei unterschiedlichen Anbietern betreibst, über die du auch regelmäßig kommunizierst, ist die Verwendung eines Mail-Clients die besser Lösung.
Kann ich eine Weiterleitung rückgängig machen?
Ja, indem du wieder in die Einstellungen des Anbieters des weitergeleiteten Kontos gehst und dort die Weiterleitung auf ein anderes Konto deaktivierst bzw. löschst.
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