Spams | Fragen und Antworten zum digitalen Müll

Aktualisiert: 2019-06-24 (Veröffentlicht: )

In wohl jeder Mailbox landen immer wieder Spams: Manchmal ist nicht nur der Absender, sondern auch der Empfänger unbekannt. Was steckt dahinter?

Was sind Spams?

Ursprünglich war „Spam“ ein Markenname für Dosenfleisch. So soll sich das Kunstwort aus den beiden ersten bzw. letzten Buchstaben von „spiced ham“ (gewürzter Schinken) zusammensetzen. Den Sprung in die digitale Welt schaffte der Begriff über einen Sketch von Monty Python. In diesem tauchte Spam als Nahrungsmittel so häufig auf, dass die Zuschauer sich förmlich damit überflutet sahen und sich belästigt fühlten. Da die unerwünschten E-Mails einen ähnlichen Effekt erzielen, wurde der Begriff einfach übernommen.

Obwohl meistens Werbe-E-Mails als Spams bezeichnet werden, dienen inzwischen auch SMS/Messenger, Telefon und Suchmaschinen ihrer Verbreitung. Dabei ist zwischen zwei Arten von digitaler Belästigung zu unterscheiden:

  • Unsolicited Commercial E-Mails (UCE): Unerwünschte Werbe-E-Mails – die eigentlichen Spams.
  • Unsolicited Bulk E-Mails (UBE): Unerwünschte Massen-E-Mails, die streng genommen nicht zu den Spams zählen.

Während erstere normalerweise einfach nur stören, ist die zweite Variante die gefährlichere, da sie meistens der Verbreitung von Trojanern und Viren dient. Hierzu gehören auch Phishing-E-Mails, selbst wenn sie „nur“ an deinen persönlichen Daten interessiert sind.

Welchen wirtschaftlichen Schaden verursachen Spams?

Schätzungsweise sind weltweit 90 % aller E-Mails Spams. Einerseits müllen sie deine Mailbox zu. Infolgedessen geht wertvolle und teure Arbeitszeit verloren. Denn du musst eine entsprechend größere Anzahl E-Mails lesen und (aus)sortieren. Zwar helfen Spam-Filter, aber hundertprozentig wirksam sind sie nicht. Außerdem kann es wiederum auch passieren, dass erwünschte E-Mails fälschlicherweise im Spam-Ordner landen. Deshalb musst du diesen auch regelmäßig kontrollieren.

Andererseits hat das hohe Aufkommen von (Spam-) E-Mails auch Auswirkungen auf das gesamte Internet.

  • Belegung von Bandbreite auf den Internet-Zugängen, die dann für andere Anwendungen fehlt
  • Hohe Belastung der Mail-Server, was bis zum Absturz der Server führen kann
  • Zusätzliche Kosten durch größeren Energiebedarf und Aufrüstung der Hardware
  • Mehr Aufwand durch den Einsatz und die Pflege von Spam-Filtern.

Woran erkennst du Spams?

Im Gegensatz zu Phishing-E-Mails, sind Spams i. d. R. relativ leicht zu identifizieren. Denn sie zeigen Werbung für ein Produkt oder eine Dienstleistung. Ihre Verbreiter wollen nicht mit dir kommunizieren und verfassen keine mehr oder weniger sinnvollen Texte. Ihr Ziel ist es, ein Produkt so anzupreisen, dass du es kaufst bzw. die Dienstleistung in Anspruch nimmst.

Wie kommen Spammer an E-Mail-Adressen?

Wie bereits gesagt stammen die Spams meistens von Absendern, mit denen du wissentlich nie zuvor Kontakt hattest. Woher kennen sie also deine Adresse?

Einerseits könnte es natürlich sein, dass dein E-Mail-Konto gehackt wurde. Oder Hacker hatten Zugriff auf die Daten eines Internet-Dienstes, bei dem du mit deiner E-Mail-Adresse angemeldet bist. Andererseits ist es auch möglich, dass die Urheber der Spams Adressen gekauft haben. Verkäufer sind möglicherweise ebenfalls Hacker. Oder auch mehr oder weniger legale Adressenhändler, die Daten z. B. von Facebook erhalten haben (wie Cambridge Analytica). Darüber hinaus kombinieren Spammer u. U. auch wahllos irgendwelche Namen und Domains, um eventuell einen Treffer zu landen.

Warum sind manche Spams gar nicht an dich adressiert?

Wirklich merkwürdig wird das Ganze, wenn du Spams in deiner Mailbox findest, deren Empfänger-Adresse gar nicht deine E-Mail-Adresse ist. Warum bekommst du also E-Mails, die auf den ersten Blick gar nicht für dich bestimmt sind? Hat der „Briefträger“ einfach eine E-Mail in den falschen Postkasten geworfen? Nein.

Der Spammer hat sich der BCC (Blind Carbon Copy)-Funktion bedient. So hat er in die Adresszeile nur einen (Fake-) Empfänger eingegeben. Anschließend hat er aber deine Adresse zusammen mit wahrscheinlich zig anderen im BCC-Feld hinzugefügt. Somit erhältst du eine Blindkopie, bei der du die tatsächlichen Empfänger, also auch deine Adresse, nicht einsehen kannst.

Lohnt sich Spamming überhaupt?

Während das Ziel bei Phishing-E-Mails und solchen mit infizierten Anhängen ziemlich klar ist, ist dies bei Werbe-E-Mails nicht so eindeutig. Denn wer kauft schon ein Produkt, für das er sich bisher gar nicht interessierte? Dass es sich um Werbung handelt, ist doch wohl für jeden sofort erkennbar. So mögen (hoffentlich) viele denken.

Wie auch bei Werbeanzeigen auf Webseiten etc. macht es in diesem Fall die Masse. Wenn tausende die Spams erhalten, sind mit Sicherheit ein paar darunter, die auf das Angebot eingehen. Und schon hat sich der relativ geringe Aufwand gelohnt und beim Spammer klingelt die Kasse.

Wie funktionieren Spam-Filter?

Dabei handelt es sich um eine technische Einrichtung, die sozusagen deine E-Mails vorsortiert. So arbeitet der (netzseitige) Spam-Filter deines E-Mail-Dienstes mit einem Algorithmus, der jede E-Mail scannt. Wenn eine bekannte IP-Adresse von einem Spammer und/ oder die Adresse des Absenders bzw. der Betreff oder der Inhalt auffällig sind, wird die E-Mail aussortiert. Sie erreicht dich dann gar nicht erst. Falls der Spam-Filter jedoch zu „streng“ ist, kann es passieren, dass bestimmt E-Mails verschwinden, obwohl du sie lesen wolltest.

Des weiteren gibt es einen lokalen Spam-Filter. Entweder werden verdächtige E-Mails automatisch oder von dir selbst in deinen Spam-Ordner befördert. Auch dieser Filter lernt mit jeder neuen Spam dazu. Je nach Anbieter oder Mail-Client findest du in der Task-Leiste oder im Bearbeitungs-Menü eine Schaltfläche zum Verschieben der E-Mail.

Der Vorteil des lokalen Filters ist, dass du die E-Mails noch einmal überprüfen und fälschlich dorthin verschobene zurückholen kannst. Am wirkungsvollsten ist eine Kombination aus server-seitigem und lokalem Spam-Filter.

Vorbeugen, verhindern – aber wie?

Leider lassen sich Spams kaum komplett unterbinden. Aber du kannst die Spam-Flut etwas eindämmen. Dabei können dir folgende Tipps helfen:

  • Verschiebe Spams sofort in den Spam-Ordner
  • oder lösche sie.
  • Klicke nicht auf darin enthaltene Links oder Buttons,
  • öffne keine Anhänge.
  • Antworte dem Absender nicht.
  • Nutze den E-Mail-Service eines sicheren Anbieters.
  • Verwende zur Anmeldung bei Netzwerken oder Online-Dienstleistern eine spezielle E-Mail-Adresse
  • und deine private nur für Services mit hohen Sicherheitsstandards (z. B. Banking)
  • Teile deine E-Mail-Adresse, insbesondere die private, nicht wahllos jedem mit.

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