Öffentliches WLAN | Was ist bei Hotspots zu beachten?

. Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2018-12-14

Da mobile Datentarife in Deutschland immer noch relativ teuer sind, erfreut sich öffentliches WLAN zunehmender Beliebtheit. Was solltest du als Nutzer oder als Betreiber beachten? Welche Risiken sind damit verbunden?

Öffentliches WLAN

Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich immer noch hinterher hinkt, schreitet der Netzausbau stetig voran. Das gilt auch für öffentliches WLAN.

Öffentliches WLAN
Illustration: eb / ebblogs

Ein Wireless Local Area Network (drahtloses lokales Netzwerk) ist ein Funknetz zur Übertragung von Daten. Dabei übernimmt ein Router (Verteiler, Lotse) die Koordination der Clients (Kunden) und sendet Datenpakete an alle Stationen. Da jeder Router nur in einem bestimmten Radius sendet, handelt es sich um ein lokal begrenztes Netzwerk.

Vergleichbar mit dem mobilen Netz verbindest du dein Gerät jeweils mit dem nächstgelegenen Router. Während sich dein Smartphone automatisch in eine Funkzelle einloggt, funktioniert öffentliches WLAN nicht ohne dein Zutun.

» Private Hotspots
» Vodafone und Telekom
» Risiken

WLAN-Netze

Zunächst gibt es private und öffentliche WLAN-Zugänge. Private Netzwerke sind normalerweise durch ein Passwort geschützt. Da der von deinem Router abgedeckte Bereich über deinen Privatbereich hinausreicht, wird dein Netz auch Nachbarn oder Passanten angezeigt. Jedoch können diese sich (legal) ohne dein Passwort nicht einloggen und es demzufolge auch nicht nutzen.

Dagegen ist (halb-) öffentliches WLAN so eingerichtet, dass auch Fremde darauf Zugriff haben (können). Dabei ist zwischen kostenlosen bzw. kostenpflichtigen sowie offenen und gesicherten WLAN-Netzen zu unterscheiden.

Zum einen bieten die Telekommunikation-Unternehmen WLAN-Hotspots an. Zum anderen geben auch Unternehmen, Behörden, Hotels und Gaststätten, Verkehrsbetriebe sowie Privatleute ihr Netz bzw. einen Teilbereich ihres Netzes frei.

Private WLAN-Hotspots

Viele Anbieter eines digitalen Teilnehmeranschlusses (Digital Subscriber Line) für Privatkunden fordern diese auf, öffentliches WLAN zur Verfügung zu stellen.

4 Bereitstellung eines Homespots durch den Kunden
4.1 Der Kabelnetzbetreiber ist berechtigt, an dem von ihm dem Kunden bereitgestellten WLAN-Router neben dessen privater WLAN-Schnittstelle einen WifiSpot einzurichten und zu betreiben (Homespot). … Der Homespot ist technisch vom privaten Zugang des Kunden separiert.
Dabei wird die dem Kunden … zur Verfügung stehende Bandbreite nicht beeinflusst, da der Datenverkehr des Kunden von dem anderer WifiSpot Nutzer getrennt erfolgt. Die Stromversorgung des WLAN-Routers erfolgt im Rahmen der Nutzung durch den Kunden. Dem Kunden ist die Nutzung des Homespots an diesem Router nicht möglich.

UNITYMEDIA

Als „Geschenk“ dürfen Kunden, die dem zustimmen, alle WLAN-Hotspots von Unitymedia kostenlos nutzen.

Der Kunde hat die Möglichkeit, der Einrichtung und dem Betrieb eines Homespots an diesem Router durch Mitteilung gegenüber dem Anbieter im Onlinekunden-Servicebereich mit Wirkung spätestens zum übernächsten Werktag zu widersprechen. In diesem Fall endet jedoch auch seine Nutzungsmöglichkeit von WifiSpot.

Darüber hinaus gilt

5 Sicherheit
5.1 … Grundsätzlich kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich Dritte unbefugten Zugriff auf die über WifiSpot übertragenen Daten verschaffen. Für die Sicherheit der Datenverbindung ist der Kunde selbst verantwortlich. …
6 Pflichten
6.5 Der Kunde darf die Nutzung des Homespots nicht dauerhaft beeinträchtigen oder unterbinden.

Quelle: UNITYMEDIA

Bei der Telekom ist der Wortlaut im übrigen ähnlich.

WLAN-Hotspots – halb-öffentlich

In diesem Fall erlauben Unternehmen einen Teilbereich ihres Firmen-Routers als öffentliches WLAN zu nutzen. Dazu gehören beispielsweise auch Behörden oder Cafés. Einerseits ist der Zugriff in diesen Fällen meistens kostenlos. Anderseits ist der Zugang u. U. nicht passwortgeschützt.

Vor allem viele Hotels lassen sich den Zugriff bezahlen und / oder begrenzen ihn auf einen bestimmten Zeitraum. Darüber hinaus benötigst du hier ein Passwort. Deshalb habe ich es halb-öffentlich genannt.

Ein gängiges Verfahren ist, dass du zunächst die Webseite des jeweiligen Hotspot-Anbieters im Browser aufrufen musst. Oder du klickst in den WLAN-Einstellungen deines Smartphones auf den Namen des Hotel-Netzes. Anschließend wirst du dann ebenfalls auf die Webseite weitergeleitet. Nachdem du dort den vom Hotel erhaltenen Nutzernamen und das Passwort eingegeben hast, verbindet sich dein Gerät mit dem Hotel-WLAN.

Telekommunikationsunternehmen

Sowohl Mobilfunk- als auch DSL-Provider bieten öffentliches WLAN an. Die mehr als 2 Millionen Vodafone Hotspots befinden sich sowohl auf öffentlichen Straßen und Plätzen als auch in Geschäften, Cafés oder Restaurants. Darüber hinaus unterhält die Telekom Hotspots an Flughäfen, in Bahnhöfen oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit mehr als 3 Millionen hat sie das größte Netz. Hinzu kommen jeweils noch tausende „private Hotspots“.

Jedoch bedeutet auch hier öffentliches WLAN, dass du dich anmelden musst, um es nutzen zu können.

Vodafone Hotspots

Entweder du gehst über die …

+ Geräte-Einstellungen
++ WLAN
+++ Vodafone Hotspot oder Vodafone Free WiFi auswählen
++++ im Browser www.vodafone.de eingeben
+++++ Nutzungsbedingungen akzeptieren

oder du installierst die Vodafone Finder App. Anschließend kannst du dich dort direkt an- und abmelden. Außerdem hilft dir die App, Hotspots in deiner Nähe zu finden. Darüber hinaus gibt es eine Übersichtskarte im Internet.

Kosten: Mindestens 30 Minuten pro Kalendertag sind kostenlos. Wenn du unbegrenzt surfen möchtest, benötigst du eine Hotspot-Flat.

Für Vodafone-Kunden mit Kabel-Router kostet es 4,99 Euro / Monat, ohne Router 9,99 Euro / Monat. Falls du kein Kunde bist, zahlst du 19,99 Euro / Monat. Außerdem kannst du auch direkt am Hotspot ein Stunden-, Tages-, Wochen- oder Monats-Ticket für 2,99 Euro bis 29,99 Euro buchen.

Telekom Hotspots

Auch bei der Telekom brauchst du deine Zugangsdaten, wenn du öffentliches WLAN nutzen möchtest.

+ Hotspots.de https://www.hotspot.de/ aufrufen
++ deine Mobilfunknummer mit 49 (z. B. 49170192837465) eingegeben
+++ dein Passwort kommt per SMS
++++ dieses Passwort eingeben.

Wesentlich einfacher geht es mit der Connect App. Dort gibst du einmalig deine Hotspot-Zugangsdaten an. Danach wirst du automatisch eingeloggt, sobald öffentliches WLAN der Telekom zu Verfügung steht. Darüber hinaus hat die Nutzung der App auch noch Sicherheits-Vorteile (s. u.).

Kosten: In den MagentaMobil Tarifen ist eine Hotspot-Flat integriert. Im Tarif Data Comfort S zahlst du 9,95 Euro / Monat.
Hier findest du eine Karte mit allen Telekom Hotspots.

Anbieter-Risiko

Wenn du öffentliches WLAN anbietest, liegt das Risiko weitestgehend bei dir. Zwar hat die Bundesregierung 2018 mit einer Änderung des Telemediengesetzes die Störerhaftung abgeschafft. Daraus folgt aber nur, dass du nicht mehr verantwortlich dafür bist, was andere über dein öffentliches WLAN herunter laden. Dennoch kann es passieren, dass dein Zugang bei einer Häufung illegaler Aktivitäten gesperrt wird.

Je nachdem wie gut dein Router abgesichert ist, könnten sich Kriminelle außerdem Zugriff auf dein privates Netzwerk verschaffen und / oder Daten auf dem Transportweg abfangen.

Risiken für den Nutzer

Öffentliches WLAN ist niemals so sicher wie dein privates Netzwerk. Am riskantesten sind WLAN-Hotspots, die du ohne Passwort nutzen kannst. Aber selbst bei passwortgeschützten Zugängen, kannst du in die Falle tappen.

So passiert es zunehmend häufiger, dass Kriminelle öffentliches WLAN missbrauchen. Dafür verwenden sie Namen, die z. B. denen von Hotel-WLAN-Zugängen zum Verwechseln ähnlich sind. Nachdem du dich eingeloggt hast, können alle deine Aktivitäten verfolgt, persönliche Daten ausgelesen oder Schad-Software kann installiert werden.

Doch auch die Nutzung vertrauenswürdiger Hotspots ist nicht frei von Risiken.

Anders als das eigene WLAN-Netzwerk in Ihrem Zuhause, sind öffentliche Hotspots selten mit dem WPA2-Verschlüsselungsverfahren gesichert. Daher ist es generell empfehlenswert, einen VPN-Client zu verwenden, wenn die Verbindung zu einem öffentlichen Hotspot hergestellt wird. Denn dadurch ist die gesamte Verbindung komplett verschlüsselt und gesichert.

Darüber hinaus sollten Sie auch immer darauf achten, sich nicht mit WLAN-Hotspots zu verbinden, die Ihnen nicht bekannt sind oder allein vom Namen her verdächtig erscheinen.

Sollten Sie unterwegs keinen Hotspot benötigen ist es immer empfehlenswert, die WLAN-Verbindung auf Ihrem Smartphone zu deaktivieren. Denn hierdurch sparen Sie nicht nur Akkuleistung, sondern verhindern auch, dass sich Ihr Smartphone automatisch mit einem öffentlichen Hotspot verbindet, ohne dass Sie es direkt mitbekommen.

Quelle: TELEKOM

Sofern du die Telekom-Connect-App verwendest, kannst du automatisches Virtual Private Network (virtuelles privates Netzwerk) aktivieren. Wenn du öffentliches WLAN anderer Anbieter nutzt, müsstest du einen VPN-Client oder einen Browser mit VPN auf deinem Gerät installieren.

Fazit

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass es an immer mehr Orten öffentliches WLAN gibt. Dennoch bleibt bei der Nutzung ein Rest-Risiko. Vor allem freie, nicht passwortgeschützte Zugänge sind nicht zu empfehlen. Aber auch private oder halb-private Hotspots können niemals so viel Sicherheit wie dein eigenes Netzwerk bieten.

Abgesehen von einem direkten Zugriff oder „Mitlesen“ durch Dritte, weisst du nie, wie abgesichert der Router des Anbieters ist.

Deshalb solltest du über öffentliches WLAN eigentlich niemals sensible Daten übertragen, wie beispielsweise beim Online-Banking.


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