Sichere Messenger | 5 Messenger im direkten Vergleich

SMS war gestern. Sind Signal, Telegram, Threema und Wire sichere Messenger? Welches sind die besten Alternativen zu WhatsApp?

Sichere Messenger - 5 Messenger im Vergleich
Grafik: eb / Logos: Threema GmbH, Open Whisper Systems

Sichere Messenger – Seite 2: Funktionen und Bewertung

Sichere Messenger – Funktionsumfang

Einerseits können alle Messenger Text-, Sprach- und Video-Nachrichten sowie Dateien versenden und empfangen. Andererseits unterscheiden sich sichere Messenger doch schon bei einigen Grundfunktionen.

Chats

Welche Möglichkeiten hast du zur Verwaltung deiner Chats und von wem kannst du Nachrichten erhalten:

Medien und Dateien

Neben dem reinen Austausch von Nachrichten gewinnt auch das Teilen von Fotos, Videos, Audio-Dateien und Links zunehmend an Bedeutung. Und hier unterscheiden sich die Messenger deutlich voneinander.

Spezielle Funktionen

Darüber hinaus legst du vielleicht auch Wert auf nette kleine Spielereien wie Sticker oder die Anpassung des Designs. Insbesondere was den Wechsel zwischen einer hellen und dunklen Oberfläche betrifft, haben fast alle inzwischen den Wunsch ihrer Nutzer umgesetzt.

Sichere Messenger – Sonstiges

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass moderne Messenger heute noch weit mehr können, als nur private Nachrichten übermitteln. Auch sichere Messenger entwickeln sich langsam quasi zum Allrounder. So gleichen sich alle nach und nach in ihrem Funktionsumfang an, so dass manche in der Tabelle als „nicht vorhanden“ angegebenen Features inzwischen verfügbar sind. Die folgende Tabelle soll nur als Momentaufnahme zur groben Orientierung dienen.

Die Angaben zu den Kosten beziehen sich auf die private Nutzung. Keiner der Messenger ist bislang werbefinanziert. Wobei du für Threema grundsätzlich bezahlen musst und Wire sowie in Zukunft wohl auch Telegram u. a. Geld mit den kostenpflichtigen Pro- bzw. Business-Versionen verdienen.

Auch bei WhatsApp gibt es inzwischen Channels, die du abonnieren kannst (Stand: 2023), jedoch wird es wohl nicht beim kostenlosen und werbefreien Modell bleiben. Denn erste Ansätze in Richtung Finanzierung durch Werbung deuten sich schon an. Einerseits gibt es bereits sogenannte Unternehmenskonten, für die diese bezahlen müssen. Andererseits ist schon seit längerem die Einblendung von Werbung im Gespräch bzw. sollte eigentlich schon Anfang 2019 umgesetzt sein. Auch sind Gerüchte im Umlauf, dass der Messenger (wieder) kostenpflichtig werden soll, was bislang aber nur in der Business-Variante umgesetzt wurde.

Bekannt, aber nicht genannt

Zwar wird auch der Facebook Messengers in Deutschland genutzt, ich habe ihn jedoch nicht berücksichtigt, da er eigentlich nur in Verbindung mit Facebook genutzt wird. Darüber hinaus treffen die bei WhatsApp geäußerten Bedenken in noch größerem Maße auf den Facebook Messenger zu.

Änderungen bei WhatsApp

Anfang Februar wurde wieder ein neues „Finanzierungsmodell“ bekannt. Zu diesem Zweck › ändert Facebook seine Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen. So erklärt Facebook (jetzt Meta) in Bezug auf WhatsApp folgendes:

Als Teil der Facebook-Unternehmen erhält WhatsApp Informationen von anderen Facebook-Unternehmen und teilt auch Informationen mit anderen Facebook-Unternehmen, um die Sicherheit und Integrität aller Produkte von Facebook-Unternehmen zu fördern; z. B. geht WhatsApp gegen Spam, Drohungen, Missbrauch oder Rechteverletzungen vor. WhatsApp arbeitet auch mit den anderen Facebook-Unternehmen zusammen und teilt Informationen mit diesen, damit sie uns dabei helfen können, unsere Dienste zu betreiben, bereitzustellen, zu verbessern, zu verstehen, anzupassen, zu unterstützen und zu vermarkten.
Quelle: Meta / Facebook

Nachdem Meta wiederholt darauf hingewiesen wurde, dass sich das Unternehmen an die EU-DSGVO halten müsse, ruderte es scheinbar zurück und verschob den Einführungstermin von Anfang Februar auf Mitte Mai. Darüber hinaus betont das Unternehmen, das der sichere Messenger WhatsApp ja Ende-zu-Ende verschlüsselt sei. Mit der von der EU bemängelten Datenschutz-Problematik hat das jedoch nichts zu tun. So hat Meta nur die Formulierung seines Hinweis-Banners geändert. Demzufolge benötige WhatsApp nur eine eingeschränkte Menge an Daten, ohne bekannt zu geben, welche das tatsächlich sind. Sichere Messenger sollten da definitiv transparenter sein.

Wie dem auch sei, lange hielt Meta daran fest, dass alle Nutzer bis zum 15. Mai 2021 den neuen Bedingungen zustimmen müssten, wenn sie den Messenger weiterhin nutzen wollten. Falls sie dies nicht täten, würden sie zunächst noch Benachrichtigungen und Anrufe empfangen, aber keine Nachrichten mehr schreiben und lesen können, bevor ihr WhatsApp-Konto komplett gesperrt würde. Bis heute ist jedoch diesbezüglich noch nichts passiert.

Bewertung: Die zwei bekanntesten Messenger

Wenn du die einzelnen Faktoren miteinander vergleichst, schneidet WhatsApp insgesamt gesehen am schlechtesten ab. Auch wenn Meta in den letzten Monaten einige neue Funktionen eingebaut hat. Deshalb ist eigentlich das Einzige was für WhatsApp spricht die nach wie vor große Verbreitung. Zwar gibt es inzwischen eine spezielle Datenschutzerklärung für die EU. Aber das ändert wenig an der undurchsichtigen Datenspeicherung und vor allem dem problematischen Datenabgleich mit Facebook (auch wenn dieser seitens Meta nach wie vor herunter gespielt wird).

Darüber hinaus ist eine parallele Nutzung auf mehreren Geräten (abgesehen vom Browser-Zugriff) nur eingeschränkt möglich. Nicht zuletzt aufgrund des Server-Standorts USA und der angekündigten Werbung ist von diesem Messenger auch aus Datenschutz-Gründen abzuraten. Meiner Meinung nach fällt er nicht in die Kategorie sichere Messenger.

Hinsichtlich Funktionsumfang, geräteübergreifender Nutzung und Information der Nutzer spricht dagegen alles für Telegram. Jedoch musst du auch bei diesem Messenger Abstriche beim Datenschutz machen. So hält sich Telegram bzgl. der Server-Standorte sehr bedeckt. Außerdem veröffentlicht der Betreiber nur einen Teil seines Quell-Codes und wechselt den Firmensitz von Zeit zu Zeit.

Einerseits verschlüsselt Telegram deine Telefonnummer und Dateien vor der Speicherung und hat lange Zeit die Herausgabe von Daten verweigert. Andererseits hat das Unternehmen seine Datenschutzerklärung am 14. August 2018 wie folgt ergänzt:

Telegram gibt deine IP-Adresse und Telefonnummer an Behörden weiter, sofern du unter Terrorismus-Verdacht stehst. Hierzu bedarf es jedoch einer gerichtlichen Bestätigung des Verdachts.
Quelle: Telegram

Darüber hinaus verknüpft Telegram inzwischen mehr Daten mit dem Benutzer (s. o.). Trotzdem fällt er für mich (aufgrund der Möglichkeit geheimer Chats) noch knapp in die Kategorie sichere Messenger.

Sichere Messenger - Zusammenfassung

Sichere Messenger – Zusammenfassung

Signal speichert die Telefonnummer, mit der du dich anmeldest auf US-Servern, mit den daraus resultierenden Problemen für EU-Bürger. Darüber hinaus sind die Entwickler in einigen Punkten wenig auskunftsfreudig. Obwohl der Messenger über weniger Funktionen als die Konkurrenten verfügt, ist er zumindest in punkto Sicherheit trotz der „US-Problematik“ als gut zu bewerten. Hinsichtlich der Anzahl der Nutzer liegt er nach WhatsApp und Telegram wohl an dritter Stelle.

Falls für dich der Datenschutz am wichtigsten ist und andere Faktoren nur eine untergeordnete Rolle spielen, solltest du dir Threema ansehen. Der Messenger erfüllt die Anforderungen der DSGVO. Außerdem kannst du ihn vollkommen anonym nutzen. Alle Daten befinden sich lediglich auf deinem Gerät und liegen auf keinem Server.

Ähnlich sicher jedoch komfortabler in der Nutzung ist Wire. Auf der Website findest du sehr ausführliche Angaben zu den AGB und zum Datenschutz, die den Vorgaben der DSGVO entsprechen. Abgesehen von deinen verschlüsselten Anmeldedaten speichert Wire nichts. Denn deine Chat-Inhalte werden erst auf deinem Gerät entschlüsselt. Deshalb kann der Anbieter nicht darauf zugreifen. Des Weiteren kannst du auch den Zugriff auf deine Kontakte und die Erfassung einiger technischer Daten in den Einstellungen untersagen.

Fazit

Zwar gibt es noch eine Reihe anderer Messenger, die in Deutschland jedoch nicht allzu verbreitet sind. Den perfekten und sicheren Messenger gibt es nicht. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Das Argument „Alle meine Kontakte nutzen WhatsApp sollte am Ende jedenfalls nicht der ausschlaggebende Faktor bei der Wahl eines Messengers sein. Wenn Du Wert auf deine Privatsphäre legst, entscheide dich für einen anderen. Sofern deinen Freunden/Kontakten etwas an einem Austausch mit dir liegt, werden sie über kurz oder lang zu einem Wechsel oder zumindest zur Nutzung deines Favoriten als „Zweit-Messenger“ bereit sein.

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