Wire Messenger | Sicher, modern und zuverlässig

. Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2018-12-14

2014 veröffentlichte ein kleines Entwickler-Team Wire zunächst nur für iOS, OS X und Android. Seitdem wurde Wire stetig weiterentwickelt. Wie sicher ist der Messenger aus der Schweiz und welche Features bietet er an?

Wire – Modernes Design

Sobald du Wire öffnest, fällt die klare und aufgeräumte Oberfläche ins Auge. Das Design ist schnörkellos. Jedes Fenster zeigt nur die notwendigen Details. Darüber hinaus ist die Konversation nicht mehr in einzelne, verspielt wirkende Sprechblasen aufgeteilt. Stattdessen erscheinen die Nachrichten untereinander, vergleichbar mit den Timelines in sozialen Netzwerken. Wie dort weisen kleine Profilbilder + Namen links neben dem Inhalt auf den Verfasser der Nachricht hin.

Wire
Illustration: eb / ebblogs

Alle wichtigen Funktionen sind mit einem Klick auf das entsprechende Icon ausführbar. Genauso übersichtlich ist die Kontakte-Liste, die lediglich den Namen des Kontakts sowie ein Badge mit der Anzahl der ungelesenen Nachrichten zeigt.

» Anmeldung
» Geräte
» Sicherheit

Kontakte

Um kommunizieren zu können brauchst du Chat-Partner. Wire bietet dir drei Möglichkeiten an, diese zu finden.
Entweder erlaubst den Zugriff auf deine (gespeicherten) Kontakte. Anschließend erscheinen diejenigen, die ebenfalls Wire nutzen.
Oder du erlaubst den Zugriff nicht und findest andere Wire-Nutzer wie folgt:

+ klickst du auf das Personen-Icon am unteren Ende der Kontakte-Liste,
++ suchst nach dem Namen bzw. Nutzernamen (s. Anmeldung) deiner Freunde oder
+++ nutzt den Button Lade Freunde zu Wire ein,
++++ kopierst die Nachricht und sendest sie per E-Mail / SMS an einen Freund.

Natürlich kannst du sie auch einladen. Außerdem gründest du im selben Fenster eine oder mehrere Gruppen. Wire lässt Gruppen von bis zu 300 Mitgliedern zu (s. Abb. 01).

Chat-Fenster und Menü-Leiste

Die Chat-Oberfläche ist in drei Abschnitte gegliedert. Auf der oberen Menü-Leiste findest du links die Lupe für eine Suche im Chat. Du gibst einen Begriff ein, um eine bestimmte Nachricht im Chat-Verlauf dieses Kontakts zu finden. Darüber hinaus zeigt das Fenster Galerien der Bilder und handschriftlichen Nachrichten sowie die Links, die du mit diesem Chat-Partner ausgetauscht hast.

Auf der rechten Seite der Leiste befinden sich zwei weitere Icons, über die du Video- oder Sprachanrufe starten kannst (s. Abb. 02).
Sobald du auf den Pfeil neben dem Namen des Partners tippst, öffnet sich ein neues Fenster mit dessen Namen, Nutzernamen sowie Profilbild.

Hier kannst du ebenfalls eine Gruppe einrichten. Nach dem Anklicken der drei Punkt erscheint ein weiteres Menü mit folgenden, auf diese Person bezogenen Funktionen:

  • Stummschalten
  • Archivieren
  • Inhalt löschen
  • Kontakt blockieren

Klickst du auf Geräte, siehst du, mit welchen Geräten dein Partner angemeldet ist. Jedes Gerät hat einen eigenen Schlüssel-Fingerabdruck. Diese ID besteht aus einer Buchstaben-Ziffern-Kombination. Um das Gerät zu verifizieren, vergleichst du, ob der bei dir angezeigte Schlüssel mit dem auf dem Gerät deines Kontakts übereinstimmt (s. Abb. 03).

Nachricht verfassen

Auf der Doppelleiste unterhalb des Chat-Verlaufs befindet sich rechts im Text-Eingabefeld der Timer. Über ihn legst du fest, wann die aktuelle Nachricht automatisch gelöscht wird. Zur Auswahl stehen: nach 10 Sekunden, 5 Minuten, 1 Stunde / Tag / Woche oder nach 4 Wochen. Diese automatische Löschfunktion ist sowohl bei Nachrichten an einzelne Kontakte als auch innerhalb von Gruppen möglich.

Unterhalb des Text-Eingabefeldes bietet dir der Messenger folgende Funktionen an (s. Abb. 02):

  • 1 Kamera: Ein Foto aufnehmen bzw. aus deiner Mediathek auswählen.
  • 2 Auslöser-Symbol: Ein Video drehen.
  • 3 Sketch: Eine handschriftliche Nachricht oder eine Skizze erstellen.
  • … GIF: Eine Auswahl an GIFs von giphy.com
  • 4 Mikrofon: Senden einer Sprachnachricht.

Tippst du auf die drei Punkte, klappt eine Leiste mit drei weiteren Funktionen auf (s. Abb. 04):

  • 6 Ping: Anstupsen eines Kontakts.
  • 7 Anhang: Senden von Dokumenten, die auf deinem Gerät oder im Dateimanager gespeichert sind.
  • 8 Standort: Einem Kontakt deinen aktuellen Standort mitteilen.

Anmeldung

Um Wire nutzen zu können, musst du dich anmelden. Wire benötigt dazu deinen Namen (Vorname reicht) sowie deine Telefonnummer und ein Passwort. Auf dem Desktop kannst du dich auch mit deiner E-Mail-Adresse anmelden.

Zur Verifizierung sendet dir Wire einen Code per SMS, den du dann in der App einfügen musst. Falls du dich mit einer E-Mail-Adresse anmeldest, erhältst du eine Verifizierung-E-Mail.

Anschließend wählst du einen Nutzernamen. Da manche Namen sehr beliebt sind, musst du u. U. einige Varianten ausprobieren, bis dein Wunsch akzeptiert wird. Einerseits hat dieser Nutzername den Vorteil, dass andere dich darüber in Wire finden können. Andererseits kannst du dich so mit Personen verbinden, ohne dass sie deine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse erfahren.

Zum Schluss lädst du noch ein Profilbild hoch. Im Gegensatz zu den Profilbildern in anderen Netzwerken erscheint dieses später nicht nur als kleines Icon, sondern auch bildschirmfüllend als Hintergrundbild z. B. deiner Kontakte-Liste.

Profil

Ist der Anmeldeprozess abgeschlossen, tippst du auf dein Profil-Icon oberhalb der Kontakte-Liste. Dort erscheint dein Name, dein Nutzername und dein Profilbild. Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, ein weiteres, unabhängiges Konto anzulegen. So könntest du beispielsweise ein Konto für deine privaten und ein zweites für berufliche Kontakte nutzen.

Sofern du dich für die Business-Version entschieden hast, kannst du hier auch ein neues Team zusammenstellen (s. Abb. 05).

Konto-Einstellungen

Abgesehen von den bereits oben genannten Angaben legst du in den Einstellungen die Farbe fest, in der dein Name in den Chats erscheint. Außerdem bestimmst du, ob dein Gerät anonyme Reports an Wire senden darf und ob du einen Newsletter erhalten möchtest.

Des weiteren hast du die Möglichkeit ein Backup deiner Chats zu erstellen. Dieses wird in einem von dir gewünschten Ordner in deiner Cloud gespeichert. Nützlich ist das vor allem dann, wenn du keinen Zugriff auf dein Gerät mehr haben solltest (s. auch Sicherheit).

Zuletzt setzt du hier gegebenenfalls dein Passwort zurück, löschst dein Konto oder loggst dich aus (s. Abb. 06).

Geräte

In dieser Liste findest du alle Geräte, auf denen du Wire verwendest. Außerdem deren Schlüssel-Fingerabdruck und wann du das Gerät angemeldet hast. Darüber hinaus kannst du hier

• deine jeweils anderen Geräte verifizieren,
• ein Gerät zurücksetzen, wenn der Schlüssel nicht übereinstimmt
• oder ein Gerät ganz entfernen.

Insgesamt erlaubt Wire die Nutzung auf bis zu 8 Geräten parallel. Dazu meldest du dich auf jedem einzelnen mit deinen zuvor festgelegten Angaben an. Die Inhalte einschließlich der zeitlich begrenzt sichtbaren sind anschließend auf allen Geräten synchron (s. Abb. 07).

Allgemeine Einstellungen

Du hast folgende Optionen:

+ Öffnen der Kontakt-Einstellungen (falls du den Zugriff erlaubt hast)
++ Anzeigen von Absendernamen und Nachricht auf dem Sperrbildschirm
+++ Banner mit Hinweis auf neue Nachricht
++++ Benachrichtigungstöne zulassen
+++++ Wire Anrufe auf dem Sperrbildschirm und in der Anruf-Liste (iOS) anzeigen
++++++ Variable Übertragungsrate: Anrufe verbrauchen in einem schlechten Netz weniger Daten und funktionieren besser.

Personalisierung

Wire bringt jeweils einen eigenen Ton für Anrufe, Nachrichten und Anstupsen mit. Jedoch kannst du jeden der drei Töne durch einen anderen aus der Auswahlliste deines Geräts ersetzen.

Zuletzt entscheidest du dich,

+ in welchem Browser Wire Links öffnen soll (sofern du mehr als einen auf dem Gerät installiert hast),
++ ob du das helle oder dunkle Theme nutzen und
+++ Nachrichten per Send-Button oder mittels Zurück-Taste absenden möchtest.

Abschließend ist es möglich, die Wire App mit einem Passwort zu sichern (s. Abb. 08-09).

» ABBILDUNGEN

Sicherheit

Ein zunehmend wichtigerer Aspekt bei der Wahl eines Messengers ist die Datensicherheit. Was passiert mit deinen persönlichen Daten?
Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz versichert, nur Server mit Standort in der EU zu nutzen sowie nach den Vorgaben der Datenschutzgesetze der Schweiz und der EU zu arbeiten. Wire lässt die Sicherheit regelmäßig überprüfen, veröffentlicht Transparenz-Berichte und ist Open-Source.

Alle Nachrichten sind Client-to-Client verschlüsselt. Das bedeutet, dass sie auf deinem Gerät ver- und auf dem Gerät des Empfängers wieder entschlüsselt werden. Einerseits heißt das, dass sie nur auf deinem bzw. dem Gerät des Empfängers und nicht in einer Cloud des Anbieters gespeichert sind.
Andererseits sind beim Verlust des Geräts auch die Chats verloren, es sei denn, du hast zuvor ein Backup angelegt. Falls du Wire auf mehreren Geräten verwendest, werden die Nachrichten für jedes Gerät einzeln verschlüsselt. Mehr dazu im Whitepaper von Wire / Englisch (für Technikbegeisterte).

Wire verwendet für die Meta-Daten ebenfalls eine Transportverschlüsselung. Außerdem speichert das Unternehmen die verschlüsselten Nachrichten nur solange auf Servern, bis sie an den Empfänger ausgeliefert sind. Logs bleiben 72 Stunden gespeichert, u. a. um einen Missbrauch zu verhindern.

Datenschutz

Um ein Konto einzurichten, benötigt Wire einige persönliche Daten. Diese bleiben nur solange gespeichert, wie dein Konto besteht. Andere Nutzer können weder deine Telefonnummer noch deine E-Mail-Adresse sehen.

Darüber hinaus erfasst Wire einige technische Daten wie den Gerätetyp, um eine Weiterleitung zwischen den Geräten zu ermöglichen. Über alle weiteren Zugriffe entscheidest du in den Einstellungen des Messengers.

Der Anbieter legt kein Profil über dich an, verkauft keine Daten und ist frei von Werbung.

Kosten und Download

Wire kannst du privat kostenlos nutzen. Angaben zum kostenpflichtigen Business-Plan mit zusätzlichen Funktionen findest du hier. Um den Messenger zu verwenden, musst du mindestens 16 Jahre alt sein.

Neben den mobilen Apps gibt es eine App für Mac (Mac App Store) sowie Anwendungen für Windows, Linux und den Zugriff über einen Browser. Weitere Details findest du auf der Webseite von Wire. Alle Anwendungen erhalten regelmäßig Updates.

Fazit

Wire punktet nicht nur bei der Sicherheit, sondern auch bei der Anwenderfreundlichkeit. Das Design mag für manche etwas gewöhnungsbedürftig sein. Mir gefällt es jedoch sehr gut. Alles ist übersichtlich angeordnet und die Bedienelemente sind leicht erreichbar. Darüber hinaus sind alle Funktionen vorhanden, die einen modernen Messenger auszeichnen.

Im Vergleich zu Telegram, meinem bisherigen Favoriten, fehlen höchstens eine Zitier-Funktion, Sticker, Channels und Super-Gruppen.
Einerseits vermisse ich das Abonnieren von Channels ein bisschen. Anderseits kann ich mich über Neues bei meinen Channel-Anbietern auch auf anderem Wege informieren lassen.

Sticker sind eine nette Spielerei,. Jedoch sind sie ebenso wie das Zitieren von Nachrichten meiner Meinung nach nicht essentiell notwendig. Hinsichtlich der Gruppen bestand bisher für mich nicht die Notwendigkeit, solche mit mehreren Hundert Mitgliedern zu gründen.

Natürlich teilt Wire einen weiteren Nachteil mit allen Alternativen zu WhatsApp: Nur wenige deiner Kontakte werden den Messenger bisher nutzen. Die meisten kennen ihn wahrscheinlich gar nicht. Deshalb ist wiedermal Überzeugungsarbeit gefragt.

Auf mich macht der Messenger einen sehr guten Eindruck. In der nächsten Zeit werde ich Wire und Telegram wohl noch parallel verwenden. Langfristig hat Wire jedoch eine gute Chance meine Nummer 1 zu werden.


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