Adblocker im Browser | Was sind die Vor- und Nachteile?

Aktualisiert am 15-01-2020, von Ellena

Adblocker im Browser sollen die Werbeflut auf Webseiten eindämmen. Jedoch kann diese Blockierung auch Nachteile für die Nutzer haben.

Adblocker im Browser – Funktion

In erster Linie verstecken Adblocker Online-Werbung bzw. laden sie gar nicht erst herunter. Zu den blockierten Elementen zählen neben Grafiken auch Inline frames (Inline-Bilder), Java-Applets (mittels Java Script eingebettete Anzeigen), Flash- sowie Textwerbung. Stattdessen sehen Sie häufig nur ein leeres Feld. Manchmal steht dort einfach „Werbeanzeige“ ohne weiteren Inhalt.

Normalerweise ist aber eine Whitelist aktiviert, die unaufdringliche Werbung durchlässt. Das bedeutet, dass Sie trotz aktivem Adblocker im Browser nicht ganz von Werbeanzeigen auf Webseiten verschont bleiben. Allerdings blenden sie zumindest aggressiven Werbung wie Pop-Ups oder Overlays recht zuverlässig aus.

Einerseits laden die Webseiten unter Umständen schneller, da weniger Daten übertragen werden müssen. Andererseits kann ein Werbeblocker als Add-on den Browser selbst verlangsamen.

Installation

Bei vielen Browsern ist bereis eine Art Adblocker im Browser vorhanden. Dies trifft beispielsweise auf Firefox, Opera und Chrome zu. Wie effektiv die Werbeanzeigen tatsächlich ausgeblendet werden, variiert von Browser zu Browser. In erster Linie blockiert er aggressive Werbung und Autoplay-Videos.

Wenn Sie mit der Wirkung nicht zufrieden sind oder Ihr Browser beispielsweise Pop-Ups nicht blockiert, können Sie unter

  1. Erweiterungen
  2. Add-ons
  3. einen Adblocker auswählen und
  4. installieren

Eines der bekanntesten und meistgenutzten Add-ons ist wohl AdBlock Plus.

Adblocker
Grafik: eb

Adblocker im Browser aktivieren

Sofern Sie Chrome, Firefox oder Opera verwenden, gehen Sie in die

  1. Einstellungen
  2. Datenschutz & Sicherheit
  3. Werbung bzw. Popups blockieren*

Um auch das Tracking (die Verfolgung Ihres Verhaltens auf Webseiten etc.) zu verhindern, sollten Sie auch noch Haken setzen bei …

  • Gefährliche und betrügerische Inhalte
  • sowie gefährliche Downloads blockieren,
  • Vor unerwünschter und ungewöhnlicher Software warnen,
  • Aktivitätenverfolgung blockieren und
  • „Do Not Track“ Information senden.

Sobald Sie z. B. AdBlock Plus installiert und aktiviert haben, erscheint ein entsprechendes Icon in der Symbolleiste des Browsers. Nachdem Sie auf dieses geklickt haben, öffnet sich ein Fenster mit folgenden Optionen:

  • Aktivierte Filterlisten
  • Eigene Filter hinzufügen
  • Ausnahmen (s. Kehrseite)
  • Allgemeines

Blockierte Werbung

Sowohl bei AdBlock Plus als auch im Opera Browser zeigt das Werbeblocker-Icon in der Symbolleiste die Anzahl der blockierten Werbeanzeigen. Bei Chrome und Firefox fehlen Details.

Wenn Sie jedoch eine Adblocker Plugin wie AdBlock Plus von Eyeo verwenden, müssen Sie wissen, dass dieses Werbung nicht komplett verhindert. Nur wurde das bisher nicht offen kommuniziert. So gibt es sogenannte Akzeptable Werbung inklusive Tracking, die trotzdem angezeigt wird. Um auf die entsprechende Liste zu gelangen, müssen die Unternehmen auf Popups verzichten und an Eyeo 30% der durch diese Werbung erzielten Umsätze zahlen.

Aufgrund vermehrter Kritik am heimlichen „Aufweichen“ des Adblockers, hat sich Eyeo entschlossen, transparenter damit umzugehen. Auf einer eigenen Webseite, können Sie sich nun über Akzeptable Werbung informieren. Auch erfahren Sie dort, wie Sie diese deaktivieren können.

Kehrseite der Adblocker im Browser

Was die Besucher von Webseiten als angenehm empfinden, stößt bei vielen Website-Betreibern nicht auf Gegenliebe.

Denn diese zeigen auf ihren Seiten die Werbung nicht, um Besucher zu ärgern. Für Online-Dienstleister ist dies eine oder oft sogar die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. Deshalb ist der Einsatz von Werbeblockern für sie kontraproduktiv. Solange Adblocker im Browser noch relativ selten aktiviert waren, haben sie diese ignoriert. Inzwischen hat sich die Situation jedoch geändert.

Einerseits ist ein Adblocker in den meisten modernen Browsern bereits integriert und aktiviert. Da einige Nutzer noch nie die Browser-Einstellungen genauer betrachtet haben, ändern sie auch an den Voreinstellungen nichts. Und selbst wenn sie sich um die Einstellungen kümmern, deaktiviert wohl kaum jemand den Adblocker im Browser.

Andererseits gibt es zumindest gefühlt mehr und aggressivere Werbeanzeigen, so dass immer mehr Nutzer diese mittels Adblocker im Browser unterbinden.

Maßnahmen der Webseiten-Betreiber

Angenommen, Sie möchten eine Webseite, die Werbung enthält, aufrufen und Ihr Adblocker ist aktiv. Dann erwartet Sie eines dieser Szenarien:

Im günstigsten Fall

  • lädt die Seite und
  • die Inhalte sind wie gewohnt sichtbar.

Aus Besuchersicht etwas störender, aber noch akzeptabel ist,

  • dass die Seite wie gewohnt lädt und
  • ein Popup mit einem netten Hinweis erscheint:

Dein Adblocker erschwert die Finanzierung dieser Webseite 🙁 Deshalb bitten wir um eine Spende bzw. abonniere bitte unsere Webseite

z. B. MOBIFLIP (2019)

Nicht-lesbare Webseiten

Zunehmend häufiger begegnet Ihnen aber die dritte Variante: Nach dem Aufrufen der Seite schiebt sich ein Overlay über (fast) die gesamte Seite. Somit können Sie höchstens noch den Titel des Beitrags und die ersten Zeilen lesen. Der Rest ist verborgen. Stattdessen verlangt der Website-Betreiber, dass Sie den Adblocker im Browser deaktivieren. Eventuell folgt eine kurze Anweisung, wie Sie das tun können.

Außerdem kann es passieren, dass Sie den Beitrag auch nach Deaktivierung des Adblockers nicht lesen können. Entweder sollen Sie

  • auch die „Do Not Track“ Funktion ausschalten,
  • nicht im Inkognito-Modus surfen bzw.
  • kein VPN verwenden

oder die Webseite erst abonnieren, bevor Sie Zugriff auf den Inhalt erhalten.

Adblocker im Browser oder Abo
Spiegel Online – Screenshot: eb

Teilweise lesbare Seiten

Inzwischen gehen immer mehr Websites, darunter vor allem Online-Nachrichten-Portale dazu über, „PLUS-Inhalte“ anzubieten. Somit können Sie einige Artikel wie gewohnt lesen, bei den meisten sehen Sie jedoch nur noch die Einleitung. Der eigentliche Beitrags-Text bleibt unter einem Overlay (s. oben) verborgen, bis Sie für den Beitrag bezahlt haben.

Adblocker im Browser deaktivieren

Um den Adblocker im Browser und/oder „Do Not Track“ auszuschalten, gehen Sie in die Browser-Einstellungen, rufen dort den Bereich Datenschutz & Sicherheit auf und deaktivieren …

Chrome

  • Mit Browserzugriffen eine „Do Not Track“ Anforderung senden
  • Pop-ups blockieren

Firefox

  • Schutz vor Aktivitätenverfolgung
  • Script blockieren (nie)
  • Do not Track-Information senden (nur wenn Schutz aktiv ist)
  • Pop-up-Fenster blockieren (Ausnahme erlauben oder in der Suchleiste für diesen Besuch deaktivieren)

Opera und Adbocker Add-on

Adblocker für eine bestimmte Seite direkt über das Icon in der Symbolleiste ausschalten.

„Do-Not-Track“ deaktivieren:

Opera:

  1. Datenschutz & Sicherheit
  2. Werbung blockieren (Ausnahmen erlauben)*
  3. Eine „Do not Track Aufforderung mitsenden“
  4. Haken dort entfernen

Safari:

  1. Sicherheit
  2. Popups blockieren
  3. Haken entfernen sowie bei
  4. Datenschutz
  5. Website Tracking
  6. beide Haken dort entfernen

*Whitelist

Sowohl bei Add-ons als auch beim Adblocker im Browser haaben Sie die Möglichkeit, bestimmte Websites in eine sogenannte weiße Liste einzutragen. Anschließend wird Werbung auf diesen Websites nicht mehr blockiert. Leider gibt es das noch nicht bei allen Browsern. Infolgedessen heißt es dort genauso wie bei „Do Not Track“ alle oder keine.

Hinsichtlich des Abschaltens der Adblocker und der „Do Not Track“ Funktion gibt es nicht nur deshalb Bedenken. Denn mit jedem Deaktivieren verlieren Sie ein großes Maß an Sicherheit. Nicht ohne Grund bringen moderne Browser diese Funktionen bereits mit und verlassen sich nicht mehr nur auf das Sicherheitsbewusstsein der einzelnen Nutzer.

Fazit

Grundsätzlich scheint ein Adblocker im Browser oder als Add-on eine gute Lösung zu sein. Selbst wenn dadurch nicht sämtliche Werbung verschwindet, werden Sie beim Lesen doch wesentlich weniger gestört.

Da viele Nutzer des Internets aber alles kostenlos haben möchten, sind Website-Betreiber meistens auf Werbeeinnahmen zur Finanzierung ihres Angebots angewiesen. Deshalb bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, als gegen Werbeblocker vorzugehen, wenn sie überleben wollen. Oder sie müssen die Leser quasi dazu zwingen, die Website zu abonnieren.

Falls Sie eine Website regelmäßig besuchen, wäre es eigentlich nur fair, sie auch zu abonnieren. Eine Zeitung zu abonnieren oder eine Zeitschrift zu kaufen ist (war) völlig normal. Warum gilt das dann nicht auch für Websites.

Dagegen wird es etwas problematischer mit Webseiten, die Sie nur selten oder nur einmal besuchen / besuchen möchten. Wer möchte schon ein Abonnement abschließen, nur um einen speziellen Beitrag zu lesen? Sofern Sie die Seite dann keiner Whitelist hinzufügen oder den Adblocker im Browser nicht einmalig deaktivieren können, bleibt nur der Verzicht. Dabei würden beide Seiten verlieren. Denn Sie können den Beitrag nicht lesen und die Website muss auf einen Besucher verzichten.

Letztendlich sind da auch die Website-Betreiber gefragt. Zwischen alles deaktivieren und ein Jahres-Abo abschließen sollte es doch mehr alternative Lösungen geben. Ein Ansatz ist beispielsweise die Option das Bezahlen pro Beitrag. Ob sich das durchsetzen wird und ob dadurch genügend Einnahmen erzielt werden, bleibt abzuwarten.

Die Sicherheitsfunktionen / Filter komplett auszuschalten, halte ich jedenfalls für keine gute Lösung. Warum nicht wenigstens auf aggressive Werbung und Autoplay-Videos generell verzichten?

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