Firefox Browser | Ist Mozilla Firefox besser als Google Chrome?

Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2019-02-24

Ende 2017 veröffentlichte Mozilla eine komplett überarbeitete neue Version ihres Browsers. Der Firefox Browser ist nun moderner, schneller, sicherer und weniger Ressourcen-hungrig. Warum ist Google Chrome dennoch der beliebteste Browser?

Firefox Browser

Die erste Version von Mozilla Firefox kam bereits 2002 auf den Markt, der große Konkurrent Google Chrome folgte erst 2008. Obwohl es nach wie vor eine treue Firefox Browser Fan-Gemeinde gibt, ist Google Chrome in der Beliebtheitsskala schnell nach oben geschossen.

Firefox
Firefox Browser: eb / ebblogs

Im Gegensatz zu Google, das seine Umsätze hauptsächlich mit Werbung erzielt, steht hinter dem Firefox Browser die Mozilla Foundation. Hierbei handelt es sich um eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation, die sich durch Spenden finanziert.

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Technik

Das Herz eines Browsers ist die Browser-Engine. Vereinfacht gesagt wandelt dieser Browser-Motor Dokumente und andere Inhalte von Webseiten in eine interaktive visuelle Darstellung auf den Geräten um. Noch bis 2015 gab es acht Browser-Engines. Momentan werden nur noch vier wirklich genutzt:

  • Chromium (Blink): Chrome, Opera
  • Quantum (Gecko): Firefox Browser
  • Webkit: Safari
  • Edge: Microsoft Edge Browser

Da Microsoft im Dezember 2018 bekannt gab, das „Experiment“ Edge sterben zu lassen, wird die Browser-Engine-Landschaft noch öder. Denn Microsofts Standard-Browser wird zukünftig von Chromium angetrieben werden. Deshalb wäre die Nutzung von Quantum im Firefox Browser die einzige Möglichkeit, dem Google-Imperium zu entkommen. Oder natürlich mit Safari, welcher jedoch nur auf Macs bzw. iOS-Geräten läuft.

Suchmaschinen

Logischerweise setzt Google im Chrome Browser auf seine eigene Suchmaschine. Zwar kannst du theoretisch auch andere Suchmaschinen verwenden. Von Haus aus bietet der Browser alternativ jedoch nur Yahoo und Bing an.

Da Mozilla keine eigene Suchmaschine betreibt, kannst du in den Firefox Browser Einstellungen nicht nur zwischen Google und Bing wählen. Zusätzlich werden u. a. DuckDuckGo und Ecosia angeboten. Diese legen besonderen Wert auf die Privatsphäre der Nutzer. Darüber hinaus hast du auch hier die Möglichkeit, eine andere Suchmaschine zu verwenden.

Das Browser-Fenster

Zunächst unterscheiden sich die Task-Leiste und die darüber erscheinenden Tabs beim Firefox Browser nicht von anderen. Jedoch sind sowohl die sichtbaren Schnellzugriffe für bestimmte Aktionen selbst als auch deren Anordnung nach Belieben anpassbar.

+ Hamburger Menü
++ Anpassen
+++ Symbole in die Task-Leiste ziehen
++++ bzw. dort vorhandene entfernen
+++++ evtl. das Theme ändern

Außerdem erreichst du alle Optionen (auch) über das Hamburger-Menu rechts außen.

Ein Klick auf den Fuchs in der linken oberen Ecke des Startfensters zeigt dir eine kurze Einführung in den neuen Firefox Browser. Gegenüber bringt dich ein Klick auf das Zahnrad direkt in die Browser-Einstellungen.

Firefox Browser
Firefox Desktop 10 Abbildungen: eb

Im folgenden stelle ich einige besondere Funktionen vor (Abb. 1 bis 5).

Wichtige Seiten

Zunächst ist das Startfenster in zwei Abschnitte unterteilt. Als erstes wichtige Seiten, vergleichbar mit der Speed-Dial-Funktion anderer Browser. Darunter ein Überblick über deine zuletzt besuchten Seiten. Wenn du das private Fenster öffnest, fehlen diese beiden Abschnitte.

Für die wichtigen Seiten stehen dir 6 bzw. 12 Felder zur Verfügung, in denen du jeweils das Icon der betreffenden Webseite siehst. Einerseits passen sich die Felder dynamisch an und zeigen deine meist besuchten Seiten.

Andererseits hast du auch die Möglichkeit, jede Webseite, die für dich besonders wichtig ist, selbst hinzufügen und zu pinnen. Solange du den Pin nicht ablöst, sind sie statisch, auch wenn du sie nur selten aufrufst. Des weiteren lässt sich der gesamte Abschnitt einklappen oder auch ganz entfernen.

Außerdem hast du mit einem Klick auf die an der rechten oberen Ecke jedes Feldes erscheinenden drei Punkte folgende Optionen:

  • Pinnen / Ablösen
  • Bearbeiten (URL, Name)
  • In neuem Fenster
  • bzw. in neuem privaten Fenster öffnen
  • Entfernen
  • Aus der Chronik löschen

Zuletzt besuchte Seiten

Im zweiten Abschnitt erscheinen Webseiten, die du aufgerufen hast. Auch diesen Abschnitt kannst du einklappen, entfernen oder ihn oberhalb der wichtigen Seiten platzieren. Darüber hinaus verbergen sich hier hinter den drei Punkten ebefalls Optionen zur Bearbeitung jedes einzelnen Feldes:

  • Als Lesezeichen oder
  • bei Pocket speichern
  • In neuem
  • bzw. neuem privaten Fenster öffnen
  • Entfernen
  • Aus der Chronik löschen

Da sich die in diesem Abschnitt angezeigten Webseiten nicht pinnen lassen, verändern sie sich, sind also immer dynamisch.

Suche

Neben der Standard-Suche gibt es ein zweites Suchfeld, das du wie o. a. in die Task-Leiste einfügst. Anschließend startest du über das Standard-Suchfeld die Suche mit der, von dir in den Firefox Browser Einstellungen festgelegten Suchmaschine.

Wenn du die Suche im Zusatzfeld beginnst, klappt darunter ein kleines Fenster auf. Dort kannst für diesen Begriff mit einem Klick eine andere Suchmaschine auswählen. So könntest du die Suche z. B. direkt in Amazon starten.

Lesezeichen

Natürlich kannst du auch beim Firefox Browser beliebig viele Lesezeichen anlegen. Nachdem du auf den Bookmark-Stern geklickt hast, wählst du aus, wo du das Lesezeichen ablegen möchtest.

  • In der Lesezeichenleiste unterhalb der Task-Leiste
  • im Lesezeichen-Menü oder
  • unter Weitere Lesezeichen

Wenn du mehrere Lesezeichen gesammelt hast, wird es leicht unübersichtlich. Deshalb sortierst du sie und/oder erstellst Ordner, in die du dann die Lesezeichen verschiebst. Andererseits kannst du sie aber auch direkt in einem Ordner speichern. Anschließend greifst du an drei Orten auf deine Lesezeichen zu. Entweder über die

  • Lesezeichenleiste,
  • die ausklappbare Seitenleiste
  • oder die Bibliothek.

Bibliothek

Sofern du das entsprechende Symbol in deine Task-Leiste eingefügt hast, ermöglicht es dir den direkten Zugriff auf:

  • Lesezeichen
  • Pocket-Liste
  • Chronik
  • Downloads
  • Synchronisierte Tabs
  • Bildschirmfotos.

Privates Surfen

Selbstverständlich bietet auch der neue Mozilla Firefox Privates Surfen an. Zwar surfst du nicht vollkommen anonym, aber zumindest entfällt das Speichern von

  • besuchten Seiten
  • Suchanfragen
  • Cookies sowie
  • temporären Dateien.

Darüber hinaus ist es generell sinnvoll, die Datenschutz-Einstellungen im Firefox Browser anzupassen. Hierzu rufst du

+ Einstellungen
++ Datenschutz & Sicherheit auf.

Anschließend gehst du alle Punkte durch und versuchst die richtige Balance zwischen Schutz und Komfort zu finden.

Datenschutz & Sicherheit

Einerseits ist eine hohe Datensicherheit wünschenswert. Anderseits sollte das Surf-Erlebnis aber nicht zu sehr eingeschränkt werden. Denn leider sind noch nicht alle Webseiten an die aktuellen Datenschutz-Maßstäbe angepasst. Deshalb lassen sie sich u. U. nicht mehr aufrufen, wenn die Schutzmaßnahmen zu hoch sind.

Am besten wäre es natürlich, solche Webseiten nicht mehr zu nutzen. Falls du aber darauf gar nicht verzichten willst / kannst, musst du „die Ketten etwas lockern“. Entweder du lässt eine Ausnahme für bestimmte Webseiten zu. Oder du schwächst den Schutz generell ab. Letzteres wäre die schlechtere Variante (Abb. 6 bis 9).

Firefox Klar

Wenn du permanent privat surfen möchtest, bietet Mozilla Firefox Klar als eigenständigen Browser für mobile Geräte an. Darüber hinaus kannst du den Tracking-Schutz von Firefox Klar auch in Safari verwenden. Wobei allerdings die meisten Webseiten die „Do-Not-Track“-Aufforderung ignorieren.

Nachdem du deine Suche im Internet beendet hast, klickst du in diesem Browser einfach auf Entfernen. Danach sind sowohl die Chronik als auch Passwörter, Lesezeichen und vor allem Cookies gelöscht.

Wenn du die geöffnete Webseite im regulären Firefox Browser oder einer anderen App anzeigen möchtest, nutzt du dafür die Teilen-Funktion.

Mehr dazu: MOZILLA SUPPORT

Synchronisation

Ein häufig genanntes Argument für die Bevorzugung von Chrome ist die Synchronisation: „Chrome läuft und synchronisiert automatisch auf allen Geräten.“

Für Mozilla Firefox gilt jedoch dasselbe. Der Browser steht ebenfalls für alle Systeme zur Verfügung. Nachdem du dich in den

+ Einstellungen
++ Firefox-Konto
+++ mit E-Mail-Adresse und Passwort angemeldet hast,

bestimmst du was synchronisiert werden soll. Außerdem kannst du hier die Geräte verwalten (Abb. 10). Insofern unterscheidet sich der Firefox Browser in keiner Weise von Chrome. Denn auch dort funktioniert die Synchronisation nur nach Anmeldung bei Google.

Firefox Browser
Firefox mobil: eb
Firefox Browser
Synchronisation mobil: eb
Firefox Browser
Einstellungen mobil: eb

Anschließend lädst du z. B. den mobilen Firefox Browser herunter und meldest dich dort mit demselben Konto an. So hast du Zugriff auf deine wichtigen Seiten, Bookmarks, Chronik etc. Außerdem ist es möglich, Tabs geräteübergreifend zu nutzen. Wenn eine Webseite auf dem Desktop geöffnet ist, kannst du sie direkt auf deinem mobilen Gerät weiter lesen.

Download

Der Browser ist für alle Geräte / Betriebssysteme kostenlos.

Neben iOS- und Android-Apps gibt es Firefox Browser für MacOS sowie für Windows und Linux, jeweils 64-bit und 32-bit Version. Auch Firefox Klar ist für iOS und Android kostenlos.

Firefox vs Chrome

Ein direkter Vergleich der beiden Browser zeigt ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Je nach Art des Benchmark-Tests ist entweder Chrome oder der Firefox Browser schneller. Auch hinsichtlich der geräteübergreifenden Synchronisation gibt es keine Unterschiede.

Wenn du weiter ins Detail gehst, schneidet der Firefox Browser sogar etwas besser als Google Chrome ab.
Quelle: VERGLEICH.ORG

Bedienung: Chrome + + + / Firefox + + (+)
Ausstattung: Chrome + + / Firefox + + +
Privatsphäre: Chrome + + / Firefox: + + +
Updates: Chrome + + + / Firefox + + +

Außerdem veröffentlicht Google nur Teile seines Quell-Texts, während Mozillas Firefox Browser komplett Open-Source ist.

Aktualisierungen

Das Firefox Update auf Version 65.0 bringt vor allem Neuerungen mit, die den Datenschutz betreffen. So hast du nun eine bessere Tracking-Kontrolle. Zu diesem Zweck erscheint ein neues Symbol in der Suchleiste – zwischen i und dem grünen Schloss. Wenn du Webseiten aufrufst, die deine Aktivität verfolgen und/oder Cookies setzen, findest du dort ein violettes Schild-Symbol. Sobald du auf dieses klickst, siehst du jeweils eine Liste der

  • Elemente zur Aktivitätenverfolgung = URLs
  • Cookies des Webseitenbetreibers sowie von Drittanbietern

… sowie eine Information, ob du diese blockiert hast. In den Browser-Einstellungen kannst du deine Präferenzen festlegen:

+ Einstellungen
++ Datenschutz & Sicherheit
+++ Browser-Datenschutz
++++ Seitenelemente blockieren

Hier hast du Wahl zwischen Standard (bekannte Elemente nur im privaten Fenster blockieren), Streng (alle bekannten Elemente blockieren) oder Benutzerdefiniert. Hier entscheidest du, wie du mit Tracking-Elementen in welchem Modus umgehen möchtest. Darüber hinaus kannst du eine Blockierliste anlegen bzw. diese ändern. Das gleiche gilt für Cookies. Allerdings weist Mozilla ausdrücklich darauf hin …

Das Blockieren von Cookies und Elementen zur Aktivitätenverfolgung kann zu Problemen mit einigen Websites führen.

Deshalb musst du abwägen, was dir wichtiger ist – der problemlose Besuch von Webseiten, die dich ausgiebigst verfolgen oder schnelleres und datensparsameres Surfen. Denn insbesondere Werbe-Tracker sind nicht nur störend, sondern wirken sich auch auf die Performance einer Webseite aus.
Des weiteren schützt Mozilla jetzt auch deine Daten während der Synchronisierung zwischen Geräten durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Fazit

Ich arbeite schon seit Jahren mit dem Firefox Browser und bin mit seiner Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit und Bedienung sehr zufrieden. Vor allem der Funktionsumfang macht den Firefox Browser nicht nur für Gelegenheits-Surfer interessant. Sondern die breite Auswahl an Entwickler-Tools erlaubt auch professionelles Arbeiten mit diesem Browser.

Dagegen ist letzteres ist bei Google Chrome nicht so optimal gelöst. Darüber hinaus hat Google zwar beim Datenschutz erheblich nachgebessert. Trotzdem ist Mozilla in dieser Hinsicht immer noch wesentlich vertrauenswürdiger. Denn Google wird sich wohl kaum selbst den Geldhahn zudrehen. Deshalb wird es beispielsweise die Aktivitätenverfolgung nicht ganz unterbinden. Letztendlich würde ein kompletter Schutz davor auch Google Analytics überflüssig machen.

Unter Berücksichtigung aller Aspekte ist die Bevorzugung von Google Chrome gegenüber dem Firefox Browser nicht objektiv nachvollziehbar. Vermutlich sind dafür (wiedermal) zwei Faktoren verantwortlich:

Bequemlichkeit: Ich nutze Android und bin eh bei Google angemeldet
Vorurteile: Der Firefox Browser ist altbacken und synchronisiert nicht

Ich hoffe, mit diesem Beitrag konnte ich zumindest die Vorurteile ausräumen. Der Firefox Browser von Mozilla ist modern und sogar in einigen Punkten nicht nur Safari, sondern auch Google Chrome überlegen.


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