Opera Browser | Wie gut sind Opera, Neon, Touch?

Opera war immer innovativ und bietet unterschiedliche Browser an. Dennoch führen die Opera Browser bis heute ein Schattendasein – zu Unrecht.

Aktualisiert am 27-02-2020, Ellena

Opera Browser
Grafik: eb

Opera Browser

Opera Software ASA wurde 1995 in Oslo (Norwegen) gegründet. Seitdem hat das Unternehmen seine Browser stetig weiterentwickelt und neue Funktionen eingeführt. Dennoch hat er es nie bis ganz nach oben geschafft. Vielleicht liegt es am Bekanntheitsgrad oder Opera Browser werden einfach unterschätzt.

Hinsichtlich Geschwindigkeit liegt der Opera Browser gleich auf mit Chrome. Firefox folgt (je nach Benchmark-Test) mit einigem Abstand und Edge bildet deutlich das Schlusslicht.

Bezüglich des RAM-Verbrauchs im Leerlauf gleichen sich Opera und Firefox. Chrome schneidet deutlich und Edge etwas besser ab. Dagegen belegt Chrome unter Belastung den letzen Platz, während Edge etwas weniger ressourcen-hungrig ist als Firefox und Opera (Quelle: NETZWELT).

Markanteile

Beim Vergleich des Gesamt-Pakets gibt es nur sehr wenige Unterschiede. So spielen Chrome, Firefox, Safari und Opera in der Top-Liga. Einzig Edge hat deutliche Defizite.

Jedoch zeigt sich bei der Beliebtheit ein ganz anderes Bild. Im November 2018 lag Opera weit abgeschlagen auf dem letzten Platz:

Chrome: 43,83 % – Safari: 30,21 % – Firefox: 17,24 % – Internet Explorer: 7,33 % – Edge: 3,47 % und Opera: 1,38 %.
Quelle: STETIC

Die Opera Browser Familie

Seit der Markteinführung wuchs die Opera Familie kontinuierlich. Zum einen wären da Opera und Neon für den Desktop. Zum anderen Opera Mini, eine abgespeckt Version des Desktop Browsers, für mobile Geräte.

Nachdem Opera mini nicht optimal an die moderne Bedienungsweise mobiler Geräte angepasst ist, ging das Unternehmen einen völlig neuen Weg. Das Ergebnis war Opera Coast für iOS – ein Browser, der fast ausschließlich mittels Wischgesten gesteuert wurde. Zum Bedauern vieler Nutzer hat Opera die Weiterentwicklung eingestellt.

Stattdessen kam vor einigen Monaten Opera Touch für Android und iOS. Auch dieser setzt auf Wischgesten und Einhand-Bedienung. Ob es ein würdiger Nachfolger von Coast werden wird, muss sich noch zeigen. Bei Google Play sind die Bewertungen nicht schlecht. Und im App Store zumindest besser als die für Opera mini.

Desktop-Browser

Opera Browser bestechen durch ihr modernes flaches Design ohne viel Schnickschnack. Dadurch wirkt das Browser-Fenster sehr aufgeräumt. Auch die Bedienung ist intuitiv und unkompliziert.
Sobald du den Browser öffnest, siehst du dein Schnellwahl-Fenster. Hier legst du häufig genutzte Bookmarks als Kacheln ab.

Darüber hinaus kannst du zwischen hellem und dunklem Design wählen und das Hintergrundbild ändern. Entweder verwendest du eines aus der Opera-Auswahl oder du lädst ein eigenes Foto hoch. Anschließend bleibt dieses in deiner Opera-Auswahl gespeichert.

Um Aktionen wie Privater Modus (Incognito), Drucken etc. auszuführen, gehst du beim Mac über die Status-Leiste. In Windows öffnest du dafür das Opera Menü, indem du auf das rote O links oben klickst.

Wenn du auch auf anderen Geräten einen Opera Browser installiert hast (und bei Opera angemeldet bist), kannst du

  • alle Bookmarks synchronisieren
  • über Mein Flow Links, Videos, Bilder und Notizen gleichzeitig auf deinem Computer und deinem Telefon verfügbar machen.

Besonderheiten beim Opera Browser

Einige der ursprünglichen Alleinstellungsmerkmale wie Newsfeed, Screenshots, Tracking-Schutz und Werbeblocker haben inzwischen auch andere Browser integriert. Darüber hinaus erlaubt dieser Browser aber eine direkte Verbindung zum Facebook Messenger sowie zu WhatsApp, Telegram und VK sowie ein Video in einem separatem Fenster anzusehen.

  1. Mit dem Cursor über das integrierte Video fahren
  2. am oberen Rand erscheint ein Button
  3. auf diesen Button klicken = das Video öffnet sich in einem kleinen Fenster
  4. dieses kannst du an eine beliebige Stelle deines Bildschirms ziehen

Wenn sich der Cursor im neuen Video-Fenster befindet, ist am oberen Rand eine Taskleiste eingeblendet.

  1. Ein Klick auf das x schließt das Fenster
  2. du kehrst auf die Ausgangsseite zurück

Außerdem ist die Steuerung über Mausgesten möglich. Des weiteren gibt es einen Blocker für Crypto-Mining, einen Energiesparmodus und den Opera Turbo. Dieser funktioniert jedoch nicht, wenn du VPN nutzt.

Kostenloses VPN beim Opera Browser

Zusammengefasst erklärt Opera hierzu:

Normalerweise stellt dein Browser die Verbindung zu Webseiten direkt her. Die Webseiten können dann deine IP-Adresse und deinen ungefähren Standort ermitteln. Bei Verwendung eines VPN wird die Verbindung zu Webseiten über einen VPN-Server hergestellt.

Somit wahrt das Virtuelles Privates Netzwerk Vertraulichkeit und Geheimhaltung durch Verschlüsselung der Daten.

Für die Webseiten erscheint es so, als befände sich Ihr Browser im Land der virtuellen IP-Adresse. Du kannst deinen virtuellen Standort durch Auswahl eines Landes aus der Liste ändern. Wird kein Land ausgewählt, wird dir automatisch ein „optimaler Standort“ zugewiesen.
Da die Verbindung von deinem Browser zum VPN-Server verschlüsselt ist, verbessert das VPN den Datenschutz im lokalen Netzwerk auch dann, wenn das lokale Netzwerk unverschlüsselt ist.

Um deine Privatsphäre in Bezug auf Webseiten besser zu schützen und es Webseiten zu erschweren, deine Aktivitäten zu verfolgen, benötigen sie eine Kombination von Funktionen. Das Problem liegt bei den Cookies. Durch das Blockieren von Werbung wird allerdings die Quelle vieler Tracking-Cookies ebenfalls blockiert.

Selbst wenn du deinen Standort verschleierst, können Webseiten dich trotzdem identifizieren, sofern sie einen Cookie platziert haben. Wenn du am Ende einer privaten Surfsitzung den Browser schließt, werden alle Cookies der Sitzung gelöscht.

VPN aktivieren

Zunächst öffnest du den Browser und klickst auf der Startseite …

iMac:

  1. links unten auf Einstellungen
  2. Datenschutz & Sicherheit
  3. VPN
  4. Haken setzen

Windows:

  1. links oben auf das O
  2. Einstellungen
  3. Datenschutz & Sicherheit
  4. VPN
  5. Haken setzen

Anschließend surfst du automatisch im VPN-Modus. Dein Computersystem verwendet dann nicht mehr die ursprünglichen Proxy-Einstellungen. Wenn du nun das VPN-Zeichen in der Suchleiste anklickst, öffnet sich ein Fenster für Schnell-Einstellungen und Zusatzinformationen:

  • Direktes Ein-/Ausschalten des VPN-Modus
  • Übersicht über die übertragenen Daten
  • Einstellung des gewünschten virtuellen Standorts
  • Deine IP-Adresse

Vorteile von VPN

Auch bei anderen Browsern kannst du zwischen Standard oder Incognito Modus wählen. Letzterer ermöglicht zwar ein anonymes Surfen, das bezieht sich eher auf den Browser-Verlauf, verschleiert aber nicht deine IP-Adresse. Außerdem musst du das Inkognito-Fenster i. d. R. extra öffnen. Dagegen bleibt beim Opera Browser VPN automatisch aktiv. Unabhängig davon, welchen Modus du verwendest.

Deshalb ist auch das Surfen im Standard-Modus anonymer geworden.

  • Erschwerte Verfolgung deiner Surfaktivitäten
  • verschleierter Standort
  • keine dauerhafte Speicherung von Cookies

Nachteile

Ein kleiner Nachteil ist, dass das Öffnen mancher Webseiten etwas länger dauert. Falls dich dies bei wichtigen Webseiten stört, kannst du VPN wie oben beschrieben über den Schalter schnell aus- und einschalten. Oder du umgehst VPN bei der Standard-Suchmaschine (in den Browser Einstellungen aktivieren).

Bisher steht VPN noch nicht für Linux zu Verfügung. soll zeitnah folgen. Wann die Apps für mobile Geräte angepasst werden, ist noch offen.


Download – Opera Browser / Desktop

Da der Browser ein kostenloses Angebot ist, finanziert er sich durch Werbung.


Aus diesem Grund schlägt Opera von Zeit zu Zeit gesponserte Beiträge im Schnellwahl-Fenster oder in den Lesezeichen vor.

Dies kannst du unterbinden, indem du in den

  1. Einstellungen
  2. Erweitert
  3. Datenschutz & Sicherheit
  4. Startseite
  5. beworbene Schnellwahl-Einträhe und Lesezeichen empfangen
  6. deaktiviert.

Jedoch wird Opera darüber nicht besonders glücklich sein.

Opera 2020

Das Februar Update bringt einige Optimierungen und Neuerungen mit. Um alle neuen Funktionen nutzen zu können, aktualisierst du den Browser auf die Version 67.0.3575.31:

Für Mac OS

  1. Taskleiste
  2. Opera
  3. Über …
  4. Aktualisieren

Außer den Arbeitsbereichen (s. u.) und einer verbesserten Sicherheit, haben die Entwickler folgende Arbeitserleichterungen eingebaut:

  • ctrl + Tab = Tab zu Tab springen
  • ctrl + space und ein Schlüsselwort, um einen geöffneten Tab (wieder-)zu finden,
  • Cursor über die „Tab-Zeile“ bewegen = zeigt doppelte Tabs, um einen davon zu entfernen
  • Zugriff auf nützliche Erweiterungen über die Seitenleiste*

Entweder direkt nachdem du eine Erweiterung installiert hast oder später mittels Rechtsklick legst du fest, welche deiner Erweiterungen sichtbar sein sollen.

Arbeitsbereiche

Zunächst siehst du in der linken Seitenleiste zwei neue Symbole (Haus und Stern). Jedes Symbol steht für einen separaten Arbeitsbereich. Nachdem du beispielsweise im Bereich Haus einige Tabs geöffnet hast, kannst du zum nächsten Bereich wechseln und dort neue (andere) Tabs öffnen. Sobald du zum ersten Bereich zurückkehrst, hast du wieder Zugriff auf alle zuvor in diesem Bereich geöffneten Tabs. Um die Arbeitsbereiche anzupassen, klickst du auf die drei Punkte am unteren Ende der Seitenleiste und öffnest so die Seitenleisten-Einrichtung.

  • Über das + neue Arbeitsbereiche hinzufügen
  • … die drei Punkte neben einem Arbeitsbereich das Symbol ändern, ihm einen Namen geben oder ihn entfernen.

Darüber hinaus findest du unter Extras eine Einstellung zu den Lesezeichen. Dort kannst du bestimmen, ob ein Klick auf ein Lesezeichen dieses in einem Bereich oder als ganze Seite öffnet. Wenn du dich für einen Bereich entscheidest und die entsprechende Website wieder schließt, fragt dich der Browser, ob du den Verlauf in der Seitenleiste sehen möchtest, so dass du diesen anschließend direkt löschen könntest.

Abbildungen für Opera Browser ansehen »

Opera Browser Neon

Im Januar 2017 erblickte Neon, ein neuer Browser für Desktops, das Licht der Welt. Neon für MacOS und Windows verfolgt einen völlig anderen Ansatz als die bisherigen Desktop-Browser.

Einerseits gibt es kein klassisches Browser-Fernster mehr, sondern ein transparentes Overlay über deinen Bildschirm. Andererseits suchst du auch die herkömmlichen Tabs vergeblich. Außerdem ist jede Schnellwahl-Kachel eine Blase, die zerplatzt, wenn du sie entfernst. Auch geöffneten Tabs werden zu Blasen, die sich am rechten Browser-Rand untereinander anordnen. Sobald du den Cursor über eine Blase bewegst, hast du zwei Möglichkeiten: Klickst du auf

  • die Blase, öffnet sich die entsprechende Webseite
  • das kleine x am Blasenrand, verschwindet die Blase. Der Tab ist geschlossen.

Neon hat (noch) kein VPN. Allerdings hat der Browser eine Abneigung gegen unverschlüsselte Webseiten. Sobald du einen Link zu einer solchen Webseite aufrufen möchtest, erscheint ein weißes Fenster mit einem Warnhinweis. Erst wenn du auf diesen klickst, kannst du nach erneuter Warnung die unsichere Seite öffnen.

Zwei Webseiten parallel aufrufen

Abschließend vereinfacht Neon das Öffnen von zwei beliebigen Webseiten nebeneinander. Während eine Webseite geöffnet ist, ziehst du eine Blase aus der rechten Seitenleiste über den Rand oberhalb der Webseite. Danach erscheint eine Zeile mit zwei Symbolen. Du entscheidest, ob die neue Seite in der linken oder rechten Ansicht dargestellt wird.

Möchtest du sie links haben, lässt du die Blase über dem Bereich der linken Ansicht los. Somit kannst du z. B. links deine Twitter-Timeline im Auge behalten und gleichzeitig rechts meinen Blog lesen.

Mobile Apps

Bemerkenswert bei Opera Mini ist die Möglichkeit der Komprimierung von Web-Seiten, Bildern und Videos. Damit sparst du mobile Daten. Außerdem laden Webseiten bei langsamer Datenübertragungs-Geschwindigkeit schneller als bei anderen Browsern. Deshalb ist Opera mini gerade für ältere und/oder schwächere Smartphones geeignet.

Opera Mini mit Adblocker

Seit dem letzten Update umfasst Opera Mini für Android auch einen Werbeblocker. Und du kannst häufig besuchte Webseiten zur Startseite für mobiles Browsen hinzufügen. Sowohl die beiden Versionen des Opera Mini als auch Opera für Android sind kostenlos.


Download – Opera mini


Der Browser läuft auf Android-Geräten flüssig und kann als Standard-Browser eingestellt werden.
Aufgrund der Restriktionen von Apple ist dies auf iPhones / iPads nicht möglich. Darüber hinaus funktioniert er dort nicht ganz so problemlos wie unter Android.

Opera Touch

Das jüngste Mitglied der Opera Familie ist Opera Touch. Dabei ist der Name Programm. Denn der Browser ist perfekt auf die Nutzung von Touchscreens und die Einhand-Bedienung ausgelegt.

Zuerst ist da der Fast-Action-Button, der immer präsent ist. Nach einem Klick erscheinen weitere Buttons. Über diese kannst du direkt deine Suche bei Google, Facebook oder auf einer anderen Webseite starten.

Opera Browser
Opera Touch – Bildquelle: Opera

Wischgesten-Steuerung

Du kannst folgende Aktionen ausführen: Nach …

  • links = kürzlich aufgerufene Tabs
  • rechts = Browser-Navigation
  • oben = Schließen des Aktionsfeldes

Natürlich gibt es wie bei Browser die Flow-Funktion und einen automatischen Adblocker, der zumindest aggressive Werbung ausblendet. Auch ein QR-Code Scanner ist mit an Bord.


Download – Opera Touch


Fazit

Vor allem Opera Browser für Desktops sind empfehlenswert. Denn sie sind schnell und komfortabel in der Bedienung. Außerdem erhalten sie regelmäßig Updates und immer wieder neue Funktionen.

Wenn du dich an das komplett andere Layout von Neon gewöhnt hast, lässt sich auch damit flott arbeiten. Allerdings kann bei zu vielen Blasen die Übersichtlichkeit auf der Strecke bleiben. Deshalb immer mal wieder das Browser-Fenster aufräumen. Dagegen ist die parallele Nutzung von zwei Webseiten ein Plus-Punkt. Bei keinem anderen Browser ist das so intuitiv gelöst.

Leider sieht das beim Opera Browser / Opera mini für mobile Geräte nicht ganz so gut aus. Vor allem wird iOS wohl etwas stiefmütterlich behandelt und es hapert u. a. an der Stabilität. Da gibt es sicher bessere Alternativen.

Bewertung:

Opera Browser:
Desktop + + + + +
Mobil + + +

Mini:
Android + + + +
iOS + +

Neon:
Desktop + + + + (+)
keine Mobil-Version

Opera Touch:
Android + + + (+)
iOS + + +

Da Opera Touch noch recht neu ist, muss sich der mobile Browser erst noch bewähren. Zumindest scheint er noch einige „Kinderkrankheiten“ zu haben, so dass die Entwickler weiter an der einen oder anderen Schraube drehen müssen. Der Ansatz ist jedoch recht vielversprechend.


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