Metadaten in Fotos | Warum gibt es Probleme mit der DSGVO?

Aktualisiert am 28-11-2019, von Ellena

Was verraten Metadaten in Fotos? Wie werden die sog. EXIF-Daten eigener und öffentlicher Fotos aufgerufen und was hat die EU-DSGVO damit zu tun?

Metadaten in Fotos

An jedes Foto sind automatisch bestimmte Daten angehängt, die auch als EXIF-Daten bezeichnet werden.

EXIF (Exchangeable Image File Format) ist ein Standard-Dateiformat, um Metadaten von digitalen Bildern abzuspeichern. Abhängig von der Kamera / dem Smartphone werden weniger oder mehr EXIF-Daten gespeichert.

Allerdings können Sie auf Smartphones zum Beispiel das Geotagging, d. h. das Erfassen des jeweiligen Standorts, deaktivieren. Gänzlich verhindern lässt sich das Speichern der Metadaten in Fotos jedoch nicht.

Gespeicherte Informationen

Je nach Kamera oder Smartphone variiert der Umfang der Metadaten in Fotos. Das heißt, dass nicht alle hier aufgeführten Details immer vorhanden sein müssen. Außerdem handelt es sich bei den Werten nur um Beispiele. Hinsichtlich des Datenschutzes problematische Punkte sind hervorgehoben.

1. Allgemeine Informationen

  • Name und Typ der Datei: IMG_2135.jpg oder e7f1509f-…
  • Erstellungsdatum und -uhrzeit bzw.
  • Änderungsdatum und -uhrzeit
  • Größe: 3,6 MB
  • Bildabmessungen: 2448 x 3264 Pixel
  • ggfs. Komprimierung / Bittiefe / horizontale und vertikale Auflösung

2. Technik

  • Blende: f/2,200000 | Blendenzahl: 2,2
  • Belichtungszeit: 1/205 Sek
  • Brennweite: 4,15 mm
  • ISO-Wert: 32
  • Geotagging, falls nicht deaktiviert

3. Farbdarstellung

  • Farbraum: RGB
  • Farbprofil: sRGB IEC6…
  • Alpha-Kanal
  • Rote Augen

4. Kamera

  • Hersteller
  • Modell
  • Belichtungsprogramm
  • ISO-Filmempfindlichkeit: ISO-…
Metadaten in Fotos
Grafik + Foto: eb

Aufrufen der Metadaten in Fotos

Welche Metadaten in Fotos Sie sehen, hängt nicht nur von der jeweiligen Kamera ab, sondern auch von dem Gerät oder dem Programm, mit dem Sie sie anzeigen. Einerseits sind die Angaben je nach Betriebssystem mehr oder weniger detailliert. Andererseits variieren sie auch bei im Internet veröffentlichten Fotos. So ist es ein Unterschied, ob Sie beispielsweise Metadaten in Fotos über den Browser oder über eine App aufrufen.

Eigene Fotos auf dem PC

Zunächst unterscheiden sich die Vorgehensweisen bei Windows und MacOS kaum voneinander:

  1. Ordner mit den Fotos öffnen
  2. Rechtsklick auf das gewünschte Foto
  3. Informationen

… beim Windows-Betriebssystem anschließend

  1. auf Eigenschaften klicken
  2. Details
  3. Informationen

Im Allgemeinen ist Windows auskunftsfreudiger als MacOS.

Metadaten in Fotos Mac
Mac Desktop – Apple Fotos (Screenshots: eb)

Android-Geräte und iPhones / iPads

Android macht es Ihnen relativ leicht.

  1. Galerie öffnen,
  2. auf das Foto sowie auf
  3. das drei Punkte-Menü rechts oben klicken,
  4. dann auf Details
  5. Daten ansehen

Leider funktioniert das auf Geräten mit iOS nicht. Denn in der Fotos-App Ihres iPhones / iPads können Sie keine Metadaten in Fotos anzeigen lassen. Wenn Sie auf die Daten zugreifen möchten, müssen Sie dies entweder in der Foto App auf dem Mac tun (s. Abb.) oder eine App wie beispielsweise » EXIF Studio oder » Metadata Viewer installieren.

EU-DSGVO – Datenspeicherung

Wie bereits erklärt, speichern Sie automatisch Metadaten in Fotos. Anschließend können nicht nur Sie diese Daten aufrufen. Sofern Sie Ihr Bild veröffentlichen und den Zugriff auf die EXIF-Daten nicht untersagt haben, können diese auch von anderen eingesehen werden. Solange es sich um Aufnahmen von Gegenständen, Pflanzen, Tieren oder reine Landschaftsaufnahmen handelt, ist das unproblematisch.

Doch wird es zu einem Problem, sobald auch nur eine Person auf dem Foto zu erkennen ist. Denn die Metadaten in Fotos lassen Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort dieser Person/en zu einem bestimmten Zeitpunkt zu. Das mag Ihnen (Selfie) oder Familienmitgliedern, die mit der (beabsichtigten) Veröffentlichung einverstanden sind, egal sein.

Fremde Personen – Metadaten in Fotos

Wenn Sie „fremde“ Personen und seien es auch nur Passanten auf der Straße, fotografieren, sieht das schon völlig anders aus. Schuld daran ist die neue EU-Datenschutzverordnung, die am 25. Mai 2018 in Kraft getreten ist.

Diese verpflichtet jeden, der persönliche Daten von Personen erfasst, deren Einverständnis zur Datenspeicherung einzuholen. Und Sie müssen diese schriftliche Einverständniserklärung aufbewahren. Demzufolge reicht eine mündliche Zustimmung nicht aus. Noch weniger die Annahme, dass eine Person ihr Einverständnis rechtswirksam dadurch erklärt, dass sie in die Kamera lächelt.

Da es sich bei den Metadaten in Fotos um eine Speicherung persönlicher Daten handelt, hat das für die Arbeit von Fotografen große Auswirkungen. Denn rein rechtlich gesehen müssten Sie sich von jeder, auf Ihrem Foto abgebildeten, Person eine Einverständniserklärung unterschreiben lassen. Das mag bei Einzelpersonen oder kleinen Gruppen vielleicht noch praktikabel sein. Wie sieht es aber bei Fotos von Veranstaltungen, Konzerten etc. aus?

Öffentliche Fotos

Ausgenommen von der Regelung sind nur Fotografen, die bei institutionalisierten Presse-Unternehmen fest angestellt sind. Für freie oder Hobbyfotografen, die ihre Aufnahmen in sozialen Netzwerken oder (evtl. gegen Entgelt) auf Websites veröffentlichen, gilt prinzipiell die EU-DSGVO. Inklusive der aus einer Nichtbeachtung resultierenden Strafen.

Allerdings fehlt es noch an detaillierten Ausführungsbestimmungen. Deshalb werden sich die Gerichte wohl noch einige Zeit mit den Ungenauigkeiten des Gesetzes und deren Umsetzung beschäftigen müssen.

Fazit

In der Regel interessieren sich vor allem Fotografen für die Metadaten in Fotos. Und nicht nur bei ihren eigenen Bildern. Die meisten, die ihre Bilder veröffentlichen, dürfte das auch nicht stören. Zwar könnten Sie die Metadaten in Fotos auch komplett löschen, aber wer macht sich schon die Mühe. Denn wenn Sie ein Geheimnis wahren möchten, warum veröffentlichen Sie das Bild dann überhaupt?

Seit Inkrafttreten der EU-DSGVO ist das jedoch nicht mehr ganz so einfach. Vor allem bei Fotos von Personen werden die Metadaten in Fotos zum Problem. Ohne schriftliche Einverständniserklärung dürfen Sie solche Bilder eigentlich nicht mehr veröffentlichen.

Ob das das Ende der Aufnahmen von Straßenszenen und bei Veranstaltungen bedeutet, bleibt abzuwarten. Noch bewegen sich die meisten Fotografen in einer Grauzone. Und das wird wohl auch noch solange so bleiben, bis der Gesetzgeber und / oder die Gerichte konkrete Ausführungsbestimmungen festgelegt haben.

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