Metadaten in Fotos | Warum gibt es Probleme mit der DSGVO?

Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2019-02-13

Metadaten in Fotos, auch EXIF-Daten genannt, verraten nicht nur technische Details, sondern auch Standort und Uhrzeit. Insbesondere bei Aufnahmen von Personen kann es deshalb Probleme mit dem Datenschutz geben.

Metadaten in Fotos

An jedes Foto sind automatisch bestimmte Daten angehängt, die auch als EXIF-Daten bezeichnet werden.

EXIF (Exchangeable Image File Format) ist ein Standard-Dateiformat, um Metadaten von digitalen Bildern abzuspeichern. Abhängig von der Kamera / dem Smartphone werden weniger oder mehr EXIF-Daten gespeichert.

Allerdings kannst du auf Smartphones zum Beispiel das Geotagging, d. h. das Erfassen des jeweiligen Standorts, deaktivieren. Gänzlich verhindern lässt sich das Speichern der Metadaten in Fotos jedoch nicht. Bei Pro Photo online findest du mehr zu EXIF-Daten und wofür man sie braucht.

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Gespeicherte Informationen

Je nach Kamera oder Smartphone variiert der Umfang der Metadaten in Fotos. Das heißt, dass nicht alle hier aufgeführten Details immer vorhanden sein müssen. Außerdem handelt es sich bei den Werten nur um Beispiele. Hinsichtlich des Datenschutzes problematische Punkte sind hervorgehoben.

Metadaten in Fotos
Metadaten in Fotos: eb / ebblogs

1. Allgemeine Informationen

  • Name und Typ der Datei: IMG_2135.jpg oder e7f1509f-…
  • Erstellungsdatum und -uhrzeit bzw.
  • Änderungsdatum und -uhrzeit
  • Größe: 3,6 MB
  • Bildabmessungen: 2448 x 3264 Pixel
  • ggfs. Komprimierung / Bittiefe / horizontale und vertikale Auflösung

2. Technik

  • Blende: f/2,200000 | Blendenzahl: 2,2
  • Belichtungszeit: 1/205 Sek
  • Brennweite: 4,15 mm
  • ISO-Wert: 32
  • Geotagging falls nicht deaktiviert

3. Farbdarstellung

  • Farbraum: RGB
  • Farbprofil: sRGB IEC6…
  • Alpha-Kanal
  • Rote Augen

4. Kamera

  • Hersteller
  • Modell
  • Belichtungsprogramm
  • ISO-Filmempfindlichkeit: ISO-…

Aufrufen der Metadaten in Fotos

Welche Metadaten in Fotos du siehst, hängt nicht nur von der jeweiligen Kamera ab, sondern auch von dem Gerät oder dem Programm, mit dem du sie anzeigst. Einerseits sind die Angaben je nach Betriebssystem mehr oder weniger detailliert. Andererseits variieren sie auch bei im Internet veröffentlichten Fotos. So ist es ein Unterschied, ob du beispielsweise Metadaten in Fotos bei Google+ über den Browser oder über die App aufrufst.

Eigene Fotos auf dem PC

Zunächst unterscheiden sich die Vorgehensweisen bei Windows und MacOS kaum voneinander:

+ Ordner mit den Fotos öffnen
++ Rechts-Klick auf das gewünschte Foto

Während du beim Windows-Betriebssystem auf …

+ Eigenschaften
++ Details klickst,

reicht auf dem Mac ein Klick auf

+ Informationen

Im Allgemeinen ist Windows auskunftsfreudiger als MacOS.

Android-Geräte und iPhones / iPads

Android macht es dir relativ leicht.

+ Galerie öffnen
++ auf das Bild und auf
+++ die drei Punkte rechts oben klicken
++++ dann auf Details
+++++ du siehst die Daten.

Leider funktioniert das auf Geräten mit iOS nicht. Denn in der Fotos-App deines iPhones / iPads kannst du keine Metadaten in Fotos anzeigen lassen. Wenn du auf die Daten zugreifen möchtest, musst du eine App wie beispielsweise » EXIF Studio oder » Metadata Viewer installieren.

Zu den Abbildungen

EU-DSGVO – Datenspeicherung

Wie bereits erklärt, speicherst du automatisch Metadaten in Fotos. Anschließend kannst nicht du diese Daten aufrufen. Sofern du dein Bild veröffentlicht und den Zugriff auf die EXIF-Daten nicht untersagt hast, können diese auch von anderen aufgerufen werden. Solange es sich um Aufnahmen von Gegenständen, Pflanzen, Tieren oder reine Landschaftsaufnahmen handelt, ist das unproblematisch.

Doch wird es zu einem Problem, sobald auch nur eine Person auf dem Foto zu erkennen ist. Denn die Metadaten in Fotos lassen Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort dieser Person/en zu einem bestimmten Zeitpunkt zu. Das mag dir (Selfie) oder Familienmitgliedern, die mit der (beabsichtigten) Veröffentlichung einverstanden sind, egal sein.

Fremde Personen auf Fotos

Wenn du fremde Personen und seien es auch nur Passanten auf der Straße, fotografierst, sieht das schon völlig anders aus. „Schuld“ daran ist die neue EU-Datenschutzverordnung, die am 25. Mai 2018 in Kraft getreten ist.

Diese verpflichtet jeden, der persönliche Daten von Personen erfasst, deren Einverständnis zur Datenspeicherung einzuholen. Und du musst diese schriftliche Einverständniserklärung aufbewahren. Demzufolge reicht eine mündliche Zustimmung nicht aus. Noch weniger die Annahme, dass eine Person ihr Einverständnis rechtswirksam dadurch erklärt, dass sie in die Kamera lächelt.

Da es sich bei den Metadaten in Fotos um eine Speicherung persönlicher Daten handelt, hat das für die Arbeit von Fotografen große Auswirkungen. Denn rein rechtlich gesehen müsstest du dir von jeder, auf deinem Foto abgebildeten, Person eine Einverständniserklärung unterschreiben lassen. Das mag bei Einzelpersonen oder kleinen Gruppen vielleicht noch praktikabel sein. Wie sieht es aber bei Fotos von Veranstaltungen, Konzerten etc. aus?

Öffentliche Fotos

Ausgenommen von der Regelung sind nur Fotografen, die bei institutionalisierten Presse-Unternehmen fest angestellt sind. Für freie oder Hobbyfotografen, die ihre Aufnahmen in sozialen Netzwerken oder (evtl. gegen Entgelt) auf Webseiten veröffentlichen, gilt prinzipiell die EU-DSGVO. Inklusive der aus einer Nichtbeachtung resultierenden Strafen.

Allerdings fehlt es noch an detaillierten Ausführungsbestimmungen. Deshalb werden sich die Gerichte wohl noch einige Zeit mit den Ungenauigkeiten des Gesetzes und deren Umsetzung beschäftigen müssen.

Fazit

In der Regel interessieren sich vor allem Fotografen für die Metadaten in Fotos. Und nicht nur bei eigenen Bildern. Die meisten, die ihre Bilder veröffentlichen, dürfte das auch nicht stören. Zwar könntest du die Metadaten in Fotos auch komplett löschen, aber wer macht sich schon die Mühe. Denn wenn du ein Geheimnis wahren möchtest, warum veröffentlichst du das Bild dann überhaupt?

Seit Inkrafttreten der EU-DSGVO ist das jedoch nicht mehr ganz so einfach. Vor allem bei Fotos von Personen werden die Metadaten in Fotos zum Problem. Ohne schriftliche Einverständniserklärung darfst du solche Bilder eigentlich nicht mehr veröffentlichen.

Ob das das Ende der Aufnahmen von Straßenszenen und bei Veranstaltungen bedeutet, bleibt abzuwarten. Noch bewegen sich die meisten Fotografen in einer Grauzone. Und das wird wohl auch noch solange so bleiben, bis der Gesetzgeber und / oder die Gerichte konkrete Ausführungsbestimmungen festgelegt haben.


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