Ja, sie ist besser, aber auch nicht perfekt. Würden Smartphone-Nutzer gefragt, ob sie ein LCD IPS- oder ein AMOLED Display bevorzugen, käme es wahrscheinlich zu ähnlich subjektiven Antworten wie bei der Frage nach dem besseren Betriebssystem.
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INHALT
- LCD – IPS – OLED Display
- Wie funktioniert ein OLED Display?
- Welche Technik ist die Beste?
- OLED Display – Fazit
LCD – IPS – OLED Display
Das heutige OLED Display ist sozusagen das bisher letzte Glied einer Kette. Deshalb zunächst ein Blick in die Vergangenheit und auf die technischen Entwicklungsschritte. Am Anfang stand eigentlich der TFT-Bildschirm.
Was ist ein TFT Display?
TFT steht für Thin-Film-Transistor, auf Deutsch Dünnfilm-Transistor. Dieser Bildschirm besteht aus 9 Schichten. Das Licht aus den LEDs, den Licht-Emittierenden Dioden der Hintergrundbeleuchtung muss diese Schichten durchdringen. Jeder sichtbare Bildpunkt besteht jeweils aus einem Rot-, Blau- und Grün-Transistor.
Wie auch bei anderen Displays hängt die Bildqualität von der Dichte der Bildpunkte, also der Bildauflösung ab. Je höher die Auflösung ist, desto besser ist die Bildqualität. Die derzeit höchste Auflösung ist bei Monitoren 8K – 5120 x 2880 Pixel entspricht 14,7 Millionen Bildpunkten. Dagegen erreichen nur wenige Smartphones, zum Beispiel solche von Sony, momentan maximal Ultra-HD mit 3840 x 2160 Pixeln, was jedoch mit einem enormen Energieverbrauch einher geht.
Wie funktioniert ein LCD Display?
LCD ist die Abkürzung für Liquid Crystal Display – Flüssigkristall-Bildschirm. Dabei wird eine Flüssigkristall-Schicht von der Hintergrundbeleuchtung angestrahlt. Je nach Ausrichtung der Kristalle gelangt nur jeweils Licht einer bestimmten Wellenlänge hindurch. Darüber hinaus lassen sich einzelne Subpixel in Rot, Grün und Blau separat ansteuern. Dadurch entsteht die Mischfarbe, die du dann siehst.
LCD Displays sind immer noch in Smartphones verschiedener Hersteller verbaut.
Außerdem gibt es einige Weiterentwicklungen wie S LCD und Super LCD 5, die du bei manchen Geräten von HTC finden konntest.
Worum handelt es sich bei IPS?
Bei IPS In-Plane-Switching – In-der-Ebene-schaltend – handelt es sich um eine Unterart der LCD-Technologie. Da sich die Kristalle in einer Ebene ausrichten, sind die Kontraste besser. Außerdem erhöht diese Technik auch die Blickwinkelstabilität. Ein Nachteil ist unter Umständen ein leichter Anstieg des Akku-Verbrauchs.
Unter anderem findest du IPS Displays bei alten Geräten von Sony und LG. Letzterer ist einer der größten Hersteller dieser Displays. Auch alle neueren Modelle von Sony haben heute ein OLED Display. LG hat die Produktion von eigenen Smartphones inzwischen eingestellt.
Retina
Noch einen Schritt weiter geht Apple. Denn Retina-Displays sind technisch gesehen IPSLCD-Displays, die von Apple angepasst wurden – LED-backlit IPSLCD. Inzwischen sind diese Displays fast nur noch in größeren Geräten wie PCs verbaut.
Wie funktioniert ein OLED Display?
Bei diesem anderen technischen Ansatz steuern Transistoren organische Leuchtdioden – Organic Light Emitting Diodes, in ihrer Gesamtheit Active-Matrix genannt, an. Deshalb auch die, aus diesen beiden Begriffen zusammengestzte Bezeichnung AMOLED.
Da die OLEDs selbst in Rot, Grün und Blau leuchten, ist eine Hintergrundbeleuchtung nicht mehr notwendig. Denn die Helligkeit richtet sich nach der Strommenge, die bei einer Leuchtdiode ankommt und der Farbeindruck ist somit abhängig von der Aussteuerung. Dementsprechend kann ein OLED Display bei Smartphones von Hersteller A einen völlig anderen Gesamteindruck vermitteln, als eines von Hersteller B.
Der größte Produzent dieser Displays ist Samsung. Neben Geräten von Samsung haben auch Smartphones anderer Anbieter wie beispielsweise Googles Pixel sowie die meisten anderer Hersteller ein AMOLED oder OLED Display.
Darüber hinaus gibt es auch hier eine Weiterentwicklung – Super AMOLED. Die Touch-Rezeptoren-Schicht ist dabei nicht mehr durch Luftpolster getrennt, sondern liegt extrem dünn auf dem Display auf.
Warum ein Polymer OLED Display?
Da bei einem herkömmlichen OLED Display kleine Moleküle in Glas gegossen sind, ist es nicht möglich, wirklich bruchsichere oder gar flexible Bildschirme herzustellen. Sobald das Glas zerbricht, funktioniert Touch nicht mehr. Deshalb hat zunächst LG eine Technik entwickelt, große Moleküle, die Polymere, in bruchsicheren Kunststoff einzubinden. Außerdem ist mit einem › P-OLED Display ein faltbarer Bildschirm realisierbar.
Sowohl die Farbwiedergabe als auch die Helligkeit sind bisher bei P-OLED schlechter als bei anderen Displays. Darüber hinaus neigen die Plastik-Bildschirme zum Burn-In – Einbrennen. Nach dem Ausschalten des Displays sind vorher aktive Pixel als Geisterbilder zu sehen. Zwar ist dieses Phänomen auch von anderen Technologien bekannt. Jedoch tritt es bei P-OLED unter Umständen schon nach wenigen Tagen Nutzung auf.
Apple – ab 2017 (nur) mit OLED Display?
Mit dem iPhone X brachte Apple das erste Modell mit OLED Display auf den Markt. Die beiden Top-Modelle Xs und Xs Max aus 2018 folgten. Aber auch 2019 fährt Apple (noch) zweigleisig und bis heute hat sich daran noch nichts geändert. Dementsprechend wird in den Top-Modellen ein Super Retina XDR – All-Screen OLED Multi-Touch Display verbaut, in den günstigeren Varianten ein Liquid Retina HD – All-Screen LCD Multi-Touch Display. Jedoch, wie bei Apple üblich, ist auch das OLED Display modifiziert. Die Farbdarstellung ist weniger übersättigt als bei anderen Anbietern, was vor allem bei Fotos natürlicher wirkt.

Welche Technik ist die Beste?
Am wenigsten geeignet für moderne Smartphones ist TFT, der Vorgänger von LCD. Hinsichtlich der übrigen Technologien hängt es vor allem davon ab, wo die Smartphone-Hersteller ihre Prioritäten setzen. Alle haben ihre Vorteile, im grünen Kasten links angegeben, und Nachteile, im hellvioletten Kasten rechts.
TFT
Bei hoher Auflösung
gestochen scharf
Blassere Farben,
druckempfindlich, Entstehen von scharzen Flecken
LCD
Natürlich Farben, gute Helligkeit,
schnelle Reaktionszeit, lange Lebensdauer
Kleiner Betrachtungswinkel,
nicht so tiefes Schwarz
IPS
Sehr gute Farbdarstellung,
breiter Betrachtungswinkel
Längere Reaktionszeit,
höherer Strombedarf
(AM)OLED
Kräftige Farben, starke Kontraste,
höchste Blickwinkelstabilität
Unter Umständen geringere Bildschärfe,
kürzere Lebensdauer
Warum schwören viele auf AMOLED?
Wahrscheinlich nur, weil sie sich aufgrund der großen Verbreitung von Geräten mit diesen Displays daran gewöhnt haben. Einerseits ist schwarz auf einem OLED Display auch wirklich tief schwarz. Andererseits wirken die Farben oft sehr grell. Dagegen sehen sie auf einem LCD oder IPS-Bildschirm zunächst eher blass aus. Darüber hinaus fällt eine leichte Unschärfe, zum Beispiel bei Fotos, durch den stärkeren Kontrast auf einem OLED Display weniger auf.
Dennoch gibt es eine Reihe von Nutzern, denen gerade die natürlichere Farbdarstellung gefällt. Insbesondere im Vergleich zu den übersättigten Farben auf älteren Samsung-Displays ist der Blick auf einen Bildschirm von Apple-Geräten, selbst solchen mit OLED-Display, geradezu eine Erholung für die Augen.

OLED Display – Fazit
Wie aus dem Vergleich hevorgeht, haben alle Display-Varianten ihre Vor- und Nachteile. Welche Technik nun tatsächlich die beste ist, lässt sich somit nicht allgemeingültig feststellen – es kommt immer darauf an. Die Antwort liegt somit wortwörtlich im Auge des Betrachters.
Der durchschnittliche Besitzer eines Smartphones wird sich auch kaum mit der Display-Technik als solcher beschäftigen, bevor er sich für ein bestimmtes Smartphone entscheidet. Folglich richtet sich die jeweilige Vorliebe nach dem Smartphone des Herstellers, für den er oder sie sich entschieden hat, und danach, woran er oder sie gewöhnt ist.
FAQ
Welche Display-Technik wird am häufigsten verbaut?
Seit einigen Jahren dominieren bei Smartphones OLED Displays und deren Varianten.
Was sind die Vorteile von OLED verglichen mit LCD?
OLED punktet mit kräftigen Farben, starken Kontrasten und einer hohen Blickwinkelstabilität, während bei LCD Farben natürlicher und heller sind, der Betrachtungswinkel aber kleiner.
Welche Nachteile hat OLED gegenüber LCD?
Der größte Nachteil von OLED ist die kürzere Lebensdauer.
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