OLED Display | Ist die Technik besser als LCD / IPS?

. Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2018-12-14

Beim iPhone X hat Apple das erste Mal das traditionelle LED-backlit IPS LCD Display durch ein OLED Display ersetzt. Was sind die Vorteile gegenüber LCD und IPS – gibt es Nachteile?

LCD – IPS – OLED Display

Das heutige OLED Display ist sozusagen das bisher letzte Glied einer Kette. Deshalb zunächst ein Blick in die Vergangenheit und auf die technischen Entwicklungsschritte.

OLED Display
Illustration: eb / ebblogs

TFT Display

Am Anfang stand eigentlich der TFT-Bildschirm. Dabei steht TFT für Thin-Film-Transistor, auf Deutsch Dünnfilm-Transistor.
Dieser Bildschirm besteht aus 9 Schichten. Das Licht aus den LEDs (Lichtemittierenden Dioden) der Hintergrundbeleuchtung muss diese Schichten durchdringen. Jeder sichtbare Bildpunkt besteht jeweils aus einem Rot-, Blau- und Grün-Transistor.

Wie auch bei anderen Displays hängt die Bildqualität von der Dichte der Bildpunkte, also der Bildauflösung ab. Je höher die Auflösung ist, desto besser ist die Bildqualität. Die derzeit höchste Auflösung ist Full-HD (1920 x 1200).

ZTE verwendete TFT-Bildschirme bei einigen älteren Modellen. Da diese Technologie zwar heute keine große Rolle mehr spielt, aber die Basis für LCD-Bildschirme bildete, sollte sie nicht unerwähnt bleiben.

LCD Display

LCD steht für Liquid Crystal Display (Flüssigkristall-Bildschirm). Dabei wird eine Flüssigkristall-Schicht von der Hintergrundbeleuchtung angestrahlt. Je nach Ausrichtung der Kristalle gelangt nur jeweils Licht einer bestimmten Wellenlänge hindurch. Darüber hinaus lassen sich einzelne Subpixel in Rot, Grün und Blau separat ansteuern. Dadurch entsteht die Mischfarbe, die du schließlich siehst.

LCD Displays sind immer noch in Smartphones verschiedener Hersteller verbaut.

Außerdem gibt es einige Weiterentwicklungen wie S LCD und Super LCD 5, die du bei manchen Geräten von HTC findest. Der Hersteller ist bisher noch nicht auf den „OLED Display – Zug“ aufgesprungen. Denn auch bei den neuen Modellen verbaut HTC IPSLCD Displays.

IPS

Bei IPS In-Plane-Switching (In-der-Ebene-schaltend) handelt es sich um eine Unterart der LCD-Technologie. Da sich die Kristalle in einer Ebene ausrichten, sind die Kontraste besser. Außerdem erhöht diese Technik auch die Blickwinkelstabilität.
Unter anderem findest du IPS Displays bei Geräten von Sony und LG. Letzterer ist einer der größten Hersteller dieser Displays.

Retina

Noch einen Schritt weiter geht Apple. Denn Retina-Displays, sind technisch gesehen IPSLCD-Displays, die von Apple angepasst wurden (LED-backlit IPSLCD; Abb. 1).

OLED Display

Dahinter verbirgt sich ein anderer technischer Ansatz. So steuern Transistoren organische Leuchtdioden (Organic Light Emitting Diodes), in ihrer Gesamtheit Active-Matrix genannt, an. Deshalb auch die Bezeichnung AMOLED.

Da die OLEDs selbst in Rot, Grün und Blau leuchten, ist eine Hintergrundbeleuchtung nicht (mehr) notwendig. Denn die Helligkeit richtet sich nach der Strommenge, die bei einer Leuchtdiode ankommt. Somit ist der Farbeindruck abhängig von der Aussteuerung. Dementsprechend kann ein OLED Display bei  Smartphones von Hersteller A einen völlig anderen Gesamteindruck vermitteln, als eines von Hersteller B (Abb. 2).

Der größte Produzent dieser Displays ist Samsung. Neben Garäten von Samsung haben auch Smartphones anderer Smartphone-Anbieter wie beispielsweise Googles Pixel 2 ein AMOLED- oder OLED Display.

Darüber hinaus gibt es auch hier eine Weiterentwicklung – Super AMOLED. Die Touch-Rezeptoren-Schicht ist nicht mehr durch Luftpolster getrennt, sondern liegt extrem dünn auf dem Display auf.

Polymer OLED

Da bei einem herkömmlichen OLED Display kleine Moleküle in Glas gegossen sind, ist es nicht möglich, wirklich bruchsichere oder gar flexible Bildschirme herzustellen. Sobald das Glas zerbricht, funktioniert „Touch“ nicht mehr. Deshalb arbeitet LG an einer Technik, große Moleküle (Polymere) in bruchsicheren Kunststoff einzubinden. Außerdem wäre mit einem P-OLED Display ein faltbarer Bildschirm realisierbar.

Sowohl die Farbwiedergabe als auch die Helligkeit sind bisher bei P-OLED schlechter als bei anderen Displays. Darüber hinaus neigen die Plastik-Bildschirme zum Burn-In (Einbrennen). Nach dem Ausschalten des Displays sind vorher aktive Pixel als Geisterbilder zu sehen. Zwar ist dieses Phänomen auch von anderen bekannt. Jedoch tritt es bei P-OLED oft schon nach wenigen Tagen Nutzung auf.

Apple 2017

Mit dem iPhone X brachte Apple das erste iPhone mit OLED Display auf den Markt. Die beiden Top-Modelle Xs und Xs Max aus 2018 folgten. Hersteller der Displays ist zwar ebenfalls Samsung. Jedoch, wie bei Apple üblich (s. Retina), ist auch das OLED Display modifiziert. Die Farbdarstellung ist weniger übersättigt, was vor allem bei Fotos natürlicher wirkt.

Welche Technik ist die Beste?

Am wenigsten geeignet für moderne Smartphones ist TFT. Hinsichtlich der übrigen Technologien hängt es vor allem davon ab, wo die Smartphone-Hersteller ihre Prioritäten setzen. Alle haben ihre Vor- und Nachteile (Abb. 3).

» ABBILDUNGEN

Viele schwören auf AMOLED

Vielleicht aber auch nur, weil sie sich aufgrund der großen Verbreitung von Geräten mit (AM) OLED daran gewöhnt haben. Einerseits ist schwarz auf einem OLED Display auch wirklich tief schwarz. Andererseits wirken die Farben oft sehr grell. Dagegen sehen sie auf einem LCD/IPS-Bildschirm zunächst eher blass aus. Darüber hinaus fällt eine leichte Unschärfe z. B. bei Fotos durch den stärkeren Kontrast auf einem OLED Display weniger auf.

Dennoch gibt es eine Reihe von Nutzern, denen gerade die natürlichere Farbdarstellung gefällt. Insbesondere im Vergleich zu den übersättigten Farben auf (älteren) Samsung-Displays ist der Blick auf einen Bildschirm z. B. von LG oder Apple geradezu eine Erholung für die Augen.

Fazit

Würden Smartphone-Nutzer gefragt, ob sie ein LCD/IPS- oder ein (AM) OLED Display bevorzugen, käme es wahrscheinlich zu ähnlich subjektiven Antworten wie bei der Frage nach dem besseren Betriebssystem.

Der durchschnittliche Besitzer eines Smartphones wird sich kaum mit der Display-Technik als solcher beschäftigen. Folglich richtet sich die jeweilige Vorliebe nach dem, was er/sie sieht und woran er/sie sich gewöhnt hat. Die Antwort liegt somit wortwörtlich im Auge des Betrachters.


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