Akkuverbrauch bei Smartphones | So hält der Akku länger

Eines der häufigsten Ärgernisse ist ein zu hoher Akkuverbrauch bei Smartphones. Was Sie selbst für eine längere Laufzeit tun können.

Aktualisiert am 28-11-2019, Ellena

Akkuverbrauch bei Smartphones
Grafik: eb

Steigender Akkuverbrauch bei Smartphones

Mobile Geräte können immer mehr und sind rund um die Uhr online. Darüber hinaus wünschen sich die Nutzer ein großes Display. Demgegenüber sollen die Geräte aber auch möglichst flach und leicht sein.

Dadurch stehen die Hersteller vor einer großen Herausforderung. Denn je mehr Strom für den Betrieb eines Smartphones notwendig ist, desto größer müsste eigentlich der Akku sein. Damit die Geräte weiterhin handlich bleiben, stoßen die Produzenten langsam an ihre Grenzen. Zumal bisher keine echte alternative Akku-Technologie zur Verfügung steht.

Die radikalste Lösung

Am niedrigsten ist der Akkuverbrauch bei Smartphones, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Dann ist er erst nach ca. einer Woche oder noch später entladen.

Allerdings ist das nicht wirklich eine Option. Zum einen verkürzt ein längeres Lagern des Geräts mit entladenem Akku dessen Gesamt-Lebensdauer. Zum anderen nützt ein Smartphone wenig, wenn Sie es nicht verwenden. Als Briefbeschwerer oder zur Verschönerung Ihres Schreibtischs gibt es kostengünstigere Gegenstände.

Was saugt den Akku leer?

Den größten Einfluss auf den Akkuverbrauch bei Smartphones hat streng genommen der Nutzer selbst. Je öfter Sie Ihr Gerät einschalten oder aufwecken, desto schneller geht der Akku in die Knie. Denn der größte Stromfresser ist die Display-Beleuchtung. Des weiteren sind es

  • Push-Benachrichtigungen,
  • permanente Netz- oder Hotspot-Suche,
  • Bluetooth,
  • schlechte Empfangsbedingungen (Mobilfunk),
  • häufige Hintergrundaktualisierung von Apps sowie
  • Standort-Abfragen.

Darüber hinaus erhöht auch ein ungünstiges Lagern des Geräts den Akkuverbrauch bei Smartphones. Denn pralle Sonne, starke Hitze oder Kälte führen nicht nur zu einer schnelleren Entladung, sondern verkürzen auch die Gesamt-Lebensdauer des Akkus. Deshalb sollte die Außen-Temperatur über -20°C und unter 45°C liegen.

Dagegen ist der negative Einfluss von Apps im Standby auf neueren Geräten zu vernachlässigen. Häufiges Wiederaufrufen manuell geschlossener Apps belastet die Batterie mehr.

Bildschirm und Akkuverbrauch von Smartphones

Grundsätzlich gilt, je seltener und kürzer Sie den Bildschirm einschalten, desto besser. Zunächst sollten Sie die Einstellung für die Bildschirm-Helligkeit überprüfen.

  • Automatische Regulierung der Bildschirm-Helligkeit abschalten = Normalerweise reicht eine Helligkeit von 30% bis maximal 50% aus.
  • Bei Bedarf z. B. pralles Sonnenlicht (> Kontrollzentrum >> Helligkeit erhöhen und anschließend wieder verringern)
  • Automatische Ausschaltzeit möglichst kurz einstellen (> Einstellungen)

Sofern Sie eine kurze Ausschaltzeit gewählt haben, schadet ein kurzes Aufleuchten des Sperr-Bildschirms bei Benachrichtigungen kaum. Dagegen wirkt es sich wesentlich negativer auf den Akkuverbrauch bei Smartphones aus, wenn Sie den Bildschirm ständig auf Verdacht einschalten.

Um zu wissen, ob eine wichtige Benachrichtigung eingegangen ist, können Sie auch unterschiedliche Benachrichtigungstöne oder ein Vibrationsmuster für die entsprechenden Apps festlegen.

Zuletzt stellt sich die Frage, ob es unbedingt ein dynamisches oder Live-Hintergrundbild sein muss. Je nach Display-Technologie trägt auch ein dunkles Hintergrundbild zur Verringerung des Akkuverbrauchs bei.

Außerdem bieten immer mehr Geräte-Hersteller und App-Entwickler einen Dunkel-Modus (Dark Mode) an. Dieser achont nicht nur die Augen, sondern auch die Batterie.

Bluetooth erhöht Akkuverbrauch bei Smartphones

So praktisch die Nutzung einer Bluetooth-Verbindung ist. Leider trägt sie nicht unerheblich zum Akkuverbrauch bei Smartphones bei. Hinzu kommt, dass die Geräte- und Zubehörhersteller immer mehr auf diese Technologie setzen.

Beispiele sind kabellose Kopfhörer oder die Nutzung des Smartphones im Auto. Trotzdem sollten Sie Bluetooth nur aktivieren, wenn Sie es tatsächlich nutzen. Über das Kontrollzentrum (s. Abb. links) können Sie Bluetooth schnell ein- bzw. ausschalten.

Akkuverbrauch bei Smartphones
iPhone – Screenshots: eb

Mobilfunk

Wie oft Ihr Smartphone nach Funkzellen sucht und sich verbindet, können Sie nicht steuern. Es sei denn, Sie schalten die Mobilfunkverbindung komplett aus. Dann können Sie aber nicht mehr telefonieren oder SMS senden/empfangen.

Auch die Empfangsqualität lässt sich nur schwer beeinflussen. Abgesehen von der Wahl des richtigen Mobilfunk-Anbieters für Ihren Standort, sollten Sie die Nutzung Ihres Geräts bei zu großer Abschirmung vermeiden.
Anders sieht es bei der Hotspots-Suche aus. Normalerweise genügt es, wenn Sie diese nur im Bedarfsfall aktivieren.

Akkuverbrauch von Apps

Vor allem Apps, die ständig im Hintergrund arbeiten, leisten einen nicht geringen Beitrag zum Akkuverbrauch bei Smartphones. Welchen prozentualen Anteil einzelne Apps am Gesamtverbrauch haben, sehen Sie beispielsweise auf dem iPhone unter

  1. Einstellungen
  2. Batterie
  3. Verbraucher der letzten 24 Stunden / 10 Tage

Falls Sie „permant“ soziale Netzwerke oder Messenger nutzen, werden diese Apps (vor allem Facebook) wahrscheinlich ganz vorne mit dabei sein. Auch die Wetter App dürfte den Akkuverbrauch steigern, weil sie natürlich bei aktiviertem Ortungsdienst kontinuierlich Daten abruft. Da sich der höhere Verbrauch in diesen Fällen i. d. R. mit dem tatsächlichen Nutzungsverhalten erklären lässt, ist beides unbedenklich.

Problematisch kann die permanente Hintergrund-Aktualisierung sein, wenn sie nicht von Ihnen gewollt bzw. gar nicht notwendig ist. Auffällige Apps zeigen einen hohen Prozentanteil, obwohl Sie sie selten bis gar nicht verwenden.

Hintergrundaktualisierung

Entweder Sie deinstallieren auffällige Apps ein Mal und installieren sie wieder neu. Manchmal hilft das. Falls nicht, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie die App durch eine Akku-freundlichere Alternative ersetzen können. Vielleicht brauchen Sie sie eigentlich auch gar nicht (mehr). Dann entfernen Sie sie am besten dauerhaft vom Gerät.

Um die Hintergrundaktualisierung zu senken, haben Sie zunächst folgende Option

  1. Einstellungen
  2. Allgemein
  3. Hintergrundaktualisierung ausschalten

Anschließend müssten Sie jedoch alle Apps manuell aktualisieren bzw. synchronisieren.

Deshalb ist es in der Regel sinnvoller, die Aktualisierung von Kalender, Mails etc. aktiv zu lassen. Stattdessen passen Sie die automatische Aktualisierung für die entsprechende Anwendung einzeln an: Alle 15 oder 30 Minuten, stündlich oder ein Mal pro Tag.

Standortabfrage und Akkuverbrauch bei Smartphones

Viele Apps interessieren sich für Ihren Standort. Infolgedessen suchen sie ihn permanent, was natürlich nicht ohne Folgen für den Akkuverbrauch bei Smartphones bleibt.

Wie schon bei Hintergrundaktualisierung stellt sich die Frage, welche App überhaupt Zugriff auf Ihren Standort haben muss. Beim Wetter oder Maps ist das durchaus sinnvoll. Aber bei anderen wie Spiele, Musik etc. ist es normalerweise entbehrlich.

Deshalb haben Sie i. d. R. die Möglichkeit, die Standortabfrage für einzelne Apps zuzulassen oder zu untersagen. Darüber hinaus können Sie bei den meisten Smartphones festlegen, wann die App den Standort nutzen darf:

  1. Einstellungen
  2. Datenschutz
  3. Ortungsdienste
  4. auf eine App klicken
  5. Nie / Beim Verwenden der App / Immer auswählen

Um den Akkuverbrauch bei Smartphones zu reduzieren, reicht „beim Verwenden“ in den meisten Fällen vollkommen aus. Dasselbe gilt für die Nutzung von Systemdiensten.

Wenn Sie nur die wirklich notwendigen Dienste ein- und alle anderen ausschalten, schont das definitiv Ihren Akku.

Batteriespar-Modus

Nachdem Sie den Spar-Modus (z. B. auf dem iPhone) aktiviert haben, schaltet das Gerät bei niedrigem Akku-Stand automatisch folgende Funktionen ab:

  • Abrufen von Mails
  • Hintergrundaktualisierung von Apps und
  • automatisches Herunterladen von Dateien.

Des weiteren werden visuelle Effekte automatisch reduziert.

Um auszuschließen, dass die zu schnelle Entleerung auf ein Problem mit der Batterie selbst zurückzuführen ist, können Sie z. B. bei neueren iPhones in den Einstellungen den Batteriezustand kontrollieren. Denn auch Akkus „altern“, was zu Lasten der Kapazität geht (s. Abbildung rechts – iPhone nach 3 Jahren Nutzung).

Fazit

So viel ist klar, mobile Geräte brauchen nicht nur „Luft und Liebe“. Somit ist an folgenden Fakten kaum zu rütteln:

  • Eine Nutzung des Smartphones ohne Strom ist nicht möglich.
  • Die Kapazität eines Akkus ist begrenzt.
  • Ein größerer Akku bedeutet längere Laufzeit, aber auch größeres und schwereres Gerät.

Wenn Sie also ein kleines leichtes Gerät haben möchten, muss eine Kompromiss-Lösung gefunden werden. Von Seiten der Hersteller, der System- und der meisten App-Entwickler wird schon einiges getan, um den Akkuverbrauch bei Smartphones zu optimieren.

Dennoch haben auch Sie selbst noch eine Menge Möglichkeiten, Ihre Nutzungsgewohnheiten zugunsten einer längeren Laufzeit zu überprüfen. Die Vorschläge in diesem Beitrag schränken das Nutzererlebnis nicht wirklich ein, verringern aber den Akkuverbrauch bei Smartphones merkbar.


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