Dauerhafte Datensicherung | Welches Speichermedium wofür?

. Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2018-12-14

Auf PCs und mobilen Geräten sammeln sich immer mehr Daten an. Nicht nur unzählige Fotos, sondern auch „ganze Unternehmen“ werden elektronisch verwaltet. Deshalb ist eine zuverlässige dauerhafte Datensicherung außerordentlich wichtig.

Dauerhafte Datensicherung

Auch wenn du deinen PC und deine mobilen Geräte nur privat nutzt, sind dort nicht nur „unwichtige“ Daten gespeichert. Beispielsweise …

  • das Betriebssystem,
  • Programme / Apps,
  • Dokumente, Fotos, Videos, Musik,
  • Kalenderdaten und Adressen.
dauerhafte Datensicherung
Illustration: eb / ebblogs

Zum einen können die Datenmengen den Gerätespeicher an seine Kapazitätsgrenze bringen. Zum anderen ist ein Versagen der Geräte-Hardware nie ausgeschlossen. Außerdem kann es im Rahmen von System-, Sicherheits- oder sonstigen Software-Updates und Installationen zu Fehlern kommen. Selbst wenn eine Reparatur möglich ist, sind die auf dem Gerät gespeicherten Daten i. d. R. verloren. Deshalb solltest du auf jeden Fall eine Datensicherung außerhalb des Geräts vornehmen.

Backups

Zwar kannst du z. B. bei Apple Geräten eine automatische Datensicherung in der iCloud aktivieren. Jedoch ist das bei Android-Geräten schon schwieriger, da Google nicht alle Daten speichert.

Auf jeden Fall reichen diese „Cloud-Backups“ alleine für eine dauerhafte Datensicherung nicht aus. Deswegen ist ein Backup deiner Daten auf mindestens einem weiteren Medium sinnvoll.

  • Voll-Backup: Momentaufnahme aller Daten auf der Geräte-Festplatte z. B. zur späteren Wiederherstellung nach Absturz, Beschädigung oder Verlust deines Geräts bzw. deiner Daten.
  • Inkrementelles Backup: Baut auf ein vorheriges Backup auf, indem es nur neue oder geänderte Dateien sichert. Falls irgendeine der Dateien beschädigt oder verloren ist, sind alle nachfolgenden Versionen dieser Datei ungültig.
  • Differentielles Backup: Hängt direkt mit dem Voll-Backup zusammen. Alle neuen oder geänderten Dateien werden hinzugefügt. Demzufolge beeinflusst eine zerstörte Datei nicht nicht die nachfolgenden Versionen.

Quelle: AOMEI

  • Archivierung: Dauerhafte Datensicherung von Kopien der Original-Dateien im Zustand zum Zeitpunkt der Speicherung. Anschließend ist keine aktive Nutzung oder Änderung der Daten mehr ohne weiteres möglich.

Speichermedien

Folgende Speichermedien sind recht verbreitet. Jedoch eigenen sich nicht alle für die dauerhafte Datensicherung.

» CD
» DVD
» Blu-Ray
» Speicherkarte
» USB-Stick
» SSD
» Externe Festplatte
» Magnetband
» Pro und Kontra inkl. Cloud

Zunächst eine kurze Beschreibung der technischen Merkmale.

CD

Vor allem für die dauerhafte Datensicherung von Musik sind Compact Discs (Kompakte Scheiben) verbreitet. Bei der seit Anfang der 80er Jahre existierenden CD handelt es sich um einen optischen Speicher. Den Anfang machten die CD-DA (Digital Audio) für das Speichern von Musik. Etwas später kam die CD-ROM (Read Only Memory) für Videos dazu. Seit Ende der 90er Jahre gibt es die beschreibbare CD-R (Recordable) bzw. die wiederbeschreibbare CD-RW (ReWritable).

  • Zur inkrementellen und differentiellen Datensicherung, Archivierung
  • Kapazität: 650 MB, 700 MB, 800 MB, 870 MB und 900 MB
  • Kosten: gering; ab unter 10,00 Euro für 50 Stück
  • Lebensdauer bei optimaler Lagerung: 80 bis 100 Jahre

Wobei eine optimale Lagerung in einem normalen Haushalt kaum möglich sein dürfte:

  • stabile Raumtemperatur von 25 °C (mit Einschränkung -5 °C bis 30 °C)
  • Luftfeuchtigkeit bei 40 – 60 %
  • kein Licht, keine Kratzer, Fingerabdrücke oder Aufkleber.

DVD

Grundsätzlich ähnelt eine Digital Versatile Disc (digitale vielseitige Scheibe) einer CD. Jedoch kannst du darauf auch Videos oder Filme in hoher Qualität und in mehreren Sprachen speichern. Es gibt einseitige und doppelseitige sowie Einschicht- und Doppelschicht DVDs.

  • Geeignet für inkrementelle und differentielle Datensicherung, Archivierung
  • Kapazität: 4,7 GB (DVD-5), 8,5 GB (DVD-9), 9,4 GB (DVD-10), 17 GB (DVD-18)
  • Kosten: relativ günstig; ab ca. 15,00 Euro für 50 Stück
  • Lebensdauer 30 Jahre bei optimaler Lagerung (s. CD)

Blu-Ray

Im Prinzip ist die Blu-Ray (blauer Strahl) Disc eine Weiterentwicklung der CD / DVD. Allerdings haben Blu-Rays bis zu 8 Speicherschichten und die Datenspuren liegen wesentlich enger beieinander. Außerdem stehen Blu-Rays ebenfalls in verschiedenen Formaten zur Verfügung: BD-ROM, BD-R und BD-RE (s. CD) sowie BDAV (Audio-Video), BDMV (Movie) und Ultra HD Blu-Ray.

  • Zur inkrementellen und differentiellen Speicherung; Archivierung
  • Kapazität: 25 GB (evtl. 100 GB, bis zu 500 GB wären theoretisch möglich)
  • Kosten: je nach Format ab ca. 15,00 Euro für 25 Stück.
  • Lebensdauer: 50 bis 100 Jahre bei optimaler Lagerung (s. CD)

Speicherkarte

Auf einer Secure Digital (sicher digital)- oder Micro SD-Karte kannst du Text-, Foto-, Video- und Audio-Dateien mittels der Flash-Soeicher-Technik sichern. Für eine dauerhafte Datensicherung im engeren Sinne ist sie jedoch nicht gedacht.

  • Zwischenspeicher für / Transport von z. B. Fotos von der Digital-Kamera zum PC
  • Kapazität: bis zu 2 TB
  • Kosten: Je nach Speichergröße; ab ca. 20,00 Euro für 64 GB
  • Lebensdauer: Theoretisch 10 000 bis 100 000 Schreibzyklen.

USB-Sticks

Das kleine tragbare Speichermedium besteht aus einem Flash-Speicher und einem Terminator bzw. Abschlusswiderstand. Nachdem du den Stick über einen Universal Serial Bus (universeller serieller Anschluss) mit dem PC verbunden hast, kannst du darauf alle Arten von Daten speichern. Außerdem kann er dauerhaft mit dem PC verbunden bleiben, so dass du auch aktiv damit arbeiten kannst.

  • Geeignet für den Datentransport, aber auch zum Hochfahren eines PCs
  • Kapazität: 32, 46, 128, 256, 512 MB sowie 1 und 2 GB bis 1 TB
  • Kosten: ab ca. 5,00 bis 10,00 Euro für 32 GB
  • Lebensdauer: je nach Anzahl der Schreibzyklen bis zu 10 Jahre

Neben der unterschiedlichen Speicherkapazität unterscheiden sich die Sticks auch beim Anschluss. Von USB 2.0 über 3.0 bis 3.1 steigt die Lesegeschwindigkeit.

SSD

Auch ein Solid State Drive (Festkörper-Laufwerk) arbeitet mit einem Flash-Speicher-Chip. Dabei übertragen SSDs Daten wohl am schnellsten. Außerdem kann eine SSD auch permanent an den PC angeschlossen bleiben.

  • Vor allem für ein Voll-Backup und die dauerhafte Datensicherung
  • Kapazität: bis zu 5 TB
  • Kosten: je nach Speichergröße ab ca. 100,00 Euro
  • Lebensdauer: 10 Jahre / 5 000 bis 10 000 Schreibzyklen

Externe Festplatte

Insbesondere für größere Datenmengen und als zusätzlicher Arbeitsspeicher sind häufig externe HDD-Festplatten in Gebrauch. Ein Hard Disc Drive (Festplatten-Laufwerk) arbeitet mit einem magnetischen Speichersystem.

Dabei werden die Daten auf rotierenden Scheiben in einzelnen Blöcken gespeichert. Da das Beschreiben nicht der Reihe nach sondern wahllos erfolgt, können zusammengehörige Blöcke mit der Zeit relativ weit auseinander liegen. Deshalb sollten die Festplatte regelmäßig neu geordnet (defragmentiert) werden, um einer Verlangsamung des Leseprozesses entgegen zu wirken.

  • Ebenfalls für ein Voll-Backup und eine dauerhafte Datensicherung
  • Kapazität: bis zu 15 TB Brutto *
  • Kosten: je nach Größe ab ca. 70,00 Euro
  • Lebensdauer: 10 Jahre

* Der tatsächlich verfügbare Speicherplatz ist immer etwas geringer ist als die angegebene Kapazität.

Magnetband

Wenn es um eine kontinuierliche Datensicherung geht, ist das Magnetband eine Option. Hierbei handelt es sich um eine Kassette, in der sich eine Spule mit einem magnetisierbaren Eisenoxyd-Band befindet. Auf diesem werden die Daten gespeichert. Vor allem für eine dauerhafte Datensicherung im professionallen Bereich sind Magnetbänder immer noch in Gebrauch.

  • Geeignet für Server-Backups, Archivierung
  • Kapazität: mehr als 6 TB
  • Kosten: k. A.
  • Lebensdauer: 10 bis max. 30 Jahren

Datenschutz

Sofern du einen vertrauenswürdigen Anbieter hast, sind die Daten in einer Cloud i. d. R. verschlüsselt. Dennoch können Dritte (illegal) Zugriff darauf erlangen.

Auf allen anderen Speichermedien sind die Daten normalerweise unverschlüsselt abgelegt. Bei CDs, DVDs und Blu-Rays gibt es meistens einen Kopierschutz. USB-Sticks und Festplatten kannst du u. a. durch ein Passwort schützen. Darüber hinaus sind Festplatten so konfigurierbar, dass sie nur auf bestimmten Geräten lesbar und/oder beschreibbar sind.

Pro und Kontra

Keines der oben beschriebenen Speichermedien ist perfekt.

CD, DVD, Blu-Ray:

Risiken: Wärme, Feuchtigkeit, Licht,
Fingerabdrücke, Aufkleber, Kratzer, Bruch.
Voraussetzungen: PC mit Laufwerk bzw. Geräte zum Brennen und Abspielen.
Nicht für ein Voll-Backup geeignet.
Flexibel*

Speicherkarte:

Risiken: Verschmutzung, Korrosion,
Verbiegen des Anschlusses, Bruch.
Voraussetzungen: Passender USB-Anschluss am PC / mobilen Gerät / Adapter.
Nur begrenzt wiederbeschreibbar.
Flexibel

USB-Stick:

Risiken: Verschmutzung, Korrosion, Verbiegen des Anschlusses, Bruch.
Voraussetzungen: Passender USB-Anschluss am PC / mobilen Gerät / Adapter.
Nur begrenzt wiederbeschreibbar.
Flexibel

SSD:

Risiken: Relativ unempfindlich, da ohne bewegliche Teile.
Voraussetzungen: Passender USB-Anschluss am PC / mobilen Gerät.
Nur begrenzt wiederbeschreibbar.
Eingeschränkt flexibel

Externe Festplatte:

Risiken: Feuchtigkeit, Stöße, magnetische Felder, Verschleiß beweglicher Teile.
Voraussetzungen: Passender USB-Anschluss am PC / mobilen Gerät.
Regelmäßige Defragmentierung ratsam.
Eher nicht flexibel

Magnetband:

Risiken: Wärme, Feuchtigkeit, magnetische Felder.
Voraussetzungen: Spezielles Bandlaufwerk.
Verliert irgendwann die Magnetisierung; Ablösung der Schichten des Bandes.
Nicht flexibel

Cloud:

Risiken: Angreifbar während der Datenübertragung und -speicherung, Server-Ausfall, Anbieter stellt den Betrieb ein.
Voraussetzungen: Zugang über (W)LAN / mobiles Datennetz.
Daten lagern auf fremdem Server;
Kosten, Datensicherheit und möglicher Offline-Zugriff sind abhängig vom Anbieter.

* Flexibel bedeutet, dass das Speichermedium transportabel ist. Und dass du es auch auf „fremden“ Geräten nutzen bzw. daran anschließen kannst.

Fazit

Eine dauerhafte Datensicherung bzw. ein regelmäßiges Backup deiner Daten sollte selbstverständlich sein. Diesbezüglich stehen dir die unterschiedlichsten Speichermedien zu Verfügung. Jedoch eignen sich nicht alle für jeden Zweck.

Wenn du lediglich deine Fotos oder Videos speichern möchtest, bieten sich CDs, DVDs oder Blu-Rays an. Unter optimalen Bedingungen haben sie die längste Lebensdauer. Aber du bist auf die Verfügbarkeit von Peripherie-Geräten angewiesen. Und genau das ist ein Risiko. So haben viele Laptops schon heute kein Laufwerk mehr.

Dementsprechend waren Musik- oder Video-Kassetten lange Zeit sehr populär. Irgendwann gab es jedoch keine Geräte mehr dafür. Somit sind deine Daten zwar gespeichert, du hast aber keinen Zugriff darauf. Es sei denn, du hast die Daten rechtzeitig auf ein anderes Speichermedium übertragen. Das gleiche Schicksal hat auch Floppy Discs ereilt, die zu ihrer Zeit das Standard-Speichermedium für Dokumente und andere Daten waren.

Je nach Datenmenge eignen sich für die dauerhafte Datensicherung bzw. Backups eigentlich nur Festplatten und, mit Einschränkungen, USB-Sticks. Aber auch diese haben nur eine begrenzte Lebensdauer von ca. 10 Jahren. Darüber hinaus ist die Nutzbarkeit bei USB-Sticks und SSD-Festplatten von der Anzahl der Schreibzyklen abhängig. Magnetbänder kommen eigentlich nur bei Großunternehmen und Server-Betreibern mit riesigen Datenmengen und kontinuierlicher Datensicherung zum Einsatz.

Empfehlung

Grundsätzlich eignet sich auch für eine dauerhafte Datensicherung im Privatbereich eine Kombination mehrerer Speichermedien. Einerseits die Cloud für Dateien, die unabhängig vom Gerät und Aufenthaltsort erreichbar sein sollen. Andererseits USB-Sticks für Dokumente und einzelne Ordner, die u. U. auch in aktuelle Arbeitsprozesse eingeschlossen, überarbeitet und z. B. für Präsentationen genutzt werden sollen.

Abschließend kommt für die dauerhafte Datensicherung im Sinne eines Backups aller Dateien einschließlich der Programme und des Betriebssystems eigentlich nur eine (SSD-) Festplatte in Frage.

Unabhängig davon, für welche Lösungen zur dauerhaften Datensicherung du dich entscheidest, noch zwei wichtige Hinweise:

Lege regelmäßig ein Backup an und überprüfe die Speichermedien von Zeit zu Zeit auf ihre Funktion. Spätestens wenn sich erste Fehler zeigen, solltest du ein neues Backup auf einem anderen oder neuen Medium erstellen.


Das könnte dich auch interessieren:

Sichere und nutzerfreundliche Cloud-Services


Schreibe einen Kommentar