E-Mail-Konten | So richtest du eine E-Mail-Weiterleitung ein

. Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2018-12-14

Mit der Zeit sammeln sich bei fast jedem diverse E-Mail-Konten an. Da das Abrufen der E-Mails von jedem einzelnen Anbieter umkomfortabel ist, bieten sich Mail-Clients oder eben eine Weiterleitung an.

Systemspezifische E-Mail-Konten

Meistens beginnt es mit einem „System-Konto“. Je nachdem, mit welchem Computer-System oder Service-Anbieter du arbeitest, sind dies E-Mail-Konten bei

  • Google: @gmail.com, @googlemail.com
  • Microsoft: @outlook.com, @live.de, (@hotmail.com)
  • Apple: @icloud.com, @me.com
E-Mail-Konten
Illustration: eb / ebblogs

Alle diese E-Mail-Konten haben eines gemeinsam. Die Server-Standorte befinden sich im Ausland. Deshalb entspricht der Datenschutz nicht unbedingt dem von der EU bzw. Deutschland geforderten. Darüber hinaus hapert es oft bei der Sicherheit und Verschlüsselung. So ist beispielsweise Yahoo wiederholt besonders negativ aufgefallen.

Zwar hat Google nachgebessert und ist sicherer geworden, an der „Auslands-Problematik“ ändert das jedoch nichts. Und eine Auswertung z. B. der Anmeldedaten zur Personalisierung von Werbung ist auch nicht auszuschließen.

» Mail Client
» Weiterleitung

Beliebteste E-Mail-Services

Wie Statistiken zeigen, liegen Google und Microsoft immer noch weit vorne. Da diese Unternehmen ihren Kunden quasi die Einrichtung eines „passenden Kontos“ aufzwingen, um ihre Services optimal nutzen zu können, ist dies nicht verwunderlich. Jedoch befinden sich andere, früher sehr beliebte internationale Anbieter auf dem Rückzug.

So war AOL der erste und bis Mitte der 2000er Jahre größte Mail-Service-Dienst (mit Niederlassungen in Deutschland). Jetzt schafft er es nur noch knapp unter die ersten 10. Wahrscheinlich liegt das nur daran, dass viele Alt-Nutzer aus Gewohnheit ihr Konto behalten. Dagegen verliert ein weiterer beliebter großer E-Mail-Anbieter, Yahoo, kontinuierlich mehr Kunden.

Bereits 2015 äußerten sich viele Deutsche skeptisch gegenüber den US-Anbietern.

Starkes Misstrauen gegenüber US-Anbietern
So sagen 97 Prozent der Befragten, „dass die Sicherheit und der Schutz ihrer persönlichen Daten für sie bei der Wahl des Anbieters die entscheidende Rolle spielen. Ein Großteil der Befragten (74 Prozent) hat Bedenken, seine privaten Daten US-Anbietern anzuvertrauen. Bei 61 % haben die Bedenken gegenüber dem Datenschutz seit Bekanntwerden des NSA-Skandals weiter zugenommen.

Quelle: NEWSROOM GMX.NET

Und dieses Misstrauen bestätigte sich 2017 in einer Deutschland-weiten Umfrage. Inzwischen belegt der Anbieter United Internet (GMX, WEB.DE …) die ersten Plätze (siehe Abbildung).

Alternative E-Mail-Konten

Obwohl vor allem Nutzer mit wenig E-Mail-Verkehr ihre „System-Konten“ auch für ihre private Kommunikation nutzen, nimmt ihr Anteil immer mehr ab. Die meisten eröffnen für ihre privaten oder dienstlichen E-Mails Konten bei anderen Anbietern.

Infolgedessen sind 3, 4 oder mehr E-Mail-Konten bei unterschiedlichen Anbietern heute keine Seltenheit mehr. Zwar bieten alle Anbieter eine eigene Oberfläche oder App zum Verwalten ihrer E-Mails an. Mehrfach täglich mehrere Plattformen zu besuchen ist jedoch nicht nur unkomfortabel, sondern du verlierst auch schnell den Überblick.

Deshalb ist eine Lösung gefragt, die es dir ermöglicht, alle E-Mails gleichzeitig abrufen zu können.

Mail-Clients

Ein Mail-Client ist eine Anwendung auf dem PC oder mobilen Gerät, über die du auf mehrere Konten derselben oder unterschiedlicher Anbieter zugreifst. Einige Beispiele zu Mail-Clients findest du hier.

Zunächst meldest du alle deine E-Mail-Konten einzeln an. Anschließend erfolgt das Abrufen der E-Mails in der Regel mittels IMAP, seltener mit POP3. Abhängig vom Aufbau des Mail-Clients erscheinen alle E-Mails in einer Liste untereinander. Oder du kannst sie nach Herkunfts-Konto sortiert aufrufen.

Wie unkompliziert die Anmeldung eines Kontos ist, hängt vom jeweiligen E-Mail-Dienst ab. Während bei einigen die Eingabe der Adresse und des Passworts ausreicht, musst du bei anderen neben deiner Adresse und deinem Passwort auch noch Server-Daten sowie Verschlüsselung manuell hinzufügen. Die dafür notwendigen Angaben findest du auf den Webseiten der Anbieter deiner E-Mail-Konten.

Wenn du mehrere E-Mail-Konten mit vielen Ordnern aktiv parallel nutzt, ist die Verwendung eines Mail-Clients die beste Wahl.

Weiterleitung

Vor allem für E-Mail-Konten,

  • auf denen nur relativ wenige E-Mails eingehen,
  • über die du keine eigenen E-Mails versendest oder
  • die du nicht mehr nutzen bzw. kündigen möchtest,

bietet sich eine E-Mail-Weiterleitung an.

Somit wäre diese Methode ideal für „System-Konten“, die du zwar behalten musst, über die du aber nicht aktiv kommunizierst.

Nachdem du eine Weiterleitung eingerichtet hast, landen beispielsweise alle deine G- oder Outlook-Mails auf deinem bevorzugten „Sammel“konto. Somit kannst du alle diese E-Mails bequem über ein einziges Konto verwalten. Allerdings unterscheiden sich die für eine Weiterleitung notwendigen Schritte u. U. von Dienst zu Dienst.

Einrichtung der Weiterleitung

Zuerst loggst du dich beispielsweise bei Google- oder Yahoo-Mail ein. Anschließend gehst du auf

+ Einstellungen
++ Weiterleitung und POP/IMAP
+++ E-Mail-Adresse des Kontos eingeben, auf das du weiterleiten möchtest

Außerdem kannst du noch einige zusätzliche Einstellungen vornehmen. So zum Beispiel, ob die weitergeleiteten E-Mails als Kopie auf dem Ausgangs-Server (Google/Yahoo) verbleiben sollen. Oder ob sie automatisch gelöscht werden, sobald du sie auf dem Ziel-Server (in deinem Sammelkonto) löschst.

Vor – und Nachteile

Vor allem für E-Mail-Konten über die du selbst normalerweise keine E-Mails versendest, überwiegen die Vorteile. Du musst nicht regelmäßig mehrere Webseiten oder Apps aufrufen. Um keine E-Mail mehr zu verpassen, reicht ein Blick auf dein bevorzugtes E-Mail-Konto. Dort findest du alle deine E-Mails gleichberechtigt an einem Ort. Und du kannst auch die weitergeleiteten E-Mails dort lesen, beantworten, löschen etc.

Doch es gibt auch zwei kleine Nachteile. Wenn du eine von einem anderen Konto weitergeleitete E-Mail beantwortest oder an Dritte weiterleitest, zeigt diese anschließend als Absender die E-Mail-Adresse deines Sammelkontos an.

  • A schickt dir eine E-Mail auf dein Google-Konto
  • diese wird automatisch an dein GMX-Konto weitergeleitet
  • dort öffnest du sie und beantwortest sie
  • A erhält deine Antwort mit …@gmx.de als Absender

Falls du deine Weiterleitung so eingestellt hast, dass Kopien auf dem Ausgangs-Server gespeichert bleiben, darfst du diesen nicht völlig aus dem Auge verlieren. Denn der E-Mail-Speicher ist normalerweise begrenzt. Deshalb solltest du die Kopien von Zeit zu Zeit vom Ausgangs-Server löschen.

» ABBILDUNGEN

Fazit

Hinsichtlich Leistungsumfang und Zuverlässigkeit sind die US-amerikanischen System-Konten sicherlich nicht schlecht. Aber was Sicherheit und Verschlüsselung angeht, musst du immer noch Abstriche machen. Letzten Endes ist es deine Entscheidung, welchen Stellenwert Datensicherheit für dich hat und wie persönlich/vertraulich die Inhalte deiner E-Mails sind. Ist eh da reicht meiner Meinung nach heutzutage als alleiniger Entscheidungsfaktor bei der Wahl der E-Mail-Konten nicht aus.

Deshalb ist es sinnvoller, für deine private und berufliche Kommunikation E-Mail-Konten deutscher Anbieter zu nutzen. Anschließend leitest du die E-Mails von den System-Konten einfach auf ein vertrauenswürdigeres Konto weiter. Nicht zuletzt verringerst du so auch das Risiko, eine wichtige E-Mail zu verpassen.


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