E-Mail Konten | So richtest du eine E-Mail-Weiterleitung ein

Aktualisiert am 28-11-2019, von Ellena

Fast jeder hat mehrere E-Mail Konten. Zur besseren Übersicht bieten sich Mail-Clients oder die Weiterleitung auf ein bestimmtes Konto an.

Systemspezifische E-Mail Konten

Meistens beginnt es mit einem „System-Konto“. Je nachdem, mit welchem Computer-System oder Service-Anbieter Sie arbeiten, sind dies E-Mail-Konten bei

  • Google: @gmail.com, @googlemail.com
  • Microsoft: @outlook.com, @live.de, (@hotmail.com)
  • Apple: @icloud.com, @me.com

Alle diese E-Mail Konten haben eines gemeinsam. Die Server-Standorte befinden sich im Ausland. Deshalb entspricht der Datenschutz nicht unbedingt dem von der EU bzw. Deutschland geforderten. Darüber hinaus hapert es oft bei der Sicherheit und Verschlüsselung. So ist beispielsweise Yahoo wiederholt besonders negativ aufgefallen.

Zwar hat Google nachgebessert und ist sicherer geworden, an der „Auslands-Problematik“ ändert das jedoch nichts. Und eine Auswertung z. B. der Anmeldedaten zur Personalisierung von Werbung ist auch nicht auszuschließen.

Beliebteste E-Mail-Services

Wie Statistiken zeigen, liegen Google und Microsoft immer noch weit vorne. Da diese Unternehmen ihren Kunden quasi die Einrichtung eines „passenden Kontos“ aufzwingen, um ihre Services optimal nutzen zu können, ist dies nicht verwunderlich. Jedoch befinden sich andere, früher sehr beliebte internationale Anbieter auf dem Rückzug.

So war AOL der erste und bis Mitte der 2000er Jahre größte Mail-Service-Dienst (mit Niederlassungen in Deutschland). Jetzt schafft er es nur noch knapp unter die ersten 10. Wahrscheinlich liegt das nur daran, dass viele Alt-Nutzer aus Gewohnheit ihr Konto behalten. Dagegen verliert ein weiterer beliebter großer E-Mail-Anbieter, Yahoo, kontinuierlich an Kunden.

Bereits 2015 äußerten sich viele Deutsche skeptisch gegenüber den US-Anbietern.

Starkes Misstrauen gegenüber US-Anbietern
So sagen 97 Prozent der Befragten, „dass die Sicherheit und der Schutz ihrer persönlichen Daten für sie bei der Wahl des Anbieters die entscheidende Rolle spielen. Ein Großteil der Befragten (74 Prozent) hat Bedenken, seine privaten Daten US-Anbietern anzuvertrauen. Bei 61 % haben die Bedenken gegenüber dem Datenschutz seit Bekanntwerden des NSA-Skandals weiter zugenommen.

Quelle: NEWSROOM GMX.NET

Und dieses Misstrauen bestätigte sich 2017 in einer Deutschland-weiten Umfrage. Inzwischen belegt der Anbieter United Internet (mit GMX, WEB.DE …) die ersten Plätze.

E-Mail-Konten
Meist genutzte E-Mail-Konten (Grafik: eb)

Alternative E-Mail-Konten

Obwohl vor allem Nutzer mit wenig E-Mail-Verkehr ihre „System-Konten“ auch für ihre private Kommunikation nutzen, nimmt ihr Anteil immer mehr ab. Die meisten eröffnen für ihre privaten oder dienstlichen E-Mails Konten bei anderen Anbietern.

Infolgedessen sind 3, 4 oder mehr E-Mail-Konten bei unterschiedlichen Anbietern heute keine Seltenheit mehr. Zwar bieten alle Anbieter eine eigene Oberfläche oder App zum Verwalten ihrer E-Mails an. Mehrfach täglich mehrere Plattformen zu besuchen ist jedoch nicht nur unkomfortabel, sondern Sie verlieren auch schnell den Überblick.

Deshalb ist eine Lösung gefragt, die es dir ermöglicht, alle E-Mails gleichzeitig abrufen zu können.

E-Mail Konten
Grafik: eb

Mail-Clients

Ein Mail-Client ist eine Anwendung auf dem PC oder mobilen Gerät, über die Sie auf mehrere Konten derselben oder unterschiedlicher Anbieter zugreifen. Einige Beispiele zu Mail-Clients finden Sie hier.

Zunächst melden Sie alle Ihre E-Mail Konten einzeln an. Anschließend erfolgt das Abrufen der E-Mails in der Regel mittels IMAP, seltener mit POP3. Abhängig vom Aufbau des Mail-Clients erscheinen alle E-Mails in einer Liste untereinander. Oder Sie können sie nach Herkunfts-Konto bzw. Kategorie (Newsletter, Kontakte, …) sortiert aufrufen.

Wie unkompliziert die Anmeldung eines Kontos ist, hängt vom jeweiligen E-Mail-Dienst ab. Während bei einigen die Eingabe der Adresse und des Passworts ausreicht, müssen Sie bei anderen neben Ihrer Adresse und Ihrem Passwort auch noch Server-Daten sowie Verschlüsselung manuell hinzufügen. Die dafür notwendigen Angaben finden Sie auf der Website der Anbieter Ihrer E-Mail-Konten.

Wenn Sie mehrere E-Mail Konten mit vielen Ordnern aktiv parallel nutzen, ist die Verwendung eines Mail-Clients die beste Wahl.

Weiterleitung von E-Mail Konten

Vor allem für E-Mail Konten,

  • auf denen nur relativ wenige E-Mails eingehen,
  • über die Sie keine eigenen E-Mails versenden,
  • die Sie z. B. nur als Anmelde-Konto für Online-Dienste
  • oder gar nicht nutzen, aber auch nicht kündigen möchten,

bietet sich eine E-Mail-Weiterleitung an.

Somit wäre diese Methode ideal für „System-Konten“, die Sie zwar behalten müssen, über die Sie aber nicht aktiv kommunizierst, sondern höchstens Mitteilungen des „Systems“ erhalten.

Nachdem Sie eine Weiterleitung eingerichtet haben, landen beispielsweise alle Ihre Google- oder Outlook-Mails auf Ihrem bevorzugten „Sammel“konto. Somit können Sie alle diese E-Mails bequem über ein einziges Konto verwalten. Allerdings unterscheiden sich die für eine Weiterleitung notwendigen Schritte u. U. von Dienst zu Dienst.

E-Mail Konten Weiterleitung
Beispiel für Gmail (Screenshot: eb)

Einrichtung der Weiterleitung

Zuerst loggen Sie sich beispielsweise bei Google- oder Yahoo-Mail ein. Anschließend gehen Sie auf

  1. Einstellungen
  2. Weiterleitung und POP/IMAP
  3. E-Mail-Adresse des Kontos, auf das Sie weiterleiten möchten, eingeben

Außerdem können Sie noch einige zusätzliche Einstellungen vornehmen. So zum Beispiel, ob die weitergeleiteten E-Mails als Kopie auf dem Ausgangs-Server (z. B. Google/Yahoo) verbleiben sollen. Oder ob sie automatisch gelöscht werden, sobald Sie sie auf dem Ziel-Server (in Ihrem Sammelkonto) löschen.

Vor – und Nachteile

Vor allem für E-Mail Konten über die Sie selbst normalerweise keine E-Mails versenden, überwiegen die Vorteile. Sie müssen nicht regelmäßig mehrere Webseiten oder Apps aufrufen. Um keine E-Mail mehr zu verpassen, reicht ein Blick auf Ihr bevorzugtes E-Mail-Konto. Dort finden Sie alle Ihre E-Mails gleichberechtigt an einem Ort. Und Sie können auch die weitergeleiteten E-Mails dort lesen, beantworten, löschen etc.

Doch es gibt auch zwei kleine Nachteile. Wenn Sie eine von einem anderen Konto weitergeleitete E-Mail beantworten oder an Dritte weiterleiten, zeigt diese anschließend als Absender die E-Mail-Adresse Ihres Sammelkontos an.

  • A schickt Ihnen eine E-Mail auf Ihr Google-Konto
  • diese wird automatisch an Ihr GMX-Konto weitergeleitet
  • dort öffnen und beantworten Sie sie
  • A erhält Ihre Antwort mit …@gmx.de als Absender

Falls Sie Ihre Weiterleitung so eingestellt haben, dass Kopien auf dem Ausgangs-Server gespeichert bleiben, dürfen Sie diesen nicht völlig aus dem Auge verlieren. Denn der E-Mail-Speicher ist normalerweise begrenzt. Deshalb sollten Sie die Kopien von Zeit zu Zeit vom Ausgangs-Server löschen.

Fazit

Hinsichtlich Leistungsumfang und Zuverlässigkeit sind die US-amerikanischen System-Konten sicherlich nicht schlecht. Aber was Sicherheit, Datenschutz und Verschlüsselung angeht, müssen Sie immer noch Abstriche machen. Letzten Endes ist es dIhre Entscheidung, welchen Stellenwert Datensicherheit für Sie hat und wie persönlich/vertraulich die Inhalte Ihrer E-Mails sind. „Ist eh da“ reicht meiner Meinung nach heutzutage als alleiniger Entscheidungsfaktor bei der Wahl der E-Mail Konten nicht aus.

Deshalb ist es sinnvoller, für Ihre private und erst recht berufliche Kommunikation E-Mail Konten deutscher Anbieter zu nutzen. Anschließend leiten Sie die E-Mails von den System-Konten einfach auf ein vertrauenswürdigeres Konto weiter. Nicht zuletzt verringern Sie so auch das Risiko, eine wichtige E-Mail zu verpassen.

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