Cyberkriminalität nimmt stetig zu | Warum ist das so?

Von - 2019-09-13

Sicherheitsexperten prophezeien eine düstere Zukunft. Cyberkriminalität nimmt stetig zu und auch Apple-Geräte bleiben nicht mehr verschont.

Cyberkriminalität nimmt stetig zu
Grafik: eb

Kein Ende der Cyberkriminalität in Sicht

Wie aus Cybercrime Reports für das 1. Quartal 2019 hervorgeht, nimmt die Cyberkriminalität kontinuierlich zu. In den USA ist es bereits das Delikt mit der größten Zuwachsrate. Außerdem gehen die dadurch verursachten Schäden inzwischen in die Billionen. Lagen sie 2015 weltweit noch bei nur 3 Trillionen US-Dollar (ca. 2,6 Billionen Euro), so werden sie sich nach von CYBERSECURITY VENTURES veröffentlichten Berechnungen bis 2021 verdoppeln. Demnach ist von jährlichen Kosten in Höhe von mehr als 6 Billionen Euro auszugehen.

Denn Internetkriminalität ist und bleibt ein lukratives Geschäft., u. a. auch weil die Zahl der möglichen Ziele zunimmt. Aus einer (der ersten) Webseite 1991 sind inzwischen sind ca. 1,9 Milliarden geworden. Ähnlich verhält es sich mit der Zahl der Internetnutzer. Waren es 2015 nur 2 Milliarden, nutzten 2018 schon ca. 4 Milliarden Menschen, fast die Hälfte der Weltbevölkerung, das Internet. Falls sich der Trend fortsetzt, ist 2022 mit 6 Milliarden und 2030 mit 7,5 Milliarden Nutzern zu rechnen.

Unternehmen sind besonders attraktiv

Nach einem von MALWAREBYTES veröffentlichten Bericht steigt die Anzahl erkannter Ransomware-Attacken (Erpressungssoftware, Erpressungs-, Krypto- oder Verschlüsselungstrojaner) pro Quartal um 195 % an. Zwar sind die gegen einzelne Verbraucher gerichteten Angriffe im Vergleich zum 4. Quartal 2018 um 40 % zurückgegangen. Jedoch nahmen im gleichen Zeitraum die gegen Unternehmen gerichteten um 200 % zu.

Vor allem Unternehmen im Gesundheitssektor verzeichneten in den letzten zwei Jahren eine starke Zunahme von Cyberattacken. Und die Prognosen sagen einen weiteren Anstieg voraus. Nach wie vor gehen viele Unternehmen recht leichtfertig mit ihren und den Daten ihrer Kunden um. Hinzu kommt, dass Maßnahmen zur Verbesserung des Datenschutzes seitens der Unternehmen zu lange dauern. Bis eine Lücke geschlossen ist, haben die Kriminellen diese schon ausgenutzt und u. U. etliche neue entdeckt.

Als Einfallstor dienen ihnen häufig Phishing-E-Mails. Einerseits gelangen sie so relativ schnell und mit wenig Aufwand an sensible Informationen wie E-Mail-Adressen in Verbindung mit Passwörtern oder Bankdaten. Andererseits machen sie den Adressaten zum Helfer, indem sie ihn z. T. mit massive Drohungen dazu bringen, durch das Öffnen von Anhängen Schadsoftware herunterzuladen.

Auch Apple-Geräte sind nicht mehr sicher

Bisher galten Apple-Geräte als relativ Schadsoftware-resistent. Zumindest solange der Nutzer keine Programme aus undurchsichtigen Quellen herunterlud und Warnungen des Systems ernst nahm. Außerdem waren diese Geräte aufgrund der geringeren Verbreitung auch weniger interessant für Cyberkriminelle. Das scheint sich langsam zu ändern. Zunehmend häufiger entwickeln die Angreifer systemübergreifende Schadsoftware. Besonders perfide ist die Methode, E-Mails an Apple-Nutzer zu senden und darüber dann Windows-Trojaner auf das Gerät zu schleusen.

Außerdem versuchen die Angreifer mittels sogenannter Cleaner, Programmen zur Entrümpelung des Geräts, an das Geld der Nutzer zu kommen. Falls diese Programme oder Apps auch noch Adware (mit)installieren, verdienen sie gleich doppelt. So ist Adware zunächst meistens nur ein Programm, dass Werbung einblendet. Jedoch können die Kriminellen damit auch jede Menge Daten sammeln oder Trojaner einschleusen. Darüber hinaus ist es selbst nach Erkennen des Schadprogramms äußerst schwierig, solche Adware wieder zu deinstallieren.

Keine Entwarnung bei Cyberkriminalität

Trotz aller Aufklärung und Sensibilisierung der Nutzer, machen diese es Betrügern offensichtlich immer noch zu leicht. Denn Cyberkriminalität ist nur solange interessant, wie ausreichend Geld fließt. Und das scheint es zu tun. Denn letztendlich ist ein Server, eine Cloud, ein Gerät oder ein Programm, unabhängig vom Betriebssystem, nur so sicher wie die schwächsten Glieder in der Kette. Und das sind der Provider, der Programmierer und der Nutzer.

Leider gibt es unter ihnen immer noch genügend Menschen, die recht unbedacht mit dem Thema Sicherheit umgehen. Egal ob aus Bequemlichkeit, Ignoranz oder Unkenntnis. Obwohl z. B. Warnungen vor Phishing in allen Medien verbreitet werden, klicken viele Nutzer Links in E-Mails dubioser Herkunft an und geben ihre sensiblen Daten bedenkenlos auf gefälschten Webseiten preis. Vor allem Passwörter gehen wirklich niemanden etwas an! Abgesehen davon, dass sie meistens zu einfach zu knacken sind und dasselbe Passwort für diverse Zwecke verwendet wird. Da freut sich doch jeder Hacker, der mit einem erbeuten Passwort gleich mehrere Türen öffnen kann.

Genauso leichtfertig laden Nutzer Anhänge von E-Mails unbekannter Herkunft und Programme oder Apps aus fragwürdigen Quellen herunter. Nicht zuletzt hinterfragen viele kaum Qualität und Sicherheitsstandards eines Anbieters, bevor sie sich z. B. für einen E-Mail- oder Cloud-Dienst entscheiden. Meistens ist das primäre Kriterium: Möglichst günstig – am Besten kostenlos! Solange sich daran nichts ändert, wird auch in Zukunft die Cyberkriminalität stetig zunehmen.


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