404 Fehlermeldung | Tipps zur Vermeidung toter Links

. Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2018-12-14

Bei jeder Webseite taucht irgendwann einmal eine 404 Fehlermeldung auf. Normalerweise ist das keine Katastrophe und du kannst sie ignorieren. Passiert es zu häufig, kannst du etwas zur Vorbeugung tun.

Was ist eine 404 Fehlermeldung?

Jede Webseite hat eine bestimmte URL (Uniform Resource Locator = einheitlicher Quellen-Anzeiger), mit der sie bei den Suchmaschinen indexiert ist. Dasselbe gilt natürlich auch für jeden Beitrag, jedes veröffentlichte Bild etc. Dabei handelt es sich sozusagen um die „Heimat-Adresse“.

Illustration: eb / ebblogs

Einerseits muss diese URL nicht mit dem Titel der Webseite oder des Beitrags identisch sein. Andererseits ist sie aber ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung eindeutig mit dieser einen Seite / diesem Beitrag verknüpft. Anschließend könntest du jederzeit den Titel des Beitrags ändern. Trotzdem bliebe die URL dieselbe und die Änderung hätte keine weiteren Auswirkungen.

» Vermeiden
» Ignorieren
» Weiterleiten

Ursachen einer 404 Fehlermeldung

404-Fehler kommen bei den meisten Webseiten vor und schaden normalerweise nicht den Rankings in Google. … In den meisten Fällen liegen die Ursachen für 404-Fehler jedoch nicht auf den betreffenden Webseiten selbst, sondern werden durch falsche Links auf anderen Seiten verursacht. Ein fehlendes oder vertauschtes Zeichen in der URL kann schon dazu führen, dass ein Link nicht mehr funktioniert.

Quelle: SEO SÜDWEST

Beispielsweise lautet die korrekte URL eines Beitrags www.myblog/seo/tipps/. Wenn du nun stattdessen www.myblog/seo/tipp eingibst oder auf diesen fehlerhaften Link klickst, teilt dir der Browser mit, dass er die Seite nicht gefunden hat.

Weitere 404 Fehlerquellen

Abgesehen von diesen nicht durch die Webseite selbst verursachten und deshalb auch nicht wirklich beeinflussbaren Fehlern, gibt es noch weitere Quellen:

Sobald du einen Beitrag löschst, läuft die URL ins Leere. Die Suchmaschine findet nichts mehr. Dennoch bleiben Links zu diesem Beitrag z. B. auf anderen Webseiten erhalten. Klickst du auf einen solchen Link, zeigt dir dein Browser eine 404 Fehlermeldung. Denn der zur URL gehörige Beitrag existiert ja nicht mehr, der Link ist also zerbrochen bzw. tot.

Wenn du einen einzelnen Beitrag überarbeitest oder die URL-Struktur deiner Webseite änderst, verändert sich möglicherweise ebenfalls die URL. Dann ist zwar der Beitrag nach wie vor vorhanden. Jedoch weist die alte URL nicht mehr auf diesen hin. Falls also jemand den Beitrag unter der alten URL aufruft, bekommt er ebenfalls eine 404 Fehlermeldung.

Zuletzt haben nicht wenige 404 Fehlermeldungen ihr Ursache in einer fehlerhaften Eingabe im Browser.

Vermeiden von 404 Fehlern

Die eine oder andere 404 Fehlermeldung lässt sich vermeiden, wenn du folgende Punkte beachtest:

• Nach Möglichkeit URL beibehalten
Auch wenn du ältere Beiträge aktualisierst, umschreibst oder ergänzt, solltest du darauf achten, dass sich die URL nicht verändert. Selbst wenn der Text der URL nicht mehr exakt mit dem neuen Titel des Beitrags übereinstimmt. Solange zumindest der Inhalt noch in etwa zur URL passt, ist diese Abweichung das kleinere Übel.

• Alte Beiträge nicht löschen
Falls du einen alten Beitrag komplett löschen möchtest, solltest du dir überlegen, ob du nicht nur dessen Inhalt löschst. Stattdessen könntest du einen neuen Post zu einem verwandten Thema schreiben und mit neuem Titel unter der alten URL veröffentlichen.

Denn normalerweise suchen Besucher nach Titeln und nicht nach URLs. Deshalb wird in beiden Fällen kaum ein Besucher die URL direkt mit dem Beitrags-Titel vergleichen. Und über alte Verlinkungen auf anderen Webseiten landen die Besucher dann eben auf der neuen Seite. Selbst wenn sie der neue Beitrag nicht unbedingt interessiert, wissen sie zumindest, dass deine Seite noch existiert.

Zerbrochene / tote Links finden

Um herauszufinden, ob und wie viele 404 Fehler deine Seite verursacht, gibt es mehrere Möglichkeiten.
Zum einen könntest du die Google Search Console nutzen. Dort meldest du dich mit deinem Google Konto an. Ist deine Webseite verknüpft, siehst du auf deinem Dashboard, wie viele Seiten Google nicht gefunden hat.

+ Crawling
++ Crawling-Fehler
+++ Liste der URL-Abschnitte, die nicht auffindbar sind.

Wenn du eine URL anklickst, öffnet sich ein Overlay. Es zeigt neben der vollständigen URL auch die Verlinkung dieser URL.

Außerdem kannst du 404 Fehler auch im Backend deiner Webseite sehen. Hierzu müsstest du ein Plugin wie z. B. Yoast SEO installiert haben (siehe unten). Anschließend entscheidest du, was du tun möchtest.

Ignorieren

Je nachdem, welche Ursache der 404 Fehlermeldung zugrunde liegt, ist ignorieren nicht die schlechteste Variante. Wenn beispielsweise die Seite überhaupt nicht (mehr) existiert. Dann solltest du gar nichts tun und abwarten. Vor allem wenn du auch keinen Beitrag mit vergleichbarem Inhalt hast, auf den du verweisen / weiterleiten könntest.

Googles Mühlen mahlen langsam, aber irgendwann sind diese Beiträge aus dem Index verschwunden und das Problem ist gelöst.

Erstellen einer speziellen 404-Fehler-Seite

Unabhängig davon, ob deine Seite bereits eine 404 Fehlermeldung sendet oder nicht. Das Einrichten einer eigenen Seite ist in jedem Fall sinnvoll.

Einerseits ist in vielen Templates bzw. SEO-Plugins bereits eine 404-Seite enthalten. Neben der mehr oder weniger einfallsreichen 404 Fehlermeldung erscheint dort häufig eine Suchleiste und / oder ein Link zu deiner Home-/Landing-Page.

Andererseits hast du die Möglichkeit bei WordPress ein spezielles Plugin zu installieren. Diese Plugins bringen normalerweise eine Vorlagen-Auswahl mit. Manchmal kannst du den Text und das Design der Vorlagen auch noch nach deinen Vorstellungen anpassen. Darüber hinaus könntest du natürlich auch eine eigene Seite programmieren.

Letztendlich ist der Vorteil all dieser Methoden, dass du die Besucher animierst, auf deiner Seite weiter zu suchen – zu bleiben und nicht auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden.

Direkte Link-Weiterleitung – Redirect

Vor allem wenn sich eine 404 Fehlermeldung auf eine eigentlich noch existierende Seite bezieht, solltest du dich für eine Weiterleitung entscheiden. Anschließend landet ein Besucher auch nach Eingabe des falschen Links sofort auf der richtigen Seite. Und die Weiterleitung funktioniert automatisch und unsichtbar für den Besucher.

Um eine solche Weiterleitung einzurichten, gibt es mehrere Methoden.

Yoast SEO – Tools

Da dieses Plugin auf vielen Webseiten schon installiert ist, bietet sich diese Lösung an. Vorausgesetzt es handelt sich nicht um hunderte von 404 Fehlern und auf deinem Server existiert eine .htaccess-Datei.

Hierzu rufst du im Backend deiner Webseite über

+ Y SEO
++ Werkzeuge
+++ den Datei-Editor auf.

In der .htaccess-Datei scrollst du bis ans Ende und richtest dort die Weiterleitung für jeden einzelnen toten Link ein.
Zunächst wählst du eine 301 oder eine 302 Weiterleitung aus. Dabei löst Redirect 301 eine permanente Weiterleitung aus, Redirect 302 nur eine temporäre. Details hierzu findest du im Inbound Marketing Blog.

Anschließend gibst du nur den fehlerhaften Teil der URL bzw. des Links ein. Um bei dem bereits oben gezeigten Beispiel zu bleiben, sähe die Weiterleitung dann so aus:

Redirect 301 /tipp /tipps

Abschließend musst du die Änderung in der .htaccess-Datei noch speichern!

Eine andere Methode wäre, im Backend unter Yoast SEO die Suchkonsole aufzurufen. Dort findest du eine Liste aller 404 Fehler mit folgenden Angaben:

  • Der defekte Abschnitt der URL,
  • Zeitpunkt der letzten Durchsuchung deiner URLs,
  • Datum des ersten Auftretens sowie
  • Art des Fehlers.

Sofern du die Premium-Version (ab 69 € für 1 Jahr Updates + Support) des Plugins nutzt, kannst du direkt in dieser Liste die Weiterleitung für jeden fehlerhaften Link erstellen, ihn ansehen oder als korrigiert markieren.

» ABBILDUNGEN

Redirect WP-Plugins

Falls du keine .htaccess-Datei hast oder du diese nicht ändern möchtest und Yoast SEO nur in der Gratis-Version nutzt, hast du eine weitere Möglichkeit. Bei WordPress findest du eine Reihe von Redirect Plugins, die ähnlich wie die oben beschriebene Premium-Version von Yoast SEO arbeiten.

Eines der beliebtesten ist Redirection von John Godley. Einerseits musst du ein zusätzliches Plugin installieren, welches sich eventuell negativ auf die Ladezeit deiner Webseite auswirken könnte. Andererseits haben diese Plugins den Vorteil, dass du auch eine größere Anzahl toter Links mit relativ wenig Aufwand weiterleiten kannst.

Fazit

Obwohl eine 404 Fehlermeldung deiner Webseite nicht ernsthaft schadet, schmälern zu häufige Meldungen dieser Art das Nutzererlebnis. Unter Umständen geht auch der eine oder andere potentielle Besucher davon aus, dass deine Webseite nicht mehr gepflegt wird und kommt nicht wieder.

Deshalb ist es durchaus sinnvoll, zumindest die Fehler, die von deiner Webseite selbst hervorgerufen werden, zu vermeiden oder zu korrigieren. Wobei vermeiden immer noch besser ist als weiterleiten. Denn zu viele Weiterleitungen können u. U. deine Webseite ebenfalls verlangsamen.

Deshalb solltest du dir jede 404 Fehlermeldung ansehen, deren Ursache / Quelle herausfinden und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Wenn ein Beitrag nicht mehr existiert und du auch keinen sinnvollen Ersatz dafür hast, lasse ihn sterben.

Irgendwann wird Google die URL wegen ausbleibender Treffer aus dem Sortiment nehmen.


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