404 Fehlermeldung | Tipps zur Vermeidung toter Links

Aktualisiert am 25-07-2020, von Ellena

404Fehler
404 Fehler vermeiden (Grafik: eb)

Bei jeder Webseite gibt es irgendwann eine 404 Fehlermeldung. Ignorieren, weiterleiten? Am besten ist es, tote Links von vornherein zu verhindern.

Was ist eine 404 Fehlermeldung?

Jede Website hat eine bestimmte URL (Uniform Resource Locator = einheitlicher Quellen-Anzeiger), mit der sie bei den Suchmaschinen indexiert ist. Dasselbe gilt natürlich auch für jeden Beitrag, jedes veröffentlichte Bild etc. Dabei handelt es sich sozusagen um die „Heimat-Adresse“.

Einerseits muss diese URL nicht mit dem Titel der Webseite oder des Beitrags identisch sein. Andererseits ist sie aber ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung eindeutig mit dieser einen Seite / diesem Beitrag verknüpft. Anschließend könnten Sie jederzeit den Titel des Beitrags ändern. Trotzdem bliebe die URL dieselbe und die Änderung hätte keine weiteren Auswirkungen.

Ursachen einer 404 Fehlermeldung

404-Fehler kommen bei den meisten Webseiten vor und schaden normalerweise nicht den Rankings in Google. … In den meisten Fällen liegen die Ursachen für 404-Fehler jedoch nicht auf den betreffenden Webseiten selbst, sondern werden durch falsche Links auf anderen Seiten verursacht. Ein fehlendes oder vertauschtes Zeichen in der URL kann schon dazu führen, dass ein Link nicht mehr funktioniert.

Quelle: SEO SÜDWEST

Beispielsweise lautet die korrekte URL eines Beitrags www. myblog/ seo/ tipps/. Wenn Sie nun stattdessen www. myblog/ seo/ tipp eingeben oder auf diesen fehlerhaften Link klicken, teilt Ihnen der Browser mit, dass er die Seite nicht gefunden hat.

Weitere 404 Fehlerquellen

Abgesehen von diesen nicht durch die Webseite selbst verursachten und deshalb auch nicht wirklich beeinflussbaren Fehlern, gibt es noch weitere Quellen:

Sobald Sie einen Beitrag löschen, läuft die URL ins Leere. Die Suchmaschine findet zwar u. U. noch die URL, aber keinen Beitrag mehr. Außerdem bleiben die alten Links zu diesem Beitrag z. B. auf anderen Webseiten erhalten. Klicken Sie auf einen solchen Link, zeigt Ihnen Ihr Browser eine 404 Fehlermeldung. Denn der zur URL gehörige Beitrag existiert ja nicht mehr, der Link ist also zerbrochen bzw. tot.

Wenn Sie einen einzelnen Beitrag überarbeiten oder die URL-Struktur Ihrer Webseite ändern, verändert sich möglicherweise ebenfalls die URL. Dann ist zwar der Beitrag nach wie vor vorhanden. Jedoch weist die alte URL nicht mehr auf diesen hin. Falls also jemand den Beitrag unter der alten URL aufruft, bekommt er ebenfalls eine 404 Fehlermeldung.

Zuletzt haben nicht wenige 404 Fehlermeldungen ihre Ursache in einer fehlerhaften Eingabe im Browser.

Vermeiden einer 404 Fehlermeldung

Die eine oder andere 404 Fehlermeldung lässt sich vermeiden, wenn Sie folgende Punkte beachten:

  • Nach Möglichkeit die URL beibehalten
    Auch wenn Sie ältere Beiträge aktualisieren, umschreiben oder ergänzen, sollten Sie darauf achten, dass sich die URL nicht verändert. Selbst dann, wenn der Wortlaut der URL nicht mehr exakt mit dem neuen Titel des Beitrags übereinstimmt. Solange zumindest der Inhalt noch in etwa zur URL passt, ist diese Abweichung das kleinere Übel.
  • Alte Beiträge nicht löschen
    Falls Sie einen alten Beitrag komplett löschen möchten, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht nur dessen Inhalt löschen. Stattdessen könnten Sie einen neuen Post zu einem verwandten Thema schreiben und mit neuem Titel unter der alten URL veröffentlichen.

Denn normalerweise suchen Besucher nach Titeln und nicht nach URLs. Deshalb wird in beiden Fällen kaum ein Besucher die URL direkt mit dem Beitrags-Titel vergleichen. Und über alte Verlinkungen auf anderen Webseiten landen die Besucher dann eben auf der neuen Seite. Selbst wenn sie der neue Beitrag nicht unbedingt interessiert, wissen sie zumindest, dass Ihre Website noch existiert.

Zerbrochene / tote Links finden

Um herauszufinden, ob und wie viele 404 Fehler Ihre Website verursacht, gibt es mehrere Möglichkeiten.
Zum einen könnten Sie die Google Search Console nutzen. Dort melden Sie sich mit Ihrem Google Konto an. Ist Ihre Website mit der Konsole verknüpft, ssehen Sie auf Ihrem Dashboard, wie viele Seiten Google nicht gefunden hat.

  1. Übersicht
  2. Abdeckung
  3. Bericht öffnen = Liste der URL-Abschnitte, die nicht auffindbar sind.

Wenn Sie eine URL anklicken, öffnet sich ein Overlay. Es zeigt neben der vollständigen URL auch deren Verlinkung.

404 Fehler Google Webmaster
Google Webmaster (Screenshot: eb)

Außerdem können Sie 404 Fehler auch im Backend Ihrer Website sehen. Hierzu müssten du ein Plugin wie z. B. Yoast SEO installiert haben (siehe unten). Anschließend entscheiden Sie, was Sie mit dem Fehler tun möchten.

Ignorieren der 404 Fehlermeldung

Je nachdem, welche Ursache der 404 Fehlermeldung zugrunde liegt, ist ignorieren nicht die schlechteste Variante. Wenn beispielsweise die Seite überhaupt nicht (mehr) existiert. Dann sollten Sie gar nichts tun und abwarten. Vor allem wenn Sie auch keinen Beitrag mit vergleichbarem Inhalt haben, auf den Sie verweisen / weiterleiten könnten.

Googles Mühlen mahlen langsam, aber irgendwann sind diese Beiträge aus dem Index verschwunden und das Problem ist gelöst.

Erstellen einer speziellen 404-Fehler-Seite

Unabhängig davon, ob Ihre Seite bereits eine 404 Fehlermeldung sendet oder nicht. Das Einrichten einer eigenen Seite ist in jedem Fall sinnvoll.

Einerseits ist in vielen Templates bzw. SEO-Plugins bereits eine 404-Seite enthalten. Neben der mehr oder weniger einfallsreichen 404 Fehlermeldung erscheint dort häufig eine Suchleiste und / oder ein Link zu Ihrer Home-/Landing-Page.

Andererseits haben Sie die Möglichkeit bei WordPress ein spezielles Plugin zu installieren. Solche Plugins bringen normalerweise eine Vorlagen-Auswahl mit. Bei manchen können Sie den Text und das Design der Vorlagen auch noch nach Ihren Vorstellungen anpassen. Darüber hinaus könnten Sie natürlich auch eine eigene Seite programmieren.

Letztendlich ist der Vorteil all dieser Methoden, dass Sie die Besucher animieren, auf Ihrer Website weiter zu suchen / zu bleiben und nicht auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden.

404 Fehlermeldung Seite
Beispiel für 404 Fehler Hinweis-Seite (Screenshot: eb)

Direkte Link-Weiterleitung – Redirect

Vor allem wenn sich eine 404 Fehlermeldung auf eine eigentlich noch existierende Seite bezieht, sollten Sie sich für eine Weiterleitung entscheiden. Anschließend landet ein Besucher auch nach Eingabe des falschen Links sofort auf der richtigen Seite. Und die Weiterleitung funktioniert automatisch und unsichtbar für den Besucher.

Um eine solche Weiterleitung einzurichten, gibt es mehrere Methoden.

SEO – Tools

Da das Yoast SEO Plugin auf vielen Websites schon installiert ist, bietet sich diese Lösung an. Vorausgesetzt es handelt sich nicht um hunderte von 404 Fehlern und auf Ihrem Server existiert eine .htaccess-Datei (s. auch unten).

Hierzu rufen Sie im WordPress Backend über

  1. Yoast SEO
  2. Werkzeuge
  3. den Datei-Editor auf.

In der .htaccess-Datei scrollen Sie bis ans Ende und richten dort die Weiterleitung für jeden einzelnen toten Link ein.

Zunächst wählen Sie eine 301 oder eine 302 Weiterleitung. Dabei löst Redirect 301 eine permanente Weiterleitung aus, Redirect 302 nur eine temporäre. Details hierzu finden Sie im Inbound Marketing Blog.

Anschließend geben Sie nur den fehlerhaften Teil der URL bzw. des Links ein. Um bei dem bereits oben gezeigten Beispiel zu bleiben, sähe die Weiterleitung dann so aus:

Redirect 301 /tipp /tipps

Abschließend müssen Sie die Änderung der .htaccess-Datei noch speichern!

Eine andere Methode wäre, im Backend unter Yoast SEO die Suchkonsole aufzurufen. Dort finden Sie eine Liste aller 404 Fehler mit folgenden Angaben:

  • Der defekte Abschnitt der URL,
  • Zeitpunkt der letzten Durchsuchung deiner URLs,
  • Datum des ersten Auftretens sowie
  • Art des Fehlers.

Sofern Sie die Premium-Version (ab 69 € für 1 Jahr Updates + Support) des Plugins nutzen, konnten Sie bisher direkt in dieser Liste die Weiterleitung für jeden fehlerhaften Link erstellen, ihn ansehen oder als korrigiert markieren. Da Google jedoch die API eingestellt hat, müssen Sie nun ein spezielles Plugin für die Weiterleitung installieren.

Rank Math

Wenn Sie Rank Math nutzen, haben Sie bei dem kostenlosen Plugin die Möglichkeit, eine Liste mit Redirections anzulegen. Dieses SEO-Tool ähnelt Yoast SEO, ist jedoch etwas umfangreicher und Sie können auch eine Verknüpfung mit dem Google Webmaster einrichten.

Redirect WP-Plugins

Falls Sie keine .htaccess-Datei haben, finden Sie bei WordPress eine Reihe von Redirect Plugins, die recht komfortabel sind. Eines der beliebtesten ist Redirection von John Godley. Etwas einfacher und speziell für 301-Weiterleitungen ausgelegt ist 301 Redirect von WebFactoryLtd., welches gerade für Blogs meistens aber vollkommend ausreicht.

Einerseits müssen Sie ein zusätzliches Plugin installieren, welches sich eventuell negativ auf die Ladezeit Ihrer Website auswirken könnte. Andererseits haben diese Plugins den Vorteil, dass Sie auch eine größere Anzahl toter Links mit relativ wenig Aufwand weiterleiten können.

Weiterleitung auf dem Server

Nicht zuletzt gibt es auch die Möglichkeit, die Weiterleitung direkt in die .htaccess-Datei auf dem Server einzutragen. Dazu müssen jedoch folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie haben Zugriff auf die WP-Installation auf dem Server (Login bei Ihrem Hoster oder per FTP)
  • Eine .htaccess-Datei ist vorhanden und Sie haben das Recht sie zu bearbeiten*
  • oder Sie dürfen eine neue Datei anlegen*
  • Sie verfügen zumindest über Grundkenntnisse im Umgang mit der Programmierung solcher Dateien

*Nicht alle Hoster bzw. Hosting-Pakete erlauben das Bearbeiten bzw. Anlegen solcher Dateien.

Wenn Sie einen Zugriff haben, fügen Sie die Weiterleitung wie unter „SEO – Tools“ beschrieben direkt ein und speichern sie.

Vorsichtshalber sollten Sie vor der Bearbeitung eine Kopie der unveränderten Datei auf Ihrem PC speichern. So können Sie im Fall, dass irgendetwas nach der Änderung nicht mehr funktioniert, die veränderte Datei durch diese Kopie ersetzen und somit den Ausgangszustand wieder herstellen.

Fazit

Obwohl eine 404 Fehlermeldung Ihrer Website nicht ernsthaft schadet, schmälern zu häufige Meldungen dieser Art das Nutzererlebnis. Unter Umständen geht auch der eine oder andere potentielle Besucher davon aus, dass Ihre Website nicht mehr gepflegt wird und kommt nicht wieder.

Deshalb ist es durchaus sinnvoll, zumindest die 404 Fehlermeldung, die von Ihrer Website selbst hervorgerufen werden, zu vermeiden oder zu korrigieren. Wobei vermeiden immer noch besser ist als korrigieren bzw. weiterleiten. Denn zu viele Weiterleitungen können u. U. Ihre Webseite ebenfalls verlangsamen.

Deshalb sollten Sie sich jede 404 Fehlermeldung ansehen, deren Ursache / Quelle herausfinden und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Wenn ein Beitrag nicht mehr existiert und Sie auch keinen sinnvollen Ersatz dafür haben, lassen Sie ihn sterben.

Irgendwann wird Google die URL wegen ausbleibender Treffer aus dem Sortiment nehmen.

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