Schlecht gemachte Webseiten | Geht es ohne Webdesigner? – 7 Tipps

Schlecht gemachte Webseiten

Hauptsache Homepage reicht nicht. Wie sehen schlecht gemachte Webseiten aus und warum können sie Ihr Business negativ beeinflussen?

Inhaltsverzeichnis

Warum schlecht gemachte Webseiten?

Egal ob Konzern, Kommune, Dienstleister oder Privatperson – mit einer eigenen Website im Internet vertreten zu sein, scheint irgendwie dazu zu gehören. Einerseits haben Unternehmen i. d. R. eigene Fachleute oder engagieren professionelle Web-Entwickler, so dass die Websites meistens in Ordnung sind. Trotzdem gibt es auch da schlecht gemachte Webseiten. Andererseits vermittelt die Werbung, dass das Erstellen einer Homepage ein Kinderspiel sei:

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Quelle: WIX.com

Klingt verlockend? Oder ist es eher wie „Ganz einfach die Haare selbst schneiden“ – spart Kosten und die Haare sind ab. Wie auch immer, u. a. deshalb fühlen sich wohl viele berufen, auf Webdesigner zu verzichten und ihre Homepage selbst zu bauen.

Allerdings scheint das Erstellen von Webseiten doch nicht ganz so einfach zu sein. Sonst gäbe es nicht so viele schlecht gemachte Webseiten. Professionell sieht jedenfalls meistens anders aus.

Woran sind sie zu erkennen?

Soviel vorweg: In diesem Beitrag geht es nicht um reine Design-Fragen wie rosa Schrift auf hellblauem Grund, die Form der Buttons oder die Aufteilung der Inhalte. Denn das ist in erster Linie Geschmacksache. Sondern als schlecht gemachte Webseiten bezeichne ich solche, die vor allem technische (im weitesten Sinne) oder rechtliche Mängel aufweisen.

Denn mit den sogenannten Page-Buildern (vorgefertigten Baukasten-Systemen) können Sie zweifellos optisch ansprechende Ergebnisse erzielen. So ist eine Homepage schnell zusammengesetzt. Dass dabei die Individualität etwas auf der Strecke bleibt, ist vielleicht auch noch zu verschmerzen. Jedoch liegt das Problem ganz woanders.

Zunächst gehört zu einer Website mehr als nur ein „buntes Bild“ im Internet. Dahinter steckt eine ganze Menge Technik, auf die Sie bei den „Fertigbau-Seiten“ wenig Einfluss haben.

Des Weiteren muss eine Website auch kontinuierlich gepflegt werden. Sie müssten sich also schon ein bisschen Wissen aneignen und regelmäßig Zeit investieren, damit Ihre Website auf Dauer ein positives Aushängeschild bleibt.

Webseiten auf mobilen Geräten

Mehr als 50 % der Internetnutzer besuchen Webseiten regelmäßig über mobile Geräte. Infolgedessen legt nicht nur Google gesteigerten Wert auf für Mobilgeräte optimierte Webseiten:

Mobilgeräte verändern die Welt. Heute hat jeder ein Smartphone dabei und kann damit ununterbrochen kommunizieren, recherchieren und fotografieren. In vielen Ländern gibt es mehr Smartphones als PCs. Deshalb ist es mittlerweile ein Muss, seine Webseite auch für Mobilgeräte zu optimieren.

Quelle: Google

Das Stichwort heißt AMP (Accelerated Mobile Pages = beschleunigte mobile Seiten, die bis Mai 2021 von Google beim Ranking bevorzugt wurden) oder Responsive Design. Beides bedeutet, dass sich eine Seite automatisch an den kleineren Bildschirm eines mobilen Geräts anpasst. Und zwar nicht, indem der gesamte Inhalt einfach zusammenschrumpft, sondern indem sich der Aufbau der Seite verändert.

Schlecht gemachte Webseiten sind solche, die sich nicht an kleinere Bildschirme anpassen können. Sie sind eine Qual für Nutzer mobiler Geräte.

Ersteres ist gerade bei vielen älteren Seiten der Fall. Somit sind häufig auch auf dem Desktop schon schlecht lesbare Texte (zu kleine Schrift) auf dem Smartphone gar nicht mehr zu entziffern. Außerdem sind Buttons und Links nicht mehr nutzbar.

Wenn Sie die Darstellung vergrößern (Zoom), müssen Sie es ständig hin und her schieben, um Anfang und Ende der Sätze lesen zu können. Darüber hinaus stimmt der „Klickpunkt“ von Schaltflächen oft nicht mehr, so dass Sie mehrere Versuche brauchen, um ans Ziel zu kommen.

Wenn Ihre Website mobilfreundlich ist, ordnen sich die einzelnen Elemente untereinander an, Buttons und Bilder sind etwas verkleinert, aber immer noch erkenn- bzw. nutzbar. Und vor allem verändert sich die Schriftgröße nicht.

Schlecht gemachte Webseiten und die Ladezeit

Ähnlich unangenehm sind Webseiten, die unendlich lange Ladezeiten haben. Nicht nur ist die Welt schnelllebiger geworden, auch die Internetnutzer sind ungeduldiger. Einerseits können lange Ladezeiten in einem schlechten Webhosting (der Server reagiert zu langsam auf Anfragen) begründet sein. Da bliebe dann nur der Wechsel des Hosting-Anbieters.

Andererseits kann die Ursache aber auch auf der Website selbst liegen. Entweder ist sie schlecht programmiert oder es werden zu viele Einzelkomponenten (z. B. Werbeanzeigen, Schriften von externen Servern, etc.) geladen. Außerdem enthalten schlecht gemachte Webseiten häufig nicht oder unzureichend komprimierte Bilder, deren Datenmengen die Ladezeit enorm verlängern.

Wenn Sie nicht möchten, dass Nutzer den Besuch Ihrer Webseite vorzeitig abbrechen und zu schnelleren Angeboten wechseln, sollten Sie die Ladezeit z. B. mit dem Google Speed Test überprüfen. Eine Alternative ist der Test von expert.de.

Zwar liegt dem Test von expert auch Google Page Speed Insights bzw. Lighthouse zugrunde, jedoch ermöglicht er nicht nur die Messung einer Seite. Sondern er bezieht Unterseiten mit ein, sowohl hinsichtlich der Desktop- als auch der mobilen Version. Darüber hinaus ist eine Messung mehrerer URLs im Bündel sowie nach einem Keyword möglich. Anschließend können Sie schlecht gemachte Webseiten anhand der Optimierungsvorschläge verbessern.

Ein weiterer Punkt, der Besucher Ihrer Webseite frustrieren kann, sind tote Links. Einerseits handelt es sich um Links die auf externe Inhalte verweisen. So können die entsprechenden Seiten inzwischen gelöscht sein, so dass nach dem Klick eine Fehlermeldung erscheint.

Andererseits zeigen schlecht gemachte Webseiten möglicherweise auch interne Links, die ins Leere laufen, weil entweder die URL nicht korrekt ist oder die Zielseiten nicht (mehr) existieren. Deshalb ist es sinnvoll, die Website regelmäßig daraufhin zu kontrollieren.

Bei internen Verlinkungen ist das einfach. Sie klicken sie an und korrigieren sie. Jedoch ist es wesentlich aufwendiger, alle externen Links zu überwachen. Deshalb können Sie Ihre Seite z. B. mit dem Free Broken Link Checker über den Browser kontrollieren. Anschließend entfernen Sie die beanstandeten Links oder korrigieren sie.

Besonders schlecht gemachte Webseiten erkennen Sie also auch an nicht funktionierenden Links. Wenn es sich dabei um interne Verlinkungen handelt, ist das besonders peinlich.

Schlecht gemachte Webseiten sind unübersichtlich

Kommt jetzt doch wieder das Design ins Spiel? Nicht so ganz. Denn in diesem Zusammenhang ist unübersichtlich mit fehlender Anwenderfreundlichkeit gleichzusetzen. Infolgedessen handelt es sich weniger um ein optisches als um ein Nutzungsproblem.

Offensichtlich orientieren sich viele schlecht gemachte Webseiten (immer noch) am Aufbau von Zeitungen oder Zeitschriften = möglichst viele Informationen auf einer Seite. Um das zu erreichen, werden folgende Fehler gemacht:

  • (zu) kleine Schrift
  • zu viele Menüs
  • überfüllte Seitenleisten

Aber eine Webseite ist kein Magazin. Im Gegenteil. Ziel sollte es sein, Informationen übersichtlich darzustellen und dem Nutzer eine klare Orientierung zu ermöglichen. So ist eine Schriftgröße von 10 Pixel für eine Zeitung ausreichend, für eine Webseite aber viel zu klein. Je nach Schriftart sollten es schon 16 bis 18 Pixel sein.

Des weiteren reicht i. d. R. ein Menü am Anfang der Seite, eventuell ein zweites im Footer aus. Denn weder im Haupt-Menü noch in der Seitenleiste müssen alle Themen einzeln neben- oder untereinander aufgeführt sein. Auf modernen Webseiten zeigt das Menü nur die Hauptthemen, die Sie dann aufklappen. Anschließend haben Sie Zugriff auf die jeweiligen Unterpunkte.

Wenn Sie auf Webseiten drei, vier oder mehr Menüs sehen, die jeweils aus einer langen Liste an Links bestehen, handelt es sich mit Sicherheit um schlecht gemachte Webseiten.

Unzureichende Pflichtangaben

Obwohl die EU-DSGVO schon seit Mai 2018 endgültig in Kraft ist, hapert es immer noch an der Umsetzung. So gibt es Websites, denen so etwas wie eine Datenschutzerklärung offensichtlich völlig unbekannt ist. Wesentlich häufiger finden sich schlecht gemachte Webseiten mit kurzen Angaben zum Datenschutz als Unterpunkt im Impressum (s. Beispiel).

Schlecht gemachte Webseiten - Datenschutz
Mangelhafte Datenschutzerklärung

Des Weiteren fehlt auf manchen Webseiten der „Cookie-Hinweis“ und manchmal sogar das Impressum. Vor allem letzteres ist jedoch schon seit vielen Jahren in Deutschland Pflicht.

Das Impressum und eine ausführliche Datenschutzerklärung sind zwei eigenständige Seiten und müssen gut erreichbar sein. Deshalb ist es üblich, die entsprechenden Links im Footer-Bereich (am Ende jeder Webseite) anzuzeigen. Falls Sie danach vergeblich suchen oder im Impressum kaum mehr als die Bemerkung „Wir nehmen den Datenschutz sehr ernst“ finden, ist das ein Indiz für schlecht gemachte Webseiten.

Pflege der Website

Da „man ja heutzutage eine Website braucht“, gibt es unendlich viele davon. Meistens beginnt es mit viel Enthusiasmus. Vielleicht wird sogar ein professioneller Webseiten-Entwickler oder Webdesigner engagiert.

Dieser entwickelt dann einen Internetauftritt nach Ihren Vorgaben und Ihrem Geschmack – und verabschiedet sich. Jedenfalls ist das häufig so. Oder er kommt alle Jubeljahre mal ins Spiel, wenn größere Umbaumaßnahmen erforderlich sind. Und in der Zwischenzeit – tut sich nichts. So werden aus zunächst akzeptablen Webseiten nach einiger Zeit schlecht gemachte Webseiten.

Bestenfalls fügen Sie neue Texte oder Bilder hinzu. Aber das Drumherum bleibt unverändert. Falls Sie auch in Zukunft eine gute und moderne Website besitzen möchten, müssen Sie sie regelmäßig pflegen (lassen). Dazu gehören eben nicht nur neue Beiträge, sondern auch das Aktualisieren oder Entfernen alter / veralteter Inhalte und vor allem regelmäßige Updates der Software.

Den meisten Betreibern von Websites fehlt dafür aber oft nicht nur die Zeit. Auch verfügen sie nicht über das notwendige Know-how. Da das Betreiben einer Website nicht zu ihren Kernaufgaben gehört, wäre es auch zu viel verlangt, von jedem Website-Betreiber zu erwarten, dass er sich entsprechend einarbeitet. So werden u. U. auch aus ehemals guten Webseiten irgendwann schlecht gemachte Webseiten.

Deshalb sollte die Website regelmäßig an neue gesetzliche oder technische Anforderungen angepasst werden. Darüber hinaus sind natürlich auch regelmäßige Updates der Technik dahinter unverzichtbar. Im Zweifelsfall ist es besser in einen Support-Vertrag mit einem Webdesigner zu investieren, als im schlimmsten Fall insbesondere für Datenschutz-Mängel heftig zur Kasse gebeten zu werden.

CMS – die Seele der Website

Spätestens wenn es an die Pflege der Website geht, lohnt es sich, von Anfang an auf ein benutzerfreundliches Redaktionssystem (CMS) gesetzt zu haben. Diesbezüglich hat sich nicht ohne Grund das System von WordPress.org durchgesetzt.

Schlecht gemachte Webseiten - WordPress Marktanteil
Marktanteile der CMS weltweit

Quelle: W3Techs Web Technology Surveys (Auszug). Die Original-Tabelle wurde von Search Engine Land veröffentlicht.

Wie aus der Übersicht der Marktanteile weltweit hervorgeht, liegen alle anderen Systeme weit hinter WordPress und lediglich Shopify (für Online-Shops), Squarespace und Wix (in Deutschland für „selbstgebaute“ Websites recht beliebt) konnten ihre Marktanteile leicht ausbauen.

In Deutschland sind nicht wenige, meistens ältere Websites mit TYPO3 erstellt, das jedoch in den letzten 10 Jahren mehr und mehr an Bedeutung verloren hat. Auch wenn noch einige Webdesigner TYPO3 als das „non plus ultra“ der Programmierung verkaufen, hat das mehr mit der eigenen Profilierung zu tun als mit Kundenorientierung.

Was den Umfang der Programmierungsoptionen betrifft, ist WordPress inzwischen mindestens ebenbürtig. Der große Unterschied zeigt sich aber hinterher, wenn dem Kunden die Website zur Betreuung überlassen wird. Da die eigentliche Programmierung (s. WordPress Tutorials) und der Redaktionsteil (s. Tutorials zum Gutenberg Editor) bei WordPress klar voneinander getrennt sind, ist es nach kurzer Einarbeitungszeit jedem möglich, Texte / Bilder zu ergänzen, auszutauschen oder zu entfernen, ohne das Gesamtkonzept der Website zu „zerstören“. Nicht zuletzt deshalb sind wohl auffallend viele schlecht gemachte Webseiten mit TYPO3, Joomla oder Wix erstellt worden.

Schlecht gemachte Webseiten: Fazit

Schlecht gemachte Webseiten

Eine eigene Homepage ist heute schon fast so selbstverständlich wie die eigene Telefonnummer. Leider handelt es sich bei vielen, auch neuere Internetauftritten um schlecht gemachte Webseiten.Somit zurück zur eingangs gestellten Frage: Geht es ohne Webdesigner?

Wenn Sie nur eine einfache Landing Page brauchen und zumindest bereit sind, die notwendigsten Pflegearbeiten regelmäßig durchzuführen – ja. Allerdings scheitert es auf längere Sicht leider meistens an den technischen und rechtlichen Kenntnissen. Denn Sie müssten sich (auch in Zukunft) über Neuerungen informieren und diese entsprechend umsetzen.

Deshalb lautet die finale Antwort – NEIN.

Zumindest sollten Sie einen Webdesigner im Hintergrund haben, der Sie fachlich beraten kann. Falls es sich um einen umfangreicheren Internetauftritt handelt, geht es meiner Meinung nach gar nicht ohne die (dauerhafte) Unterstützung durch einen Webdesigner.

Es ist einer Webseite anzusehen, ob sie professionell erstellt und gewartet ist oder nicht. Durch grobe Fehler, wie die oben beschriebenen, verfehlt die Webseite ihren Zweck. Ganz zu schweigen von den finanziellen Konsequenzen, die bei Rechtsverstößen drohen. Schließlich soll Ihr Internetauftritt doch einen positiven Eindruck von Ihrem Unternehmen oder Ihnen selbst vermitteln und Vertrauen wecken.

Wenn Sie sich schon nicht um Ihre Website kümmern, was sollen dann die Besucher über Sie und Ihr Unternehmen denken? Deshalb gilt aus meiner Sicht:

Besser gar keine als eine ungepflegte und schlecht gemachte Website!

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