Adblocker im Browser | Was sind die Vor- und Nachteile?

. Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2018-12-14

Aktive Adblocker im Browser sollen die Werbeflut zumindest eindämmen. Indem sie nervige Werbeeinblendungen verhindern, erhöhen sie das Lesevergnügen. Jedoch kann diese Blockierung auch Nachteile für die Nutzer haben.

Adblocker im Browser – Funktion

In erster Linie verstecken Ad-Blocker Online-Werbung bzw. laden sie gar nicht erst herunter. Zu den blockierten Elementen zählen neben Grafiken auch Inline frames (Inline-Bilder), Java-Applets (mittels Java Script eingebettete Anzeigen), Flash- sowie Textwerbung. Stattdessen siehst du häufig nur ein leeres Feld. Manchmal steht dort einfach Werbeanzeige ohne weiteren Inhalt.

Adblocker im Browser
Illustration: eb / ebblogs

Normalerweise ist aber eine Whitelist aktiviert, die unaufdringliche Werbung durchlässt. Das bedeutet, dass du trotz aktivem Adblocker im Browser nicht ganz von Werbeanzeigen auf Webseiten verschont bleibst. Allerdings blenden sie zumindest aggressiven Werbung wie Pop-Ups oder Overlays recht zuverlässig aus.

Einerseits laden die Webseiten unter Umständen schneller, da weniger Daten übertragen werden müssen. Andererseits kann ein Werbeblocker als Add-on den Browser selbst verlangsamen.

Installation

Bei einigen Browsern ist bereis eine Art Adblocker im Browser vorhanden. Dies trifft beispielsweise auf Firefox, Opera und Chrome zu. Wie effektiv die Werbeanzeigen tatsächlich ausgeblendet werden, variiert von Browser zu Browser. In erster Linie blockiert er aggressive Werbung und Autoplay-Videos.

Wenn du mit der Wirkung nicht zufrieden bist oder dein Browser beispielsweise Pop-Ups nicht blockiert, kannst du unter

+ Erweiterungen
++ Add-ons
+++ einen Adblocker (auswählen) und
++++ installieren.

Eines der bekanntesten und meistgenutzten Add-ons ist wohl AdBlock Plus.

Aktivierung

Sofern du Chrome, Firefox oder Opera verwendest, gehst du in die

++ Einstellungen
++ Datenschutz & Sicherheit
+++ Werbung bzw. Pop-Ups blockieren+

(siehe Abbildungen unter Deaktivieren).
Um auch das Tracking (die Verfolgung deines Verhaltens auf Webseiten etc.) zu verhindern, solltest du auch noch Haken setzen bei …

  • Gefährliche und betrügerische Inhalte
  • sowie gefährliche Downloads blockieren,
  • Vor unerwünschter und ungewöhnlicher Software warnen,
  • Aktivitätenverfolgung blockieren und
  • „Do Not Track“ Information senden.

Sobald du z. B. AdBlock Plus installiert und aktiviert hast, erscheint ein entsprechendes Icon in der Symbolleiste des Browsers. Nachdem du auf dieses geklickt hast, öffnet sich ein Fenster mit folgenden Optionen:

  • Aktivierte Filterlisten
  • Eigene Filter hinzufügen
  • Ausnahmen (s. Kehrseite)
  • Allgemeines

Blockierte Werbung

Sowohl bei AdBlock Plus als auch im Opera Browser zeigt das Werbeblocker-Icon in der Symbolleiste die Anzahl der blockierten Werbeanzeigen. Bei Chrome und Firefox fehlen Details.

Kehrseite der Adblocker im Browser

Was die Besucher von Webseiten als angenehm empfinden, stößt bei vielen Webseiten-Betreibern nicht auf Gegenliebe.

Denn diese zeigen auf ihren Seiten die Werbung nicht, um Besucher zu ärgern. Für Online-Dienstleister ist dies eine oder oft sogar die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. Deshalb ist der Einsatz von Werbeblockern für sie kontraproduktiv. Solange Adblocker im Browser noch relativ selten aktiviert waren, haben sie diese ignoriert. Inzwischen hat sich die Situation geändert.

Einerseits ist ein Adblocker im Browser häufig bereits integriert und aktiviert. Da einige Nutzer noch nie die Browser-Einstellungen genauer betrachtet haben, ändern sie auch an den Voreinstellungen nichts. Und selbst wenn sie sich um die Einstellungen kümmern, deaktiviert wohl kaum jemand den Adblocker im Browser.

Andererseits gibt es zumindest gefühlt mehr und aggressivere Werbeanzeigen, so dass immer mehr Nutzer diese mittels Adblocker im Browser unterbinden.

Maßnahmen der Webseiten-Betreiber

Angenommen, du möchtest eine Webseite, die Werbung enthält, aufrufen und dein Adblocker ist aktiv. Dann erwartet dich eines dieser Szenarien:

Im günstigsten Fall

  • lädt die Seite und
  • die Inhalte sind wie gewohnt sichtbar.

Aus Besuchersicht etwas störender, aber noch akzeptabel ist,

  • dass die Seite wie gewohnt lädt,
  • ein Popup mit einem netten Hinweis (wie z. B. bei Mobiflip) erscheint:

Dein Adblocker erschwert die Finanzierung dieser Webseite 🙁 Deshalb bitten wir um eine Spende bzw. abonniere bitte unsere Webseite

Nicht-lesbare Webseiten

Zunehmend häufiger begegnet dir aber die dritte Variante:
Nach dem Aufrufen der Seite schiebt sich ein Overlay über (fast) die gesamte Seite. Somit kannst du höchstens noch den Titel des Beitrags und die ersten Zeilen lesen. Der Rest ist verborgen.
Stattdessen verlangt der Webseiten-Betreiber, dass du den Adblocker im Browser deaktivierst. Eventuell folgt eine kurze Anweisung, wie du das tun kannst.

Außerdem kann es passieren, dass du den Beitrag auch nach Deaktivierung des Adblockers nicht lesen kannst. Entweder sollst du

  • auch die „Do Not Track“ Funktion ausschalten,
  • nicht im Inkognito-Modus surfen bzw.
  • kein VPN verwenden

oder die Webseite erst abonnieren, bevor du Zugriff auf den Inhalt erhältst.

Deaktivieren

Um den Adblocker im Browser und/oder „Do Not Track“ auszuschalten, gehst du in die Browser-Einstellungen, rufst dort den Bereich Datenschutz & Sicherheit auf und deaktivierst …

Firefox

  • Schutz vor Aktivitätenverfolgung
  • Script blockieren (nie)
  • Do not Track-Information senden (nur wenn Schutz aktiv ist)
  • Pop-up-Fenster blockieren (Ausnahme erlauben oder in der Suchleiste für diesen Besuch deaktivieren

Chrome

  • Mit Browserzugriffen eine „Do Not Track“ Anforderung senden
  • Pop-ups blockieren

Opera und Adbocker Add-on

Adblocker für eine bestimmte Seite direkt über das Icon in der Symbolleiste ausschalten.

„Do-Not-Track“ deaktivieren:

Opera

+ Datenschutz und Sicherheit
++ Werbung blockieren (Ausnahme erlauben)*
++ Eine „Do Not Track“ Anforderung mitsenden (Haken entfernen)

Safari

+ Sicherheit
++ Pop-ups blockieren (Haken entfernen)
+++ Datenschutz
++++ Website Tracking (beide Haken entfernen)

*Whitelist

Sowohl bei Add-ons als auch beim Adblocker im Browser hast du die Möglichkeit, bestimmt Webseiten in eine sogenannte weiße Liste einzutragen. Anschließend wird Werbung auf diesen Webseiten nicht mehr blockiert. Leider gibt es das noch nicht bei allen Browsern. Infolgedessen heißt es dort genauso wie bei „Do Not Track“ alle oder keine.

Hinsichtlich des Abschaltens der Adblocker und der „Do Not Track“ Funktion gibt es nicht nur deshalb Bedenken. Denn mit jedem Deaktivieren verlierst du ein großes Maß an Sicherheit. Nicht ohne Grund bringen moderne Browser diese Funktionen bereits mit und verlassen sich nicht mehr nur auf das Sicherheitsbewusstsein der einzelnen Nutzer.


» ABBILDUNGEN


Fazit

Grundsätzlich scheint ein Adblocker im Browser oder als Add-on eine gute Lösung zu sein. Selbst wenn dadurch nicht sämtliche Werbung verschwindet, wirst du beim Lesen doch wesentlich weniger gestört.

Da viele Nutzer des Internets aber alles kostenlos haben möchten, sind Webseiten-Betreiber meistens auf Werbeeinnahmen zur Finanzierung ihres Angebots angewiesen. Deshalb bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, als gegen Werbeblocker vorzugehen, wenn sie überleben wollen. Oder sie müssen die Leser quasi dazu zwingen, die Webseite zu abonnieren.

Falls du eine Webseite regelmäßig besuchst, wäre es eigentlich nur fair, sie auch zu abonnieren. Eine Zeitung zu abonnieren oder eine Zeitschrift zu kaufen ist (war) völlig normal. Warum gilt das dann nicht auch für Webseiten.

Dagegen wird es etwas problematischer mit Webseiten, die du nur selten oder nur einmal besuchst / besuchen möchtest. Wer möchte schon ein Abonnement abschließen, nur um einen speziellen Beitrag zu lesen? Sofern du die Seite dann keiner Whitelist hinzufügen oder den Adblocker im Browser nicht einmalig deaktivieren kannst, bleibt nur der Verzicht. Dabei würden beide Seiten verlieren. Denn du kannst den Beitrag nicht lesen und die Webseite muss auf einen Besucher verzichten.

Letztendlich sind da auch die Webseiten-Betreiber gefragt. Zwischen alles deaktivieren und ein Jahres-Abo abschließen sollte es doch mehr alternative Lösungen geben. Ein Ansatz wäre beispielsweise die Option das Bezahlen pro Beitrag. Nur findest du dieses Angebot noch relativ selten.

Die Sicherheitsfunktionen / Filter komplett auszuschalten, halte ich jedenfalls für keine gute Lösung. Warum nicht wenigstens auf aggressive Werbung und Autoplay-Videos generell verzichten?


Das könnte dich auch interessieren:

Mozilla Firefox BrowserBrowser von Opera


Schreibe einen Kommentar