Mobilfunk Empfang | Was bedeuten die Symbole auf dem Gerät?

. Veröffentlicht: • Aktualisiert: 2018-12-14

Die in der Statusleiste eines mobilen Geräts angezeigten Symbole geben unter anderem Auskunft über den Mobilfunk Empfang. Oft ist jedoch nicht ganz klar, was die Zeichen, Buchstaben und Zahlen genau bedeuten.

Mobilfunk Empfang – Netze

Um überhaupt Mobilfunk-Empfang zu haben, musst du Zugang zu einem (standardisierten) Mobilfunknetz haben. Deshalb wurde 1992 das GSM (Global System for Communications = Globales Kommunikationssystem) als digitaler Mobilfunk-Standard eingeführt. Er ist bis heute in 130 Ländern gebräuchlich.

Mobilfunk-Empfang
Illustration: eb / ebblogs

Ebenfalls seit 1992 existiert in Deutschland das D-Netz, woraus etwas später zwei Netze entstanden. Zum einen D1, das „Telekom-Netz“ und zum anderen das D2-Netz von Vodafone.

Erst zwei Jahre danach folgte das E-Netz. Auch dieses war zunächst unterteilt in E1 von e-plus / BASE sowie E2, das „o2-Netz“.
Nach der Übernahme von e-plus durch die Telefónica-Holding Anfang 2015, begann die Wiedervereinigung der beiden E-Netze. Dieser Prozess wurde 2018 weitestgehend abgeschlossen.

Da das E-Netz Mobilfunk-Frequenzen mit kürzerer Reichweite nutzt, ist der Mobilfunk-Empfang u. U. etwas schlechter als in den D-Netzen. Störungsfreie Sprachverbindungen sind jedoch in allen Netzen fast landesweit möglich.

» Signalstärke
» Kein Empfang
» Mobile Daten
» WLAN

Netzabdeckung

Trotzdem gibt es Standorte mit überwiegend schlechtem Mobilfunk-Empfang. Vor allem in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten hast du unter Umständen gar keinen Mobilfunk-Empfang. Dasselbe gilt beispielsweise für Funklöcher aufgrund einer ungünstigen landschaftsbedingten Lage.

Obwohl die Netzbetreiber kontinuierlich in den Ausbau der Netze investieren, wird es wohl nie eine 100 % Netzabdeckung geben. Darüber hinaus haben alle Betreiber Ausbau-Schwerpunkte. Deshalb lohnt sich eine Überprüfung der Netzabdeckung für den Standort, an dem du dich am häufigsten aufhältst. Erst danach solltest du dich nach einem Anbieter in dem für dich besten Netz umsehen.

Empfangsqualität

Doch auch eine ideale Netzabdeckung ist noch keine Garantie für perfekten Mobilfunk-Empfang. Denn es gibt weitere Faktoren, die einen großen Einfluss auf die Qualität haben:

  • Entfernung vom Funkmast
  • Defekte Mobilfunk-Anlagen
  • Systemfehler oder -ausfälle beim Netzbetreiber
  • Abschirmung durch Berge oder Bauwerke sowie
  • innerhalb von Gebäuden oder Fahrzeugen
  • Überlastung des Netzes (bestimmte Tage oder Tageszeiten)
  • zu schwaches bzw. defektes Empfangsteil des Geräts
  • defekte, ungültige oder fehlende SIM-Karte

Symbole auf dem Smartphone / Tablet

Auf deinem Gerät findest du zwei Symbole, die Auskunft über den Mobilfunk-Empfang geben. Als erstes sind dies 4 oder 5 Balken (bei älteren iPhones Punkte). Diese beziehen sich auf die Qualität beim Telefonieren. Je weniger Balken ausgefüllt sind, desto schwächer ist der Mobilfunk-Empfang. Wenn alle Balken ausgefüllt sind, bedeutet das, dass

  • die Entfernung zum Funkmast nicht groß und
  • dein Gerät weder abgeschirmt noch das Netz überlastet ist.

Daneben siehst du eine Kombination von Buchstaben und Zahlen, welche die Nutzung mobiler Daten betreffen.

Signalstärke

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung geben die Balken und Buchstaben keine Auskunft über die Signalstärke. Denn diese zeigt dein Gerät nicht von selbst an. So bedeutet nur ein Balken nicht zwangsläufig, dass das Signal schwach ist. Der mangelhafte Mobilfunk-Empfang kann auch auf einen der oben genannten Störfaktoren zurückzuführen sein.

Falls du dich für die tatsächliche Signalstärke interessierst, hast du zwei Möglichkeiten. Als Nutzer eines Android-Gerätes kannst du eine spezielle App herunterladen. Beispielsweise zeichnet der Network Monitor neben anderen Informationen über deine Verbindung auch die Signalstärke auf.

iPhone-Nutzer älterer Geräte können über den Ziffernblock der Telefon-App *3001#12345#* anrufen. Anschließend zeigt dir dein Gerät die Signalstärke an. 0 bis -80 wäre gut / -100 bis -120 schlecht. Nachdem du den Code gelöscht und das Telefonat beendet hast, verschwindet die Anzeige.

Um die Anzeige dauerhaft sehen zu können, gehst du wie folgt vor:

+ *3001#12345#* eingeben
++ Telefonieren-Button
+++ Ausschalter (rechte Seite oben) lange gedrückt halten
++++ wenn auf dem Bildschirm der Ausschalten-Schieber erscheint
+++++ den Home Button drücken und für ca. 6 Sekunden halten.

Zum Beenden gibst du den Code erneut ein.

Auf neueren Geräten bekommst du über diesen Code ausführliche Informationen zu allem rund um deinen Mobilfunk-Empfang.

Kein Empfang

Selbst bei schlechter Empfangsqualität kannst du dein Gerät u. U. immer noch nutzen. Es gibt drei Stufen: sehr schlechter – extrem schlechter – gar kein Mobilfunk-Empfang.

  1. Kein ausgefüllter Balken: Telefonie und SMS ist meistens noch möglich, das Versenden von MMS aber nicht mehr. Wahrscheinlich befindest du dich in einem sogenannten Funkloch oder in einem stark abgeschirmten Gebäude / Fahrzeug.
  2. Mitteilung auf dem Sperrbildschirm = Nur Notruf / Emergency only: Obwohl du quasi kein Signal in deinem Vertragsnetz mehr hast, ist der Notruf 112 noch möglich. Hierfür sucht dein Gerät automatisch ein anderes, stärkeres Netz. Ursache ist häufig ein schwankendes oder zu schwaches Signal aufgrund einer Störung an deinem Funkmast.
  3. Mitteilung auf dem Sperrbildschirm = Kein Empfang / Out of service: Weder Telefonie, SMS noch Notrufe sind möglich. Dies tritt beispielsweise bei einem kompletten Netz-Ausfall oder einem Defekt deiner SIM-Karte auf.

SIM-Karte

Um überhaupt Mobilfunk-Empfang zu haben, muss dein Gerät über eine gültige SIM-Karte im Mobilfunk-Netz angemeldet sein.

SIM (Subscriber Identity Module = Teilnehmer-Identitätsmodul)
Der dort gespeicherte Nummerncode autorisiert den Zugriff auf das Netz. Der Chip dient der Verschlüsselung bei der Sprach- und Datenübertragung. Temporäre netzbezogene Daten und die zuletzt gewählten Telefonnummern sind darauf gespeichert.
Des weiteren können auch SMS, Kontakte und Notizen auf dem Chip gespeichert werden, was jedoch nicht zu empfehlen ist. Bei einem Defekt oder nach einer Sperrung der SIM-Karte wären alle gespeicherten Daten verloren.

Quelle: VERIVOX

Ohne diese SIM-Karte kannst du weder telefonieren, noch über die vorinstallierte SMS (Short Message Service)-App Kurznachrichten / MMS (Multimedia Messaging Service) versenden oder empfangen. Auch die Nutzung mobiler Daten ist nicht möglich.

Mobile Daten

Zunächst wurde GSM zu GPRS (General Packet Radio Service = allgemeiner paketorientierter Funkdienst) ausgebaut. Hierdurch war eine Übertragungsrate von bis zu 50 kBit pro Sekunde und der Stand-by Betrieb der mobilen Geräte möglich. Das heißt, dass das Gerät die Internetverbindung über die IP (Internet Protokoll)-Adresse ständig aufrecht erhält.

Die Qualität des Datennetzes wird mit den Buchstaben 2G/E, 3G/H, H+ und 4G/LTE angezeigt. Wobei E für schlechten Mobilfunk-Empfang und LTE für die momentan schnellste Übertragung steht.

Sobald du z. B. im Internet surfst oder über Messenger / soziale Netzwerke kommunizierst, überträgt dein Gerät Daten über das mobile Datennetz. Jedoch muss der Mobilfunk-Empfang für Telefonie/SMS nicht die gleiche Qualität wie das Datennetz haben. Einerseits kann bei langsamem Datennetz (E) u. U. noch problemlos telefoniert werden. Andererseits bedeuten 4 Balken nicht automatisch, dass auch eine schnelle Datenübertragung möglich ist.

Darüber hinaus wird die Geschwindigkeit der Datenübertragung ebenfalls von den Faktoren beeinflusst, die unter „Empfangsqualität“ aufgelistet sind.

» ABBILDUNGEN

Kabelloses Internet

Neben dem Mobilfunknetz können mobile Geräte auch WLAN (Wireless Local Area Network = ein kabelloses lokales Netzwerk) nutzen. Dadurch sind sie unabhängig vom Mobilfunk-Empfang und benötigen auch keine SIM-Karte.

Zuerst loggst du dich mit deinem Gerät in dein bzw. ein in der Nähe befindliches WLAN-Netz ein:

+ Einstellungen
++ WLAN / WiFi = Wireless Fidelity*
+++ Netz auswählen
++++ Kennwort eingeben

* WiFi ist eigentlich ein Markenname. Es wird häufig mit WLAN gleichgesetzt und ist im englischsprachigen Raum die gängige Bezeichnung für das kabellose Netzwerk.

Anschließend erkennst du am WLAN-Zeichen (Punkt mit mehreren Bögen darüber), ob du verbunden bist. Auch hierbei gilt, je mehr ausgefüllte Bögen, desto besser ist der Empfang.

Einerseits ist der Down- und Upload im WLAN meistens schneller und stabiler als im Mobilfunk-Netz. Andererseits ermöglicht dir WLAN nur den Zugang zum Internet. Infolgedessen kannst du zwar über Anwendungen wie Instant Messenger, Skype etc. kommunizieren. Nicht aber normal telefonieren oder simsen.

Wenn du unterwegs bist und dich über einen WLAN-Hotspot oder in ein öffentliches WLAN-Netz einloggst, denke daran, dass die Nutzung von freiem WLAN nicht ohne Sicherheits-Risiken ist.


Das könnte dich auch interessieren:

So hält der Akku länger durch


Schreibe einen Kommentar