Mobilfunk Empfang | Was bedeuten die Symbole?

Aktualisiert am 24-07-2020, von Ellena

Die Symbole in der Statusleiste informieren über den Mobilfunk-Empfang. Doch was zeigen sie eigentlich genau an und was nicht!

Mobilfunk Empfang – Netze

Um überhaupt Mobilfunk Empfang zu haben, müssen Sie Zugang zu einem (standardisierten) Mobilfunknetz haben. Deshalb wurde 1992 das GSM (Global System for Communications = Globales Kommunikationssystem) als digitaler Mobilfunk-Standard eingeführt. Er ist bis heute in 130 Ländern gebräuchlich.

Ebenfalls seit 1992 existiert in Deutschland das D-Netz, woraus etwas später zwei Netze entstanden. Zum einen D1, das „Telekom-Netz“ und zum anderen das D2-Netz von Vodafone.

Erst zwei Jahre danach folgte das E-Netz. Auch dieses war zunächst unterteilt in E1 von e-plus / BASE sowie E2, das „o2-Netz“. Nach der Übernahme von e-plus durch die Telefónica-Holding Anfang 2015, begann die Wiedervereinigung der beiden E-Netze. Dieser Prozess wurde 2018 weitestgehend abgeschlossen.

Da das E-Netz Mobilfunk-Frequenzen mit kürzerer Reichweite nutzt, ist der Mobilfunk Empfang u. U. etwas schlechter als in den D-Netzen. Störungsfreie Sprachverbindungen sind jedoch in allen Netzen fast landesweit möglich.

Netzabdeckung

Trotzdem gibt es Standorte mit überwiegend schlechtem Mobilfunk-Empfang. Vor allem in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten haben Sie unter Umständen gar keinen Mobilfunk-Empfang. Dasselbe gilt beispielsweise für Funklöcher aufgrund einer ungünstigen landschaftsbedingten Lage.

Obwohl die Netzbetreiber kontinuierlich in den Ausbau der Netze investieren, wird es wohl nie eine 100 % Netzabdeckung geben. Darüber hinaus haben alle Betreiber Ausbau-Schwerpunkte. Deshalb lohnt sich eine Überprüfung der Netzabdeckung für den Standort, an dem Sie sich am häufigsten aufhalten. Erst danach sollten Sie sich nach einem Anbieter in dem für Sie besten Netz umsehen.

Mobilfunk Empfang
Grafik: eb

Mobilfunk Empfang – Qualität

Doch auch eine ideale Netzabdeckung ist noch keine Garantie für perfekten Mobilfunk Empfang. Denn es gibt weitere Faktoren, die einen großen Einfluss auf die Qualität haben:

  • Entfernung vom Funkmast
  • Defekte Mobilfunk-Anlagen
  • Systemfehler oder -ausfälle beim Netzbetreiber
  • Abschirmung durch Berge oder Bauwerke sowie
  • innerhalb von Gebäuden oder Fahrzeugen
  • Überlastung des Netzes (bestimmte Tage oder Tageszeiten)
  • zu schwaches bzw. defektes Empfangsteil des Geräts
  • defekte, ungültige oder fehlende SIM-Karte

Symbole auf dem Smartphone / Tablet

Auf Ihrem Gerät finden Sie zwei Symbole, die Auskunft über den Mobilfunk-Empfang geben. Als erstes sind dies 4 oder 5 Balken (bei älteren iPhones Punkte). Diese beziehen sich auf die Qualität beim Telefonieren. Je weniger Balken ausgefüllt sind, desto schwächer ist der Mobilfunk-Empfang. Wenn alle Balken ausgefüllt sind, bedeutet das, dass

  • die Entfernung zum Funkmast nicht groß und
  • Ihr Gerät weder abgeschirmt noch das Netz überlastet ist.

Daneben sehen Sie eine Kombination von Buchstaben und Zahlen, welche die Nutzung mobiler Daten betreffen.

Signalstärke

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung geben die Balken und Buchstaben keine Auskunft über die Signalstärke. Denn diese zeigt Ihr Gerät nicht von selbst an. So bedeutet nur ein Balken nicht zwangsläufig, dass das Signal schwach ist. Der mangelhafte Mobilfunk-Empfang kann auch auf einen der oben genannten Störfaktoren zurückzuführen sein.

Falls Sie sich für die tatsächliche Signalstärke interessieren, haben Sie zwei Möglichkeiten. Als Nutzer eines Android-Gerätes können Sie eine spezielle App herunterladen. Beispielsweise zeichnet der Network Monitor neben anderen Informationen über Ihre Verbindung auch die Signalstärke auf.

iPhone-Nutzer älterer Geräte können über den Ziffernblock der Telefon-App *3001#12345#* „anrufen“. Anschließend zeigt Ihnen Ihr Gerät die Signalstärke an. 0 bis -80 wäre gut / -100 bis -120 schlecht. Nachdem Sie den Code gelöscht und das „Telefonat“ beendet haben, verschwindet die Anzeige.

Um die Anzeige dauerhaft sehen zu können, gehen Sie wie folgt vor:

  1. *3001#12345# eingeben
  2. auf den Telefonieren-Button tippen
  3. Ausschalter (rechte Seite) lange gedrückt halten.
  4. Sobald auf dem Bildschirm der Schieber zum Ausschalten erscheint,
  5. den Home-Button drücken und für ca. 6 Sekunden halten.

Zum Beenden geben Sie den Code erneut ein. Auf neueren Geräten bekommen Sie über diesen Code ausführliche Informationen zu allem rund um Ihren Mobilfunk-Empfang.

Kein Mobilfunk Empfang

Selbst bei schlechter Empfangsqualität können Sie Ihr Gerät u. U. immer noch nutzen. Es gibt drei Stufen: sehr schlechter – extrem schlechter – gar kein Mobilfunk Empfang.

  • Kein ausgefüllter Balken: Telefonie und SMS ist meistens noch möglich, das Versenden von MMS aber nicht mehr. Wahrscheinlich befinden Sie sich in einem sogenannten Funkloch oder in einem stark abgeschirmten Gebäude / Fahrzeug.
  • Mitteilung auf dem Sperrbildschirm = Nur Notruf / Emergency only: Obwohl Sie quasi kein Signal in Ihrem Vertragsnetz mehr haben, ist der Notruf 112 noch möglich. Hierfür sucht Ihr Gerät automatisch ein anderes, stärkeres Netz. Ursache ist häufig ein schwankendes oder zu schwaches Signal aufgrund einer Störung an „Ihrem“ Funkmast.
  • Mitteilung auf dem Sperrbildschirm = Kein Empfang / Out of service: Weder Telefonie, SMS noch Notrufe sind möglich. Dies tritt beispielsweise bei einem kompletten Netz-Ausfall oder einem Defekt Ihrer SIM-Karte auf.

SIM-Karte

Um überhaupt Mobilfunk-Empfang zu haben, muss Ihr Gerät über eine gültige SIM-Karte im Mobilfunk-Netz angemeldet sein. Hierbei handelt es sich noch meistens um ein kleines Plastikkärtchen mit einem Chip, das Sie an der dafür bei Ihrem Gerät vorgesehenen Stelle platzieren. Anschließend aktivieren Sie die Karte mittels der PIN, die Sie von Ihrem Anbieter erhalten haben.

Manche, vor allem hochwertigere, Geräte oder z. B. Smartwatches verfügen bereits über eine e-SIM. Dabei steht das e für embedded, der Chip ist also im Gerät eingebettet bzw. fest verbaut. Um die e-SIM zu nutzen, müssen Sie Ihr SIM-Profil auf Ihr Gerät laden und aktivieren.

SIM (Subscriber Identity Module = Teilnehmer-Identitätsmodul)
Der dort gespeicherte Nummerncode autorisiert den Zugriff auf das Netz. Der Chip dient der Verschlüsselung bei der Sprach- und Datenübertragung. Temporäre netzbezogene Daten und die zuletzt gewählten Telefonnummern sind darauf gespeichert.
Des weiteren können auch SMS, Kontakte und Notizen auf dem Chip gespeichert werden, was jedoch nicht zu empfehlen ist. Bei einem Defekt oder nach einer Sperrung der SIM-Karte wären alle gespeicherten Daten verloren.

Quelle: VERIVOX

Ohne diese SIM-Karte können Sie weder telefonieren, noch über die vorinstallierte SMS (Short Message Service)-App Kurznachrichten / MMS (Multimedia Messaging Service) versenden oder empfangen. Auch die Nutzung mobiler Daten ist nicht möglich.

Mobile Daten

Zunächst wurde GSM zu GPRS (General Packet Radio Service = allgemeiner paketorientierter Funkdienst) ausgebaut. Hierdurch war eine Übertragungsrate von bis zu 50 kBit pro Sekunde und der Stand-by Betrieb der mobilen Geräte möglich. Das heißt, dass das Gerät die Internetverbindung über die IP (Internet Protokoll)-Adresse ständig aufrecht erhält.

Die Qualität des Datennetzes wird mit den Buchstaben 2G/E, 3G/H, H+ und 4G/LTE angezeigt. Wobei E für schlechten Mobilfunk-Empfang und LTE für die bisher schnellste Übertragung steht. Seit 2020 bauen zumindest die Telekom und Vodafon ein 5G-Netz auf, welches noch wesentlich schneller ist.

Sobald Sie z. B. im Internet surfen oder über Messenger / soziale Netzwerke kommunizieren, überträgt Ihr Gerät Daten über das mobile Datennetz. Jedoch muss der Mobilfunk Empfang für Telefonie/SMS nicht die gleiche Qualität wie das Datennetz haben.

Einerseits kann bei langsamem Datennetz (E) u. U. noch problemlos telefoniert werden. Andererseits bedeuten 4 Balken nicht automatisch, dass auch eine schnelle Datenübertragung möglich ist. Darüber hinaus wird die Geschwindigkeit der Datenübertragung ebenfalls von den Faktoren beeinflusst, die unter „Empfangsqualität“ aufgelistet sind.

Tabelle ansehen »

Kabelloses Internet

Neben dem Mobilfunknetz können mobile Geräte auch WLAN (Wireless Local Area Network = ein kabelloses lokales Netzwerk) nutzen. Dadurch sind sie unabhängig vom Mobilfunk-Empfang und benötigen auch keine SIM-Karte. Zuerst loggen Sie sich mit Ihrem Gerät in Ihr bzw. ein in der Nähe befindliches WLAN-Netz / bei einem WLAN-Hotspot ein:

  1. Einstellungen
  2. WLAN / WiFi*
  3. Netz auswählen
  4. das Kennwort für dieses Netz eingeben

* WiFi (Wireless Fidelity) ist eigentlich ein Markenname. Es wird häufig mit WLAN gleichgesetzt und ist im englischsprachigen Raum die gängige Bezeichnung für das kabellose Netzwerk.

Anschließend erkennen Sie am WLAN-Zeichen (Punkt mit mehreren Bögen darüber), ob Sie verbunden sind. Auch hierbei gilt, je mehr ausgefüllte Bögen, desto besser ist der Empfang.

Vor- und Nachteile von WLAN

Einerseits ist der Down- und Upload im WLAN meistens schneller und stabiler als im Mobilfunk-Netz. Andererseits ermöglicht Ihnen WLAN nur den Zugang zum Internet. Infolgedessen können Sie zwar über Anwendungen wie Instant Messenger, Skype etc. telefonieren und chatten, aber nicht über die normale Telefon- und SMS-App.

Wenn Sie unterwegs sind und sich über einen WLAN-Hotspot oder in ein öffentliches WLAN-Netz einloggen, denken Sie daran, dass die Nutzung von freiem WLAN nicht ohne Sicherheits-Risiken ist.

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