WordPress Seiten und Beiträge | Tutorial Teil 8

Wichtig für den Erfolg einer Website / eines Blogs ist u. a. die Strukturierung. Worin unterscheiden sich WordPress Seiten und Beiträge? Wann benutzt du Kategorien, wann Schlagwörter?

Aktualisiert am 28-11-2019, Ellena

WordPress Seiten
Grafik: eb (Logo: WordPress)

Tutorial Teil 8 – WordPress Seiten

Nachdem sich das Tutorial bisher eher mit dem Grundgerüst des WordPress Redaktionssystems beschäftigt hat, wird es langsam Zeit deine Website / deinen Blog mit Inhalt zu füllen. Bevor du jedoch die ersten Texte einstellst, noch einige (Ab-)Sätze zur Strukturierung.

Um Besuchern deiner Website den Aufenthalt dort so angenehm wie möglich zu gestalten, braucht sie eine klare Struktur. Und damit ist an dieser Stelle nicht das Menü als solches gemeint, sondern dass, was sich darin verbirgt.

Wenn du den ersten Text verfassen möchtest, findest du einerseits WordPress Seiten. Andererseits gibt es aber im Menü des WordPress Dashboards auch noch Beiträge. Außerdem befinden sich unter dem Menüpunkt Beiträge zwei Unterpunkte: Kategorien und Schlagwörter. Wo also anfangen?

Was sind WordPress Seiten?

Oft ist von einer Webseite die Rede, obwohl eigentlich ein Internetauftritt gemeint ist. Dieses Missverständnis ist wahrscheinlich einem so genannten „falschen Freund“ geschuldet, der dazu führt, dass das englische Wort „site“ mit dem gleichklingenden „Seite“ übersetzt wird.

Die korrekte Übersetzung von „site“ ist „Ort“. Deshalb steht der Begriff Website für den gesamten Online-Auftritt (Startseite, Blog, Seiten, Beiträge, …). Dagegen bezeichnet Webseite (engl. page) eine einzelne Seite mit Text, Bildern etc.

Das wichtigste Merkmal von WordPress Seiten ist, dass sie statisch sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass du sie nicht verändern könntest. Jedoch wirkt sich eine Veränderung nicht auf die Gesamtstruktur aus und spielt bei der Verwaltung keine Rolle. Zwar gibt es ein Datum, an dem die Seiten veröffentlich / aktualisiert wurden. Aber dieses hat keinen Einfluss auf die Reihenfolge der Seiten, wie das bei Beiträgen der Fall ist.

Darüber hinaus kannst du WordPress Seiten nicht kategorisieren und nicht mit Schlagwörtern versehen. Auch sieht WordPress im Editor keinen Textauszug vor. Um deine Seiten für deine Besucher aufrufbar zu machen, fügst du sie manuell in dein Haupt- und mobiles Menü ein. Oder du kreierst ein eigenes Footer-Menü bzw. ein Menü-Widget z. B. in einer Seitenleiste.

Start-Seite

Dem oben gesagten zufolge eignen sich WordPress Seiten nicht für (Blog-)Artikel, die i. d. R. in Kategorien organisiert und nach Erscheinungsdatum archiviert sein sollen. Typische Seiten sind jedoch deine Start- und / oder deine Blog-Seite.

Die Startseite oder auch Landing Page ist sozusagen das Eingangstor für deine Website. Die URL dieser Seite sollte sich auf den Namen deiner Domain beschränken, z. B. https:// deineseite .xy /. Je nach Umfang und Zweck deiner Website wäre höchstens noch ein Zusatz wir home/ oder start/ sinnvoll.

Darüber hinaus sollte die Startseite von jedem beliebigen Teil deiner Website erreichbar sein. Deshalb ist sie bei vielen Themes automatisch mit deinem Logo (in der Menüleiste) verlinkt. Oder/und du erstellst einen eigenen Menüpunkt „Home“ o. ä.

Da diese Seite alle Besucher willkommen heißt, auch die, die nur zufällig bei dir landen, sollte sie durch ein besonderes Design ansprechend wirken. So verwendest du größere Abbildungen, auffällige Gestaltungselemente und hebst diese mit den Farben deiner Marke hervor.

Außerdem beschreibst und zeigst du hier, was Besucher auf deiner Webseite erwartet, über welchen Themen sie sich in deinem Blog informieren können bzw. welche Dienste oder Produkte du anbietest. Mit entsprechenden „Call-to-Action“-Buttons animierst du sie, dein Angebot weiter zu erkunden.

Wenn du die Liste der WordPress Seiten zum ersten Mal öffnest, findest du dort bereits zwei Seiten: Beispiel-Seite (fungiert zu Anfang als Startseite) und Vorlage Datenschutz. Spätestens nachdem du deine eigene Startseite (und deine Datenschutzseite s. u.) erstellt hast, solltest du Beispiel-Seite (sowie ggfs. die Datenschutzseite) löschen. Sowohl die Start- als auch die Blog-Seite sind anschließend in der Liste besonders gekennzeichnet (s. Abb. 42).

Blog-Seite

Die Blog-Seite ist und bleibt im Editor leer. Wenn du sie zum Bearbeiten öffnest, erscheint automatisch die Warnung, dass du dieser Seite keinen Inhalt hinzufügen sollst. Deshalb kannst du nur den Titel anpassen und ein Beitragsbild hochladen. Darüber hinaus änderst du nichts, denn das sonstige Layout bestimmt dein Theme-Design. Die URL dieser Seite lautet i. d. R. https:// deineseite .xy / blog/.

Sobald du die ersten Beiträge veröffentlicht hast, füllt sich diese Seite automatisch mit Inhalt. Sie zeigt alle deine Beiträge nach Veröffentlichungs- bzw. Aktualisierungsdatum. Wobei der neuste Beitrag oben erscheint. Für die Erreichbarkeit fügst du deinem Menü ebenfalls einen eigenen Punkt mit der Bezeichnung Blog hinzu.

Falls du auf deiner Website ausschließlich Beiträge veröffentlichst, also keine sonstigen Leistungen oder Produkte anbietest, kannst du auf die Startseite auch verzichten.

Hierfür gehst du in die

  1. WordPress Einstellungen
  2. Lesen
  3. Deine Startseite zeigt:
  4. auf Deine letzten Beiträge klicken

Anschließend ist deine Blog-Seite gleichzeitig auch deine Start-Seite und für die Zugriffsmöglichkeit gilt das unter Start-Seite beschriebene. Wenn du doch beide Seiten verwenden möchtest, wählst du nicht Deine letzten Beiträge, sondern bei „Homepage“ deine Startseite und bei „Beitragsseite“ deine Blog-Seite aus.

Sogenannte Pflichtseiten

Nach deutschem und europäischem Recht sind für alle Internetauftritte bestimmte Pflichtseiten vorgeschrieben. Einerseits das Impressum, das mit Informationen zur Haftung und evtl. durch einen Disclaimer ergänzt wird. Zwar ist letzterer nicht verpflichtend, aber sinnvoll, wenn du auf fremde Webseiten verlinkst oder fremde Inhalte auf deiner Website einstellst. Auch einen Copyright-Hinweis könntest du hier hinzufügen.

Andererseits gehört dazu natürlich die Datenschutzerklärung. Obwohl WordPress eine Muster-Datenschutz-Seite anbietet, ist es im Hinblick auf die recht komplizierte EU-Rechtslage sinnvoller, eine eigene Datenschutzerklärung zu schreiben. Denn diese muss genau auf die Art, die Inhalte und Funktion(en) deiner Website abgestimmt sein.

Da du dich wahrscheinlich nicht tiefergehend mit den zugrunde liegenden Gesetzen beschäftigen möchtest, solltest du dir Hilfe suchen. Dies kann ein Rechtsanwalt sein, was jedoch einige Kosten verursacht und bei Blogs nicht unbedingt notwendig ist. Denn im Internet gibt es Beratungs-Portale wie z. B: eRecht24, die dich über die notwendigen Inhalte informieren und einen Datenschutz-Generator häufig sogar kostenlos anbieten.

Jedoch solltest du den Text deiner durch einen Generator erstellten Datenschutzerklärung auch noch einmal überprüfen, bevor du sie online stellst. Unstimmigkeiten gibt es oft bei wir/unsere oder ich/meine (Unternehmen oder Einzelperson) und bei automatisch hinzugefügten Abschnitten, die vielleicht so auf deine Website gar nicht zutreffen.

Sowohl das Impressum als auch die Datenschutzerklärung müssen getrennte, eigenständige Seiten und in jedem Bereich deiner Website erreichbar sein. Deshalb befinden sich die entsprechenden Links meistens im Footer oder in der Fußleiste der Webseiten.

WordPress Seiten mit anderen statischen Inhalten

Hierzu gehört die About (Über mich/uns)- und die Kontakt-Seite. Falls du auf deiner Website Dienstleistungen oder Produkte gegen Bezahlung anbietest, erstellst du eine weitere Seite mit deinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) (Mehr Informationen darüber). Darüber hinaus wären je nach Art deiner Website auch FAQs oder ein Hilfecenter Beispiele für die Verwendung von Seiten.

Zwar sind diese WordPress Seiten nicht Pflicht, gehören aber bei einer guten Webseite irgendwie dazu. Genauso wie die Pflichtseiten baust du jede für sich in dein/e Menü/s ein. Oder du verweist darauf an geeigneter Stelle mittels eines Links oder Buttons.

WordPress Seiten erstellen

Die Struktur von WordPress Seiten ist strikt hierarchisch. Entweder du erstellst mehrere voneinander unabhängige Seiten. Oder du hast die Möglichkeit, zunächst eine Elternseite einzurichten. Anschließend fügst du eine oder mehrere Unterseite/n hinzu (s. Abb. 43).

  1. Seiten
  2. Erstellen
  3. rechte Seitenleiste des Editors
  4. Seiten-Attribute
  5. Übergeordnete Seite
  6. ggfs. im Auswahlfenster darunter auf die Elternseite klicken
  7. und wenn notwendig die Reihenfolge der Seiten festlegen.

Des weiteren legst du fest, ob du Kommentare zulässt. Abhängig von den Vorgaben deines Themes bestimmst du auch, ob diese Seite ohne, mit einer oder zwei Seitenleiste(n) versehen sein soll.

Nachdem du deinen Text eingegeben hast, musst du sie nur noch speichern. Falls du mit einem SEO-Plugin arbeitest, kannst du bestimmte oder alle Seiten auch von der Indexierung ausschließen. Dann werden sie in Suchmaschinen nicht angezeigt.

WordPress Beiträge

Im Gegensatz zu WordPress Seiten sind Beiträge dynamisch. So erfolgt die Sortierung in der Übersicht aller Beiträge nach dem Datum der Veröffentlichung.

Nachdem du die Beitrags-Übersicht das erste Mal geöffnet hast, befindet sich dort ein Beispiel-Beitrag „Hello World“. Diesen löschst du natürlich, sobald du deinen ersten eigenen Beitrag veröffentlicht hast.

Zuoberst auf der Liste steht immer der jeweils neuste Beitrag. Nachdem du einen älteren Beitrag aktualisiert hast, bleibt er (zunächst) an der bisherigen Position. Wenn du ihn aber z. B. bei größeren Änderungen erneut veröffentlichst, wandert er an den Anfang der Liste (s. Abb. 44). Dasselbe gilt natürlich auch für die Reihenfolge auf der Blog-Seite.

Außerdem hast du bei Beiträgen wesentlich mehr zusätzliche Optionen (s. Abb. 45 + 46).

  • Einer Kategorie zuordnen
  • Schlagwörter festlegen
  • Beitragsbild hochladen
  • manuellen Textauszug (Snippet) erstellen
  • Kommentare / Pingbacks (nicht) erlauben
  • Anzahl und Position der Seitenleiste/n bestimmen (Theme-abhängig)

Wenn du WordPress Seiten oder Beiträge zu einem späteren Zeitpunkt bearbeiten möchtest, rufst du das entsprechende Übersichtsfenster auf. Unterhalb des jeweiligen Titel klickst du auf eine der Optionen Bearbeiten – QuickEdit – Löschen – Anschauen.

Kategorien

Sowohl Kategorien als auch Schlagwörter dienen der besseren Strukturierung und Auffindbarkeit deiner Beiträge. Während grundsätzlich beliebig viele Schlagwörter möglich sind, solltest du nur wenige, aber aussagekräftige Kategorien verwenden.

Denn normalerweise ordnest du einen Beitrag nur einer Kategorie zu und versiehst ihn dann mit mehreren passenden Schlagwörtern. Wobei du auch gänzlich auf Schlagwörter verzichten könntest, Kategorien jedoch ein wichtiges Struktur-Element darstellen.

Einerseits kannst du eine Kategorie direkt im Beitrags-Editor einrichten. Andererseits ist es aber sinnvoller, schon im Voraus die Struktur deiner Webseite zu entwerfen.

Sobald das Grundgerüst gedanklich steht, erstellst du deine Kategorien im eigenen Editor:

  1. Beiträge
  2. Kategorien
  3. Neue Kategorie erstellen
  4. Name und URL eingeben
  5. (keine) übergeordnete Kategorie auswählen
  6. evtl. Beschreibung hinzufügen
  7. Neue Kategorie erstellen (Speichert deine Eingaben)

Anschließend findest du die Liste deiner Kategorien auf der rechten Seite im selben Fenster. Dort kannst du sie später auch bearbeiten, weitere hinzufügen oder löschen (s. Abb. 47).

Schlagwörter

Für das Erstellen von Schlagwörtern gilt das gleiche Prinzip wie bei Kategorien. Allerdings gibt es keine über- oder untergeordneten Schlagwörter (s. Abb. 48).

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Nachdem du deine Beiträge bestimmten Kategorien zugewiesen und mit Schlagwörtern versehen hast, erscheinen sie nicht nur auf deiner Blog-Seite. Sondern WordPress erstellt automatisch weitere Archiv-Seiten für jede Kategorie und für jedes Schlagwort.

Wenn du in deinem Beitrag beispielsweise über eine Wanderung in den Alpen schreibst, könnte das so aussehen:

  • Kategorie: Abenteuer
  • Schlagwörter: Wanderungen, Alpen, Südtirol, Sommer2019

Infolgedessen wäre dein Beitrag nun auf der Blog-Seite sowie fünf Archiv-Seiten zu finden.

Hiermit endet meine Tutorial-Reihe „Einführung in das Redaktionssystem von WordPress.org“. Weiter geht es mit Tutorials für das Arbeiten mit dem Gutenberg-Editor.


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