WordPress Werkzeuge und Vorlage Datenschutz | Tutorial Teil 3

Aktualisiert: 2019-06-24 (Veröffentlicht: )

Themen im 3. Teil des Tutorials (für EU-Blogger & Anfänger): Beschreibung der WordPress Werkzeuge sowie Hinweise zur Datenschutzerklärung.

Teil 3

Tutorial Teil 3 – WordPress Werkzeuge

Wie bereits in Teil 1 und 2 meines WordPress Tutorials geht es im dritten Teil noch einmal um die Basis-Einstellungen des Redaktionssystems. Außerdem erläutere ich die Vor- und Nachteile der mitgelieferten Datenschutz-Vorlage. Doch zunächst die WordPress Werkzeuge. Diese findest du natürlich wieder in der Seitenleiste der WP-Startseite. Auch hier klappt nach der Berührung des Menüpunkts Werkzeuge ein Untermenü aus:

  • Daten importieren
  • und exportieren
  • Website-Zustand
  • Personenbezogene Daten exportieren
  • sowie diese löschen

Darüber hinaus können in der Liste noch weitere Tools auftauchen. Denn bei manchen Plugins erreichst du die Einstellungen bzw. Bearbeitungsoberfläche ebenfalls hier. Mehr dazu im 4. Teil meines Tutorials über Plugins.

WordPress Werkzeuge – Daten importieren und exportieren

Eventuell hast du bereits einen Blog bei einem anderen Anbieter und möchtest die Inhalte weiterverwenden. Deshalb erlaubt es WordPress Daten aus anderen Blogsystemen in das Redaktionssystem zu übernehmen. Nachdem du auf Daten Importieren geklickt hast, erscheint eine Liste mit den unterstützten Systemen (s. Abbildung 12). Neben dem Namen des Ausgangssystems erfährst du welche Arten von Daten du wie importieren kannst. Jedoch funktioniert das nicht „out of the box“. Falls du beispielsweise deine Beiträge und Medien aus Tumblr zu WordPress übertragen möchtest, geht das nur über die API von Tumblr.

API steht für Application-Programming-Interface. Diese Programmierschnittstelle ermöglicht es, Inhalte eines Programms oder einer Webseite mit einem/r anderen auszutauschen. Bekannt ist eine solche API-Nutzung z. B. von Drittanbieter-Apps, die auf die Inhalte sozialer Medien wie Twitter zugreifen.

Der Import

Um nun deine Dateien zu übertragen, benötigst du zusätzlich einen, speziell für das Herkunftssystem programmierten, Importer. Sobald du unter dem Namen des Blogsystems auf Details klickst, bietet dir WordPress das entsprechende Plugin zum Herunterladen an. Leider sind diese Plugins schon längere Zeit nicht mehr aktualisiert worden.

Zwar schließt dieser Umstand die Verwendung eines Plugins nicht grundsätzlich aus. Allerdings erfolgte deren letzte Anpassung meistens vor der Umstellung von WordPress Classic auf Gutenberg. Und zunehmend mehr ältere Plugins kommen damit offensichtlich nicht zurecht. Infolgedessen funktionieren sie nur noch eingeschränkt oder auch gar nicht mehr. Falls du unbedingt Daten importieren willst, kannst du es damit natürlich trotzdem versuchen.

WordPress-Dateien exportieren

Im Gegensatz dazu ist der Export und spätere Import von und nach WordPress relativ einfach. Unter WordPress Werkzeuge öffnest du Daten exportieren. Anschließend markierst du in dem neuen Fenster die Dateien, die du herunterladen möchtest (s. Abbildung 13).

WordPress Werkzeuge
2 Abblidungen: eb

Wobei alle Inhalte im Prinzip deine gesamte Webseite umfasst. Dazu gehören dann auch Kommentare, Kategorien, Schlagwörter, Navigationsmenüs, Benutzerdefinierte Felder sowie individuelle Inhaltstypen. Darüber hinaus kannst du noch weitere Theme-spezifische Dateien exportieren. Nachdem du auf Herunterladen geklickt hast, erstellt WordPress eine .xml-Datei. Diese speicherst du dann auf deinem Computer. Von dort kannst du sie jederzeit wieder zu beispielsweise einer anderen WP-Webseite hochladen. Dafür verwendest du dann die Import-Funktion (s. o.).

Alternativen: Plugins

Falls du nicht die unter WordPress Werkzeuge angebotene Methode verwenden möchtest, gäbe es noch zwei Alternativen. Einerseits helfen dabei zahlreiche WordPress Plugins. Wobei du bei manchen manuell das Exportieren der Daten anstoßen musst. Andere erstellen automatisch in regelmäßigen Abständen ein Backup deiner Daten. Abhängig von der Arbeitsweise des Plugins legst du fest, wie häufig und wo die Dateien gespeichert werden sollen. Manchmal hast die Wahl zwischen deinem Computer oder einigen Cloud-Services. Anschließend importierst du deine Dateien bei Bedarf wieder oder lädst sie in eine andere WordPress-Installation hoch.

… oder FTP-Zugang

Andererseits könntest du deine Dateien auch manuell herunter- und hochladen. Dazu benötigst du jedoch FTP (File Transfer Protocol). Dieses Daten-Übertragungsverfahren ermöglicht es, Dateien zwischen deinem Rechner und dem Server auszutauschen. Zunächst musst du einen FTP-Client wie FileZilla von FileZilla Project oder Cyberduck von iterate aus der Schweiz herunterladen. Beide sind kostenlos.

Obwohl ich selbst Cyberduck bevorzuge, schwören viele eher auf FileZilla. Am besten selbst ausprobieren. Anschließend besorgst du dir von deinem Hosting-Anbieter die Zugangsdaten zu deiner Datenbank, öffnest das Programm und meldest dich mit den Login-Daten an. Danach kannst du auf alle deine Dateien zugreifen, sie herunter- und neue hochladen.

Da du direkt „auf dem Server arbeitest“, solltest du dir merken, was du getan hast. Falls etwas schief geht, kannst du dann zumindest den Ausgangszustand wieder herstellen. Infolgedessen lade immer ein Backup der Original-Dateien herunter, bevor du Änderungen vornimmst. Auch wenn du etwas innerhalb einer Datei ändern möchtest, erstellst du zuerst eine Kopie, die du auf deinem Computer bearbeitest und danach (wieder) hochlädst.

Unabhängig davon, für welche Methode du dich entscheidest, wichtig ist, dass du das Datei-Format beibehältst. Sonst kann WordPress damit nichts mehr anfangen. Also niemals die Datei-Endungen ändern. Verglichen mit der „FTP-Methode“ bieten dir die WordPress Werkzeuge nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Wenn du dich aber für FTP entscheidest, solltest du schon ein etwas fortgeschrittener WordPress-Nutzer sein bzw. einige technische Grundkenntnisse haben. Denn ein unbedachter Klick vernichtet u. U. deine komplette Installation.

Zustand der Webseite

Unter WordPress Werkzeuge findest du seit dem Update vom Mai 2019 einen neuen Menüpunkt – Website-Zustand. Hierbei handelt es sich um eine reine Informations-Seite. Einerseits bewertet WordPress den Gesamtzustand deiner Webseite in Form einer Prozentangabe. Anderseits erfährst du, wie du Sicherheit und/oder Performance verbessern könntest.

WordPress Werkzeuge
1 Abbildung: eb

Außerdem siehst du in der Liste Bestandene Tests, was du alles richtig gemacht hast. Wenn du auf Bericht klickst, erscheinen alle Details zu deiner Webseite. Diesen Bericht kannst du auch kopieren. Anschließend fügst du ihn z. B. in den Text-Editor auf deinem Computer ein und speicherst ihn.

Vorlage für deine Datenschutzerklärung

Da du deine Webseite vermutlich im Geltungsbereich des EU-Datenschutz-Grundverordnung betreibst, musst du die darin festgelegten Regelungen beachten. Übrigens sollten das auch alle Webseiten außerhalb der EU, denn das Internet kennt keine Grenzen. Und Besucher aus der EU haben auf internationalen Webseiten dieselben Rechtsansprüche wie innerhalb der EU.

Obwohl WordPress eine US-amerikanische Organisation ist, ist es sich zumindest ansatzweise seiner Verantwortung bewusst. So findest du unter Einstellungen > Datenschutz entsprechende Hinweise. Außerdem ist unter Seiten bereits ein Entwurf für deine Datenschutzerklärung von WordPress eingerichtet (s. Abbildung 15+16).

Zwar wurden dort alle relevanten Punkte berücksichtigt. Zum Teil sind auch schon Mustertexte eingefügt, die du nur noch mit deinen persönlichen Angaben vervollständigen musst. Aber trotzdem empfehle ich, dir zusätzlich sachkundigen Rat zu holen. Entweder wendest du dich an einen Anwalt oder Webseiten-Entwickler, der sich mit der DSGVO auskennt.

Oder du nutzt das Angebot eines deutschen Rechtsberatungs-Portals. So bietet dir zum Beispiel die Webseite Recht 24 nicht nur an, kostenlos eine auf dich zugeschnittene Muster-Datenschutzerklärung zu erstellen. Darüber hinaus erhältst du dort auch noch weitere nützliche Informationen, was du hinsichtlich Datenschutz bei Webseiten und Blogs beachten musst. Außerdem wirkt eine solche, anwaltlich erstellte Datenschutzerklärungen nicht nur sprachlich wesentlich professioneller.

WordPress Werkzeuge
3 Abbildungen: eb

WordPress Werkzeuge – Personenbezogene Daten

Wie bereits in Teil 2 meines Tutorials beschrieben, sammelst du auf deiner Webseite u. U. persönliche Daten von Benutzern bzw. Kommentatoren. Gemäß DSGVO hat jeder, der auf deiner Webseite persönliche Daten hinterlässt, das Recht seine Daten einzusehen und/oder diese löschen zu lassen. Um dieses Verfahren zu vereinfachen, gibt es zwei WordPress Werkzeuge.

Einerseits Personenbezogene Daten exportieren, andererseits Personenbezogene Daten löschen (s. Abbildung 17). Nachdem du von einem Benutzer eine entsprechende Anfrage erhalten hast, gehst du wie folgt vor:

  • E-Mail Adresse des Anfragenden in das obere Feld eingeben
  • Anfrage senden
  • der Nutzer erhält eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link
  • er bestätigte über diesen Link die Anfrage
  • WordPress erzeugt eine Liste mit den Daten des Nutzers

    Nun erscheint in deiner Übersicht der Nutzername sowie der Status
  • auf Daten per E-Mail senden klicken
  • der Benutzer erhält erneut eine E-Mail mit dem Download-Link

Anschließend kann der Betreffende eine .zip-Datei herunterladen. Nachdem er sie entpackt hat, liegen ihm alle Daten als einfache .html-Datei vor. Falls die Daten gelöscht werden sollen, funktioniert das nach dem gleichen Prinzip. Nur dass du in diesem Fall auf Daten löschen klickst. Jedoch gibt es diesbezüglich eine Einschränkung. Wenn es sich um einen Kommentator handelt, sind hinterher zwar seine persönlichen Daten verschwunden, i. d. R. aber nicht seine Kommentare. Deshalb müsstest du diese dann manuell aus deiner Kommentarliste löschen.

» Login und erste Einstellungen
» Benutzer und Kommentatoren

Weiter geht es in meinem WordPress Tutorial Teil 4 mit Plugins. Was sind Plugins, welche Aufgabe haben sie und wie verwaltest du sie.


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